Elektromobilität VW steigt mithilfe ausgedienter E-Auto-Batterien in den Stromhandel ein

Quelle: dpa/aw 2 min Lesedauer

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Es seit ein paar Tagen ist der Chef von Volkswagens Landenetzsparte Elli im Amt und kann schon Neuigkeiten verkünden: Das Unternehmen wird an der Strombörse Epex Spot aktiv. In ausgedienten E-Auto-Batterien wird Strom gespeichert, der in Niedrigpreisphasen gekauft und in Hochpreisphasen abgegeben wird.

Das Trading-Team von Elli handelt an der Strombörse Epex Spot.(Bild:  Volkswagen AG)
Das Trading-Team von Elli handelt an der Strombörse Epex Spot.
(Bild: Volkswagen AG)

VW entdeckt eine neue Nutzungsmöglichkeit für ausgediente E-Auto-Batterien und steigt in den Stromhandel ein. In Berlin wurde am Mittwoch das Geschäft am deutschen Markt der Strombörse Epex Spot aufgenommen. Im neuen „Powercenter“ in Kassel sollen künftig ausgemusterte Akkus aus Elektrofahrzeugen Strom für den Börsenhandel zwischenspeichern, kündigte die VW-Ladenetzsparte Elli an.

In dem Pilotprojekt kommen zunächst 28 Batteriesysteme und 38 Zellmodule aus dem Kleinwagen E-Up zum Einsatz. Bei niedrigen Strompreisen, wenn viel Wind- und Solarenergie verfügbar ist, sollen sie Strom aus dem Netz zwischenspeichern. Bei hohen Preisen und knappem Angebot sollen sie den Strom wieder ins Netz abgeben. VW ist laut Epex der erste Automobilkonzern, der in Deutschland in den Stromhandel einsteigt.

Das neue Geschäftsfeld ist Teil der Strategie, mit der VW nach Nutzungsmöglichkeiten für ausgemusterte E-Auto-Batterien sucht, bevor sie im dritten Schritt wiederverwertet werden sollen. Zugleich wolle man damit „neue, umsatzstarke Geschäftsmodelle entwickeln“ und helfen, das Stromnetz zu stabilisieren, sagte Elli-Chef Giovanni Palazzo laut Mitteilung. Zwischenspeicher für erneuerbare Energien gelten als wichtige Voraussetzung für die Energiewende.

Auch andere Autobauer nutzen bereits ausgediente Batterien als stationäre Stromspeicher. BMW hatte 2017 in Leipzig eine sogenannte Speicherfarm mit bis zu 700 BMW-i3-Akkus in Betrieb genommen, um die Energie aus vier werkseigenen Windrädern zwischenspeichern. Audi nutzt seit Ende 2021 Lithium-Ionen-Akkus aus Erprobungsfahrzeugen in seinen „Charging Hub“ genannten Schnellladestationen.

Schwierige Aufgabe für Giovanni Palazzo

Die VW-Tochter Elli war mit großen Ambitionen gestartet, ist aber bislang nicht ins Laufen gekommen. Erst seit Anfang Juli ist Giovanni Palazzo als Chef der Ladenetzsparte im Amt. Seine Hauptaufgabe: das Unternehmen profitabel machen. Denn zuletzt schrieb Elli hohe Verluste. VW-Chef Oliver Blume sei nicht wirklich zufrieden, schrieb jüngst das „Manager Magazin“.

Die von Elli angebotenen Wallboxen verkaufen sich laut dem Magazin schlecht, auch weil es an verschiedenen Stellen interne Konkurrenz gibt und der Handel am liebsten mit eigenen Partnern arbeitet. Palazzo will nun dem Bericht zufolge alles anders machen als seine Vorgängerin Elke Temme, die das Unternehmen im Februar verlassen hatte.

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