Elektromobilität „Unternehmen aus China bieten bereits ganze Batteriefabriken schlüsselfertig an“

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Mehr als 200 Batteriefabriken sollen in den kommenden zehn Jahren weltweit entstehen – ein Großteil in Europa. Dafür ist kostenintensive Produktionstechnik notwendig, die derzeit hauptsächlich aus Asien, vor allem aus China kommt. Für deutsche Unternehmen bietet sich hier ein große Wachstumschance, wie eine Studie des VDMA zusammen mit Porsche Consulting aufzeigt.

Nicht nur für den Porsche Taycan müssen Batterien produziert werden. Daher sollen mehr als 200 Batteriefabriken weltweit in den kommenden zehn Jahren entstehen, viele in Europa. Auch bei der Produktionstechnik gilt, Abhängigkeiten von Asien zu reduzieren. (Bild:  Porsche AG)
Nicht nur für den Porsche Taycan müssen Batterien produziert werden. Daher sollen mehr als 200 Batteriefabriken weltweit in den kommenden zehn Jahren entstehen, viele in Europa. Auch bei der Produktionstechnik gilt, Abhängigkeiten von Asien zu reduzieren.
(Bild: Porsche AG)

Für die zukünftige Mobilität – vor allem auf der Straße – spielen elektrische Antriebe weltweit eine entscheidende Rolle. Der grüne Strom dafür wird größtenteils in Batterien gespeichert sein. Der Markt für solche Stromspeicher, meist auf Basis der Lithium-Ionen-Technologie, wird Prognosen zufolge global von heute rund 20 Milliarden Euro im Jahr auf rund 550 Milliarden Euro jährlich bis zum Jahr 2030 wachsen.

Produktionstechnik aus Asien

Etwa 200 Batteriefabriken sind weltweit in Bau oder werden geplant. Ausgestattet werden sie momentan vor allem mit Produktionstechnik aus Asien. Chinesische Maschinenbauer setzen aktuell als Komplettanbieter den Standard. Lediglich acht Prozent der Ausstattung solcher Fabriken kommt aus Europa. Dieser Anteil ist zu gering, um einen prägenden Einfluss auf die technische Entwicklung zu nehmen und in Europa ein zweites Cluster für Batterietechnik entstehen zu lassen. Dafür wäre dauerhaft ein Marktanteil von etwa 20 Prozent notwendig. Das belegt die Analyse von Porsche Consulting und des VDMA in der Studie „Battery Manufacturing 2030: Collaborating at Warp Speed“

Abhängigkeiten minimieren und vermeiden

Die Studie zeigt Lösungsansätze, wie sich eine technologische Abhängigkeit in diesem zukunftskritischen Feld verhindern lässt. Nach Analysen von Technologie und Anbietern, Prognosen aus eigenen Marktmodellen und diversen Interviews mit Marktteilnehmern ist klar, dass die Zusammenarbeit der Beteiligten eine entscheidende Rolle spielt. „Nur wenn es europäischen Maschinenbauern gelingt, gemeinsam integrierte Fabriklösungen anzubieten, werden sie sich gegen die Konkurrenz aus Asien behaupten können“, erklärt Gregor Grandl, Senior Partner bei Porsche Consulting und Co-Autor der Studie. „Technologisch ist die europäische Industrie auf Augenhöhe, aber Unternehmen aus China bieten bereits ganze Batteriefabriken schlüsselfertig an.“ Das reduziert Schnittstellen und damit das zeitliche und finanzielle Risiko bei der Errichtung.

Chancen nutzen

Die Chancen für Maschinenbauer sind riesig: Bereits, um den Marktanteil von acht Prozent im Batteriemarkt während des rasanten Hochlaufs zu halten, wären Wachstumsraten von 33 Prozent jährlich notwendig. Um auf 20 Prozent Marktanteil zu kommen, müssten die Unternehmen schneller wachsen als der Markt. Etwa 50 Prozent Umsatzsteigerung pro Jahr wären nicht nur nötig, sondern auch möglich. Das Marktvolumen bis 2030 beträgt für Maschinen- und Anlagenbauer allein im Batteriebereich 300 Milliarden Euro. Ein Erfolg in diesem Wettbewerb würde Europa Zugriff auf die wichtige Zukunftstechnologie Batterie dauerhaft sichern und dabei viele Arbeitsplätze schaffen.

Spezialisierte Unternehmen wie Manz aus Reutlingen setzen konsequent auf diesen Weg: „Als europäischer Maschinenbauer haben wir gezielt in die Batterieproduktion investiert, um für den in der Studie aufgezeigten rasanten Markthochlauf gerüstet zu sein“, betont Martin Drasch, Vorstandsvorsitzender von Manz. „Durch das Joint Venture mit den Konzernen Dürr und Grob stärken wir unsere Position am Markt und können effizient auf die wachsende Nachfrage nach innovativen Batterieproduktionslösungen für Gigaprojekte reagieren.“ „Die hohen Anforderungen der Kunden an Turn-Key Lieferanten erfordern ein Umdenken in den Hochlaufphasen für diese Industrie“, sagt auch Stephan Eirich, Geschäftsführender Gesellschafter der Maschinenfabrik Gustav Eirich GmbH. „Das stellt selbst für erfahrene Maschinen- und Anlagenbauer eine neue Herausforderung dar, der wir uns stellen."  (se)

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