Alternative Antriebe BMW baut erste Prototypen für Brennstoffzellensystem

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

Im Werk Steyr wird BMW ab 2028 die dritte Generation seines Wasserstoffantriebs fertigen. Eigene Kompetenzzentren in München und Steyr bauen dafür bereits erste Prototypen auf. Darüber hinaus liefert der Technologie-Standort Landshut weitere Komponenten für das Antriebssystem.

In Steyr produziert BMW ab 2028 seinen neuen Wasserstoffantrieb. Eigene Kompetenzzentren in München und Steyr bauen dafür bereits erste Prototypen auf. (Bild:  BMW)
In Steyr produziert BMW ab 2028 seinen neuen Wasserstoffantrieb. Eigene Kompetenzzentren in München und Steyr bauen dafür bereits erste Prototypen auf.
(Bild: BMW)

Automobilhersteller BMW stellt im eigenen Kompetenzzentrum für Wasserstoff in München Prototypen seiner neuen Brennstoffzellensysteme her. Das Brennstoffzellensystem umfasst neben den Brennstoffzellen alle notwendigen Komponenten und Systeme, die für den Betrieb der Brennstoffzellen erforderlich sind. Dazu gehören unter anderem das Kühlsystem sowie Wasserstoff- und Luft-Subsysteme.

Aktuell liegt der Fokus in der Prototypenfertigung auf der Entwicklung und Absicherung der Montage- und Prüfprozesse. Langfristig will das Unternehmen sich auf Industrialisierung, Qualitätssicherung und Skalierbarkeit fokussieren. Parallel werden die Prototypen für die Entwicklung der Betriebsstrategie und zur Absicherung auf System- und Fahrzeugebene genutzt. Diese Schritte sind wichtig, um die Brennstoffzellentechnologie auf Serienstand zu bringen.

Serienfertigung ab 2028

Die Produktion der Brennstoffzellensysteme wird ab 2028 im BMW-Werk Steyr erfolgen. Hier werden neue Prüfstände und Produktionsanlagen aufgebaut und Gebäude angepasst, um die neue Antriebstechnologie zu integrieren. Im Werk baut man neben Diesel- und Verbrennungsmotoren auch Elektromotoren. Nun ergänzt man das Werk um eine neue Antriebstechnik.

Im Werk Landshut wiederum fertigt BMW zentrale Komponenten für Brennstoffzellenfahrzeuge. Ende Mai 2026 will der Autobauer mit dem Aufbau neuer Fertigungsanlagen für die Serienproduktion des wasserstoffspezifischen BMW Energy Masters starten. Dieser steuert die Energieversorgung im Fahrzeug – von 400 bis 800 V. Er fungiert außerdem als Schnittstelle für die Daten aus der Hochvoltbatterie. Die Steuereinheit wird mit spezifischen Bauteilen angereichert, die für die Brennstoffzellenanwendung erforderlich sind. Erste Prototypen des wasserstoffspezifischen Energy Masters sollen in Dingolfing ab Mitte 2026 gefertigt werden. An dem Standort produziert bereits die Prototypen für den BMW Energy Master der Neuen Klasse Fahrzeuge gefertigt. Landshut wird sich auch für das Gehäuse und die Mediendruckplatte verantwortlich zeichnen – wie das bereits bei der Pilotflotte des BMW iX5 Hydrogen geschah.

Welche Vorteile bietet die dritte Generation des Brennstoffzellensystems?

Zusammen mit Toyota arbeitet BMW an der Brennstoffzellentechnologie. 2014 wurde im BMW 535iA die erste Generation des Brennstoffzellenantriebs eingesetzt, der vollständig von Toyota kam. In der aktuellen Pilotflotte des BMW iX5 Hydrogen wurde die zweite Generation eingeführt, wobei das gesamte Brennstoffzellensystem von BMW selbst entwickelt wurde, während die einzelnen Brennstoffzellen vom japanischen Autobauer geliefert wurden. Nun arbeiten beide Unternehmen gemeinsam an der Entwicklung eines Antriebssystems für Pkw. Die zugrunde liegende Brennstoffzellentechnologie, die auf den einzelnen Brennstoffzellen der dritten Generation basiert, bietet Synergieeffekte auch für das Nutzfahrzeug.

Die nunmehr dritte Generation der Brennstoffzellentechnologie punktet mit diversen Verbesserungen. So zeichnet sich das System durch eine kompakte Bauweise. Der Bauraum des Brennstoffzellensystems konnte um etwa 25 Prozent reduziert werden. Dank einer höheren Leistungsdichte konnte das System im Vergleich zur Vorgängergeneration kompakter gestaltet werden.  Eine weitere Verbesserung betrifft das Thema Integration. Die dritte Generation lässt sich nahtlos in zukünftige Fahrzeugarchitekturen integrieren. Auch die Effizienz des Systems wird im Vergleich zur Vorgängergeneration erheblich gesteigert. Das erreichen die Partner durch die Weiterentwicklung einzelner Bauteile. Diese Fortschritte ermöglichen laut Herstelleraussagen eine gesteigerte Reichweite und Leistung bei reduziertem Energieverbrauch.  (se)

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