Bahntechnik Toshiba und Nagano Electric Railway arbeiten an ATO-System

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Zusammen mit der japanischen Nagano Electric Railway hat Toshiba ein ATO-System für den Betrieb bei Automatisierungsgrad 2,5 entwickelt. Besonderheit: Das GoA 2,5-System erfordert keine streckenseitige Ausrüstung zur Datenübertragung zwischen Gleis und Zug und zur Bestimmung der Zugposition.

Zusammen mit der japanischen Nagano Electric Railway hat Toshiba ein ATO-System für den Betrieb bei Automatisierungsgrad 2,5 entwickelt. (Bild:  Koma no ki | frei lizensiert bei flickr)
Zusammen mit der japanischen Nagano Electric Railway hat Toshiba ein ATO-System für den Betrieb bei Automatisierungsgrad 2,5 entwickelt.
(Bild: Koma no ki | frei lizensiert bei flickr)

Zwischen August 2023 und Februar 2024 haben Toshiba und Nagano Electric Railway Tests über Nacht durchgeführt, um den grundlegenden Betrieb auf städtischen Abschnitten des Netzes zu überprüfen. Der Testzug verkehrte mit einem Zugbegleiter im führenden Wagen, der gemäß GoA2.5 kein qualifizierter Triebfahrzeugführer sein muss, aber Notbremsungen einleiten und andere sicherheitsrelevante Verfahren wie die Evakuierung von Fahrgästen durchführen kann.

GNSS-Satellitenortungsdaten nutzen

Das ATO-System bestimmt die Position des Zuges mit Hilfe von GNSS-Satellitenortungsdaten und einer Inertialmesseinheit (IMU). Darüber hinaus nutzt es eine Stereokamera und Lidar zur Hinderniserkennung. Die Positionsdaten werden mit einer Streckenkartendatenbank abgeglichen, um die Beschleunigung, Abbremsung und das Anhalten des Zuges zu steuern. Bei den Tests wurde der Zug mit einer Genauigkeit von 50 cm zum Stillstand gebracht. Außerdem wurde der Zugbegleiter auf ein simuliertes Hindernis auf dem Gleis aufmerksam gemacht und brachte den Zug manuell zum Stehen.

Hindernisse bis 200 m in der Dunkelheit erkennen

Toshiba zufolge wurden Hindernisse bei einer Geschwindigkeit von 70 km/h in der Nacht bis zu 200 m vor dem Zug erkannt. Die menschliche Sichtgrenze liegt in der Dunkelheit bei 130 m. Um die Erkennung von Hindernissen in Kurven zu verbessern, wurde der Zug mit einem Zusatzscheinwerfer ausgestattet. Die Versuche verdeutlichten Unternehmensangaben zufolge, Hindernisse unter schwierigen Umgebungsbedingungen wie Gegenlicht und entgegenkommenden Lichtern allein mit der Kamera zu erkennen. Man arbeitet daran, die Erkennung bei Nacht und in Kurven zu verbessern.

Prototyp entwickelt

Toshiba entwickelt nun ein System, das unter solchen Bedingungen Hindernisse in einer Entfernung von bis zu 300 m stabil erkennen kann. Das Unternehmen hat einen Prototyp entwickelt, der Lidar- und Kameratechnologie kombiniert. Außerdem wird das ATO-System dadurch weiter verbessert, dass es automatisch den optimalen Sensor für die Position des Zuges auswählt, wobei Gelände- und Wetterbedingungen berücksichtigt werden.

Das Unternehmen ist überzeugt, dass sich das neue System auf diverse Fahrzeuge installieren lässt, um ATO in vollem Umfang zu ermöglichen und gleichzeitig die Kosten für die Installation und Wartung zusätzlicher streckenseitiger Ausrüstung zu vermeiden. Darüber hinaus arbeite man an Lösungen, die den individuellen Anforderungen der Betreiber entsprechen und den Übergang zu GoA3 oder höheren Automatisierungsgraden in der Zukunft unterstützen.  (se)

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