Vollelektrisch BMWs „Neue Klasse“ kommt auch bei den M-Modellen an

Von Dipl.-Ing. (FH) Michael Richter 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Im vergangenen Jahr zeigte BMW einen M3 mit bis zu 18.000 Nm Drehmoment. Nun bestätigt der Hersteller, dass das Modell mit vier Elektromotoren 2027 in Serie gehen wird.

In allen vollelektrischen Modellen der BMW M Neuen Klasse sorgen zwei elektrische Antriebseinheiten an Vorder- und Hinterachse mit je einem Elektromotor pro Rad für eine BMW M typische Fahr-Performance.(Bild:  BMW AG)
In allen vollelektrischen Modellen der BMW M Neuen Klasse sorgen zwei elektrische Antriebseinheiten an Vorder- und Hinterachse mit je einem Elektromotor pro Rad für eine BMW M typische Fahr-Performance.
(Bild: BMW AG)

Mit der BMW M Neuen Klasse leitet BMW M ab 2027 eine neue Entwicklungsstufe im Segment der Hochleistungsfahrzeuge ein. Erstmals wird der markentypische M-Anspruch an Fahrdynamik, Präzision und Rennstreckentauglichkeit vollständig vollelektrisch umgesetzt. Ziel ist es, das bisherige Verständnis von High-Performance neu zu definieren, ohne Abstriche im Alltagseinsatz. Dazu präsentierte BMW bereits im amerikanischen Spartanburg ein Konzeptfahrzeug mit vier Motoren und bis zu 18.000 Nm Drehmoment.

Die elektrische M-DNA

Die Neue Klasse wurde vollständig neu entwickelt und trägt die klassische M-DNA konsequent in das elektrische Zeitalter. Der vollelektrische Antrieb ist dabei die Grundlage einer neuen fahrdynamischen Architektur. BMW M verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der sowohl auf der Straße, als auch auf der Rennstrecke technisch zusammengeführt wird.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 14 Bildern

Zentrale Merkmale sind eine hohe Langstreckentauglichkeit, eine 800-Volt-Architektur für schnelles Laden sowie eine hocheffiziente Rekuperation. Diese Kombination macht die BMW M Neue Klasse gleichermaßen für den Alltag wie für den sportlichen Einsatz geeignet.

Zentrale Elektronikarchitektur mit vier Hochleistungsrechnern

Ein wesentlicher Baustein für das neue Fahrdynamikniveau ist die vollständig neu entwickelte Elektronik- und Steuerungsarchitektur. Vier sogenannte „Superbrains“ bündeln die Rechenleistung für Fahrdynamik (genannt „Heart of Joy“), automatisiertes Fahren, Infotainment sowie Basis- und Komfortfunktionen.

Die zentrale Struktur ermöglicht einen deutlich schnelleren Datenaustausch zwischen den Systemen. Neben der gesteigerten Performance profitieren zukünftige Modelle von kürzeren Update-Zyklen und einer höheren Upgrade-Fähigkeit über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

BMW M eDrive: Einzelradantrieb

Herzstück der Antriebstechnik ist der BMW M eDrive auf Basis der Gen6-Technologie der Neuen Klasse. Ob die Motoren das Drehmoment des Prototypen haben, wurde nicht bestätigt. Doch jedes Rad wird von einem eigenen Elektromotor angetrieben. Diese Architektur erlaubt eine bislang unerreichte Präzision bei der Drehmomentverteilung.

In Kombination mit der M-spezifischen Steuerungssoftware „BMW M Dynamic Performance Control“, integriert im „Heart of Joy“, ergeben sich neue Freiheitsgrade für Traktion, Stabilität und Fahrdynamik. Drehmoment und Bremsleistung werden kontinuierlich pro Rad geregelt, inklusive Rekuperation bis in den fahrdynamischen Grenzbereich.

Variable Antriebskonzepte für Effizienz und Performance

Alle vollelektrischen BMW M Modelle der Neuen Klasse verfügen über zwei Antriebseinheiten an Vorder- und Hinterachse mit jeweils zwei Elektromotoren. Dieses Konzept vereint die Vorteile von Heck- und Allradantrieb, denn ein zentrales Merkmal ist die Möglichkeit, die Vorderachse vollständig zu entkoppeln. Dadurch entsteht ein fahrdynamisch orientierter Heckantrieb, wie er von BMW M bekannt ist, bei gleichzeitig erhöhter Effizienz auf Langstrecken. Ergänzt wird das Fahrerlebnis durch vordefinierte Fahrmodi, emulierte Schaltvorgänge und eine neu entwickelte, M-typische Geräuschkulisse.

Hochleistungs-Batteriesystem mit struktureller Funktion

Der Hochvoltspeicher wurde gezielt auf die Anforderungen von High-Performance-Fahrzeugen ausgelegt. Mit einer nutzbaren Kapazität von über 100 kWh setzt BMW M auf eine leistungsoptimierte Variante der Gen6-Rundzelle („Design to Power“).

Optimierte Kühlung, ein externer Energy Master als zentrale Batterie-Steuereinheit sowie besonders hohe Rekuperations- und Ladeleistungen ermöglichen dauerhaft hohe Leistungsabgaben. Zusätzlich übernimmt das Batteriegehäuse eine tragende Funktion im Fahrzeug. Die feste Verbindung mit Vorder- und Hinterachse erhöht die Gesamtsteifigkeit und trägt messbar zur Fahrdynamik bei.

Leichtbau und Nachhaltigkeit: Naturfasern im Hochleistungsfahrzeug

Neben Antrieb und Elektronik spielt der Leichtbau weiterhin eine zentrale Rolle. Erstmals setzt BMW M in seinen vollelektrischen High-Performance-Modellen Naturfaser-Elemente ein. Diese basieren auf Erfahrungen aus dem Motorsport seit 2019.

Das Material weist vergleichbare mechanische Eigenschaften wie Carbonfaser auf, verursacht jedoch rund 40 Prozent weniger CO₂e-Emissionen in der Herstellung. Damit verbindet BMW M Leistungsanspruch und Nachhaltigkeit auf konstruktiver Ebene.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Mit der BMW M Neuen Klasse entsteht kein elektrischer Ersatz klassischer M-Fahrzeuge, sondern eine eigenständige Performance-Plattform. Ab 2027 wird sich zeigen, wie konsequent der Prototyp in Serie umgesetzt wird. (mr)

(ID:50678789)