Aiways Vertriebspartnerschaft mit Euronics ist am Ende

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Fahrzeuge von Aiways können sich Interessenten derzeit nur noch online ansehen. Die stationäre Vertriebspartnerschaft mit den Euronics-Fachmärkten ist – vorerst – beendet. Vieles ist bei dem chinesischen Fabrikat derzeit unklar.

Aiways hat seine Fahrzeuge in Deutschland nur in Elektrofachmärkten der Euronics-Kette präsentiert (hier ein Archivfoto in Bayreuth). Doch auch diese Partnerschaft ist vorerst beendet.(Bild:  Grimm – »kfz-betrieb«)
Aiways hat seine Fahrzeuge in Deutschland nur in Elektrofachmärkten der Euronics-Kette präsentiert (hier ein Archivfoto in Bayreuth). Doch auch diese Partnerschaft ist vorerst beendet.
(Bild: Grimm – »kfz-betrieb«)

Der China-Pionier Aiways steht vor einer Neuaufstellung – wenn es überhaupt so weit kommt. Denn Ende Juni hatten Presseberichte für Aufmerksamkeit gesorgt: Dem erst 2017 gegründeten Autobauer gehe in der chinesischen Heimat das Geld aus und die Mitarbeiter würden nicht mehr bezahlt. Inzwischen folgte in Deutschland der Rückzug aus der Vertriebspartnerschaft mit der Elektronikfachmarkt-Kette Euronics, wie verschiedene auf Elektromobilität spezialisierte Onlinemedien berichteten.

„Der stationäre Deutschland Vertrieb von Aiways wird gerade neu verhandelt, daher können Sie aktuell ausschließlich über unsere Webseite Aiways-Fahrzeuge bestellen“, heißt es dazu auf der Webseite des chinesischen Importeurs. Online sind tatsächlich nur noch die Servicepartner von Aiways zu finden – die Stationen von ATU. Diese Partnerschaft bleibe von den Vertriebsüberlegungen auch „gänzlich unberührt – hier gibt es keinerlei Änderungen“, heißt es weiter.

Das im März 2020 in Deutschland vorgestellte chinesische Fabrikat – damals der Vorreiter der chinesischen Newcomer – hatte seinen Vertrieb von Beginn an anders gestaltet als bei Marktneulingen üblich. Neben dem Online-Direktvertrieb sollte der stationäre Kontakt über interessierte Betreiber von Euronics-Märkten laufen. Dort war das bislang einzige Modell, der Aiways U5, ausgestellt und für Probefahrten buchbar. Ein weiteres Modell, das SUV-Coupé U6, wird gerade in Deutschland eingeführt, hat es aber wohl nicht mehr zu den Euronics-Märkten geschafft.

Bislang ist die Vertriebsstrategie von Aiways in Deutschland nicht aufgegangen. Von Januar bis Juni 2023 zählt das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) nur 39 Erstzulassungen für das Fabrikat. Noch im Februar hatte Aiways den Verzicht auf klassische Autohändler mit „sorgfältig für jedes Land abgestimmten Vertriebs- und Servicemodellen“ begründet, die landestypische Bedürfnisse berücksichtigen würden. Im November 2022 zog Aiways eine positive Bilanz seines deutschen Vertriebskonzepts, allerdings ohne konkrete Zahlen für Deutschland zu nennen (das KBA wies damals noch keine Aiways-Zahlen aus).

Anscheinend will der Importeur sich in Deutschland nun nicht auf den reinen Online-Vertrieb zurückziehen. Auf der Webseite heißt es weiter, dass die Auslieferung der bestellten Fahrzeuge künftig über „die bis dann feststehenden Partner erfolgen wird“. Angesichts von vier bis sechs Monaten Lieferzeit für Aiways-Neufahrzeuge, über die das Portal Electrive.net berichtet, hat das in München ansässige Unternehmen noch etwas Zeit, ein neues Vertriebsnetz zu weben. Die bei Euronics-Partnern bestellten Fahrzeuge werden noch über die Elektronikfachmärkte abgegeben.

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