Batterieforschung und Förderung Abbau der Batterieforschung: Enorme Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität

Von Susanne Braun 3 min Lesedauer

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Fachverbände kritisieren den Abbau der Förderung der Forschung an Batterietechnologien. Der Wunsch nach einem wettbewerbsfähigen Batterieökosystem Made in Deutschland sei mit Blick auf die Sparpläne des Bundeshaushalts unrealistisch. So geht es nicht, meinen VCI, VDMA, KLiB und ZVEI.

Um in der heutigen Zeit mit den Entwicklungen auf dem Weltmarkt Schritt halten zu können, müssen auch Forschungsgelder in die Hand genommen werden.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Um in der heutigen Zeit mit den Entwicklungen auf dem Weltmarkt Schritt halten zu können, müssen auch Forschungsgelder in die Hand genommen werden.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Zum Jahresbeginn 2024 verkündete das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die deutliche Kürzung der Förderung der Batterieforschung. Es sollten lediglich Mittel für noch laufende Verpflichtungen zur Verfügung gestellt werden. Alle anderen Einsparungen für Neuprojekte machten sich in diesem Jahr bereits zweifach bemerkbar, als die Termine für die Einreichung neuer Projektvorschläge kurzfristig gestrichen wurden. Unklar ist ebenfalls, wie es mit der Batterieforschungsförderung im Jahr 2025 und danach weitergehen wird.

Das wiederum bedeutet Stillstand, denn wegen der Unsicherheiten hinsichtlich der Förderung werden Arbeitsverträge nicht neu geschlossen oder verlängert. Die Forschung verliert in dem Bereich ihren wissenschaftlichen Nachwuchs, und Fachkräfte wandern ab. Denn es ist unklar, wie viel oder wenig künftig noch an der Zukunftstechnologie Batterie geforscht werden kann.

Dass die Batterie wiederum ein Eckpfeiler der angestrebten Energiewende ist, ist klar. Gewonnener Strom aus erneuerbaren Energien muss gespeichert werden, wenn das Stromnetz nicht destabilisiert werden soll. Und zugunsten eines verringerten CO₂-Ausstoßes soll auch die Mobilitätswende im Individualverkehr vorangebracht werden. Dafür benötigt man, klar, Energiespeicher, um E-Autos bewegen zu können.

Woher kommt ein Energiespeicher?

Woher die Energiespeicher nehmen, wenn sie im eigenen Land nicht erforscht und produziert werden können? Aus dem Ausland freilich, doch damit machen wir uns in Zeiten von gewünschter Lieferkettenresilienz und geopolitischer Unsicherheit nur abhängig von anderen Produzenten.

Das ist doch eigentlich nicht das, was wir wollen. Stattdessen liegt es im Interesse des Landes, die eigene Wirtschaft zu stärken, und das wiederum benötigt Fördermittel. Und so beißt sich die Katze in den Schwanz. Das sehen die Verbände der Chemischen Industrie (VCI), des Deutschen Maschinen- und Anlagenbaus (VDMA), das Kompetenznetzwerk Lithium-Ionen-Batterien (KLiB) und der Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) ganz ähnlich. Es kann kein Batterieökosystem in Deutschland geben, wenn es nicht durch öffentliche Fördermittel unterstützt wird.

Scharfe Kritik am Abbau der Batterieforschung

Bereits im April hatten sich VCI, VDMA, KLiB und ZVEI zu einer gemeinsamen Stellungnahme zum Abbau der Batterieforschungsförderung zusammengetan und Unverständnis geäußert. Dieses Mal, im Dezember 2024, kritisieren die Verbände den Aufbau aufs Schärfste und setzen sich dafür ein, dass der Antrag der CDU/CSU-Fraktion „Für eine starke Batterieforschung in Deutschland“ angenommen wird.

„Der Abbau der öffentlichen Batterieforschung vermindert dramatisch die Innovationskraft der Unternehmen“, warnen die fünf Verbände. Statt den Sparkurs zu fahren, müsse deutlich und langfristig in die Forschung investiert werden, „sonst rücke das im Koalitionsvertrag formulierte Ziel, Deutschland zu einem Zentrum für Forschung, Fertigung und Recycling von Batteriezellen zu machen, in weite Ferne.“ Die bereits bestehende Abhängigkeit vom Batterieökosystem Chinas wirkt sich negativ auf die wirtschaftliche Resilienz und technologische Souveränität Deutschlands aus.

„Diese weitreichenden Konsequenzen treffen alle an der Wertschöpfungskette beteiligten Industrien: Chemieunternehmen, Maschinen- und Anlagenbau, Zellfertiger und alle Industriezweige, deren Produkte auf der Performance, dem Preis und der Verfügbarkeit von Batterien beruhen. Hierzu zählen beispielsweise Elektrofahrzeuge wie Pkw, Lkw, Busse oder E-Bikes, stationäre Speicher, Drohnen, Power Tools oder Roboter. Öffentlich geförderte Verbundvorhaben im vorwettbewerblichen Umfeld zwischen Forschungseinrichtungen und Industrien, besonders klein- und mittelständische Industrien, kämen zum Erliegen“, teilen die Verbände mit. Man benötigt jetzt Klarheit und zudem eine Strategie für die Zukunft einer Industrie, die noch im starken Wachstum begriffen ist. Bundesregierung und Industrie sollten deswegen gemeinsam eine Gesamtstrategie zum Aufbau eines wettbewerbsfähigen Ökosystems Batterie entwickeln.

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Das Letzte, was die deutsche Regierung und die deutsche Wirtschaft wohl haben wollen, wäre eine ähnliche Entwicklung wie auf dem Photovoltaikmarkt. (sb)

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