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Insolvenzen bei Flugtaxi-Herstellern Wenn der Flug zur Sonne im Reich der Mitte endet

Von Dipl.-Ing. (FH) Michael Richter 2 min Lesedauer

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Einst waren Volocopter und Lilium Vorzeigeprojekte, die zeigten, dass Deutschland immer noch innovativ sein kann. Doch selbst nach mehreren Rettungsversuchen stehen beide Unternehmen jetzt vor dem endgültigen Aus.

Der VoloRegion, sollte ein lift & cruise eVTOL werden, welches Städte und Vororte miteinander verbindet.(Bild:  Volocopter)
Der VoloRegion, sollte ein lift & cruise eVTOL werden, welches Städte und Vororte miteinander verbindet.
(Bild: Volocopter)

Die ambitionierte Vision urbaner Luftmobilität steht auf wackeligen Beinen. Während der deutsche Hersteller Volocopter Insolvenz anmelden musste und nun von dem chinesischen Konzern Wanfeng für zehn Millionen Euro übernommen werden soll, steckt auch das Münchner Unternehmen Lilium in finanziellen Schwierigkeiten. Ganz anders entwickelt sich die Lage bei EHang in China. Hier sieht man mit einem beeindruckendem Wachstum Flugtaxis als ein Zukunfts-Projekt.

Volocopter: Vom Pionier zur Übernahme

Volocopter galt als einer der Vorreiter in der Entwicklung elektrischer Senkrechtstarter (eVTOL). Das Unternehmen aus dem bei Karlsruhe gelgenen Bruchsal plante, mit seinen VoloCity-Flugtaxis eine nachhaltige Alternative für den urbanen Luftverkehr zu schaffen. Doch der große Durchbruch blieb aus. Am 26. Dezember 2024 musste Volocopter Insolvenz anmelden. Nachdem die Musterzulassung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) nicht erreicht werden konnte, waren Investoren abgeschreckt. Ohne diese Genehmigung war es dem Unternehmen nicht gestattet, seine Fluggeräte im kommerziellen Betrieb zu nutzen.

Nun soll Volocopter vom chinesischen Konzern Wanfeng übernommen werden. Der Systemdienstleister für industrielle Automatisierungsanlagen plant, die Geschäfte unter einer neu gegründeten Tochtergesellschaft in Berlin weiterzuführen. Wanfeng ist bereits durch seine Tochterfirma Diamond Aircraft in der Luftfahrtbranche etabliert. Die Zukunft von Volocopter bleibt dennoch ungewiss.

Lilium: Finanzielle Notlage und ausbleibende Gehälter

Noch dramatischer stellt sich die Situation bei Lilium dar. Das Münchner Unternehmen, das mit seinem Lilium Jet einen revolutionären eVTOL mit Starrflügeln entwickeln wollte, kämpft mit massiven finanziellen Engpässen. Im Januar 2025 musste Lilium zum zweiten Mal Insolvenz anmelden. Zugesagte Investorengelder in Höhe von 200 Millionen Euro sind nicht eingegangen.

Die Mitarbeitenden sind besonders betroffen: Seit Januar haben etwa 960 Angestellte keinen Lohn erhalten. Darüber hinaus wird die Auszahlung von Insolvenzgeld durch die Bundesagentur für Arbeit abgelehnt, da es sich um eine wiederholte Insolvenz handelt. Dies wurde von Insolvenzverwalter Robert Hänel als „dramatisch“ und für zahlreiche Mitarbeiter als „existenzgefährdend“ charakterisiert.

EHang: Chinesischer Flugtaxi-Gigant auf Wachstumskurs

Während die deutschen Pioniere der Branche ums Überleben kämpfen, zeigt sich in China ein anderes Bild. EHang hat kürzlich die Serienproduktion seines EH216 aufgenommen und verzeichnet enormes Wachstum. Im letzten Quartal 2024 konnte das Unternehmen seinen Umsatz um 190,2 Prozent auf 22,5 Millionen US-Dollar steigern.

Obwohl EHang noch keinen Nettogewinn erzielt, sind die finanziellen Reserven groß genug. Der Betrieb für mindestens fünf weitere Jahre ist gesichert. Für das kommende Jahr plant das Unternehmen eine Umsatzsteigerung um 97 Prozent und den Ausbau der Produktionskapazitäten auf 1.000 Einheiten pro Jahr bis Ende 2025.  (mr)

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