Nio 20 Batterietauschstationen bis Jahresende – aber keine eigenen Schnelllader

Von Andreas Wehner 2 min Lesedauer

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Der chinesische E-Auto-Hersteller Nio setzt auf Wechselbatterien. In nur wenigen Minuten ist der leere Akku in einer Power-Swap-Station gegen einen vollen getauscht. Nio-Deutschland-Chef Ralph Kranz will mit diesem Zeitvorteil gegenüber dem Laden am Stecker vor allem Verbrennerfahrer überzeugen.

Nio setzt bei der Stromversorgung seiner Autos auch auf den Batterietausch.(Bild:  Wehner – Vogel Communications Group)
Nio setzt bei der Stromversorgung seiner Autos auch auf den Batterietausch.
(Bild: Wehner – Vogel Communications Group)

Nio will bis Ende des Jahres 20 Batteriewechselstationen in Deutschland in Betrieb haben. Das kündigte Nio-Deutschland-Chef Ralph Kranz im Interview mit der Fachzeitschrift »kfz-betrieb« an. Bislang gibt es sieben sogenannte Power-Swap-Stations. Die Standorte befinden sich größtenteils an vielbefahrenen Autobahnen. „Wir können mit dem Power Swap vor allem ehemalige Verbrennerfahrer überzeugen. Wir haben damit eine wahre Alternative zum Tanken“, sagte Kranz.

Nio bietet den Batterietausch exklusiv für alle Nutzer an, die die Fahrzeugbatterie im „Battery-as-a-Service-Modell“ (BaaS) mieten. Die Stationen sind von der Größe her vergleichbar mit einer Doppelgarage. Jede ist für bis zu 312 Batterietauschvorgänge pro Tag ausgelegt. 13 Batterien können dort gleichzeitig geladen werden. Ein Batterietausch dauert im Gegensatz zum Strom tanken an der Ladesäule nur wenige Minuten. Dann hat man wieder eine zu 90 Prozent geladene Batterie im Auto.

Kranz kann sich vorstellen, Power-Swap-Stations künftig auch zu nutzen, um dort Probefahrten oder sogar den Verkauf von Fahrzeugen anzubieten. „Immerhin bieten die Stationen auch eine gewisse Sichtbarkeit für die Marke“, so Kranz.

Ein eigenes Schnellladenetz wird es bei Nio nicht geben. Das Unternehmen will sich stattdessen auf die investitionsintensiven Batterietauschstationen konzentrieren, um sich einen USP zu schaffen. Durch eine Kooperation mit dem Ladenetzanbieter Plugsurfing können Nio-Fahrer jedoch auf europaweit rund 550.000 Ladepunkte zurückgreifen.

Neues Modell kommt 2024

Modellseitig will Nio im kommenden Jahr nachlagen. Derzeit hat das Fabrikat in Deutschland fünf Fahrzeuge auf dem Markt. Neben dem ersten Modelle, der Limousine ET7, gibt es die kleinere Limousine ET5 an, von der es auch eine Kombiversion gibt. Außerdem gehören mit dem EL6 und dem EL7 zwei SUVs zum Portfolio. „Wir werden in der zweiten Jahreshälfte 2024 mindestens ein weiteres Modell auf den Markt bringen“, kündigte Kranz an.

Die Absatzzahlen von Nio in Deutschland sind bisher allerdings noch recht gering. In den ersten neun Monaten dieses Jahres verbuchte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) knapp 900 Neuzulassungen. Doch dabei soll es nicht bleiben. Die Neuzulassungen seien „nur die halbe Wahrheit“, sagt Kranz. Denn die Zahl der Bestellungen und damit der neu gewonnenen Kunden sei schon deutlich höher. „Wir sind mit den Verkäufen zufrieden und werden bis zum Jahresende eine deutliche Steigerung sehen“, ist Kranz überzeugt.

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