Lichttechnik Sehen und gesehen werden: Valeo zeigt Lichttechnologien in Bobigny

Von Stefanie Eckardt 4 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Insbesondere in der dunklen Jahreszeit ist jedem Autofahrer bewusst, wie wichtig die richtige Fahrzeugbeleuchtung ist. Doch welche Trends bewegen momentan die Automobilindustrie? Valeo gab der deutschen Fachpresse am Standort Paris-Bobigny einen Einblick, an welchen neuen Produkten und Technologien die Light Division des Zulieferers arbeitet.

In Paris-Bobigny befindet sich das Headquarter der Valeo Division Light. Hier forscht das Unternehmen an neuen Lichtlösungen insbesondere für den Front- und Heckbereich. (Bild:  Stefanie Eckardt)
In Paris-Bobigny befindet sich das Headquarter der Valeo Division Light. Hier forscht das Unternehmen an neuen Lichtlösungen insbesondere für den Front- und Heckbereich.
(Bild: Stefanie Eckardt)

Die Automobilindustrie befindet sich in der größten Transformation ihrer Geschichte: Elektrifizierung, Vernetzung, Automatisierung oder das Software-definierte Fahrzeug. Von diesen Trends wird auch die Lichttechnik getrieben – vor allem durch Themen wie Sicherheit und Design, aber auch Performance und Nachhaltigkeit. Die rund 33.000 Mitarbeiter der Valeo Light Division arbeiten in sechsen Bereichen: der Frontbereich, Near Field Projection, der Heckbereich, die Innenbeleuchtung sowie Scheibenwischersysteme und Sensorreinigung. Die Lichtlösungen des französischen Zulieferers kommen in verschiedenen Fahrzeugen zum Einsatz. Dazu zählen beispielsweise die Digital DRL & ADB Matrix im Audi AfL, die Front- und Heckbeleuchtung in der BMW 2er Serie, die OLED 2.0 Heckleuchten im Audi A6 E-Etron, die ADB Matrix im Mercedes CLA, die Heckleuchten des Volvo ES90 oder auch die Innenbeleuchtungen im Lynk Z20, im Honda BEV oder im Zeekr 007 GT.

In Paris-Bobigny ist das Headquarter Valeo Light Devision beheimatet. Hier sind knapp 500 Mitarbeiter hauptsächlich in Forschung und Entwicklung tätig. In Bobigny gibt es nicht nur einen 80 Meter langen Lichttunnel, sondern es werden auch Prototypen-, Zuverlässigkeits-, optische und Laser, Simulations- sowie Industrieprozesstests durchgeführt. Darüber hinaus stehen Materialien und Chemikalien wie auch Elektronik im Mittelpunkt der Aktivitäten.

Valeo arbeitet am Licht der Zukunft
Bildergalerie mit 11 Bildern

Sicherheit

Insbesondere digitales Licht trägt nicht nur zur Sicherheit bei, sondern eröffnet im Safety-Kontext eine neue Ära. Zum einen wird die Sicherheit für den Fahrer selbst erhöht, denn er profitiert nicht nur vom Blendschutz, sondern auch durch Spurprojektion für eine vorausschauende Fahrt, Verkehrsschild-Projektion sowie die Ausleuchtung des Sicherheitsabstands, um dazu beizutragen, Auffahrunfälle in der Dunkelheit zu vermeiden. Doch auch schwächere Verkehrsteilnehmer wie Motorradfahrer, Radfahrer oder Fußgänger haben einen großen Sicherheitsgewinn, da sie in der Lage sind, Fahrzeuge schneller wahrzunehmen. Neben dem Sicherheitsgewinn ist der Einfluss digitalen Lichts auf die Nachhaltigkeit nicht zu unterschätzen. Denn digitales Licht kommt dann zum Einsatz, wann und wo es gebraucht wird.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit im Fahrzeugbereich zu erzielen, wird oftmals auf die Elektrifizierung des Antriebsstrangs reduziert. Dabei sind Beleuchtungssysteme nicht unwichtig, wenn es darum geht den Energieverbrauch im Auto zu reduzieren. Weil Scheinwerfer während der meisten Fahrten in Betrieb sind, lassen sich durch ihre Optimierung erhebliche Energieeinsparungen erzielen. Doch wie lässt sich das genau erreichen? Dazu hat Valeo das Projekt „Just in Light“, kurz JiL, entwickelt. Dabei handelt es sich um einen „skalierbaren und regelungskonformen Ansatz“, wie Klaus Matauschek, F&E Direktor der Division Light, betonte. „Durch die Kombination einer adaptiven Steuerung der DRL- und Abblendlichtfunktionen mit einer menschenzentrierten und mit künstlicher Intelligenz gesteuerten Logik zeigt JiL, dass es möglich ist, den Energieverbrauch erheblich zu senken“. Dabei redete der Zulieferer von einer Ersparnis um bis zu 22 Prozent pro Jahr. Dabei leiden nicht etwa Sicherheit und Komfort. Die bleiben auf mindestens gleichem Niveau. Die Umsetzung in die Praxis verdeutlichte das französische Unternehmen in seinem 80 m langen Lichttunnel. Hier simuliert man den nächtlichen Verkehr in einer Ortschaft mit hellen Straßenlaternen, deren Licht nahezu allein für eine vernünftige Sicht ausreichen würde. Doch egal, wie gut die äußeren Lichtbedingungen sind – der Scheinwerfer gibt 100 Prozent Leistung, was an dieser Stelle überflüssig ist. Bei derartigen Situationen setzt Valeo auf künstliche Intelligenz (KI). Die Umgebungsbeleuchtung wird von Sensoren erfasst und das Tagfahr- und das Abblendlicht wird darauf eingestellt. Das heißt, dass je nach Umgebungslicht, Fahrsituation und natürlich auch individuellem Bedürfnis das entsprechende Licht bereitgestellt wird. Das zeigte sich nicht nur im Lichttunnel, sondern auch auf den Straßen von Chantilly. Getreu dem Motto, Licht muss man erleben. Und natürlich sehen. Dazu ergab sich die Gelegenheit

Nachtfahrten: Wie überzeugend ist die Lichttechnik?

In Chantilly standen drei Testfahrzeuge für die Erprobung in der Dunkelheit bereit. Zunächst ein Opel Corsa, in dem ein BiLED30 Lichtmodul verbaut wurde. Das kombiniert Abblend- und Fernlicht, ist 30 mm hoch und verfügt über 24 individuell ansteuerbare Segmente. Diese sollen dafür sorgen, dass der Lichtkegel in Echtzeit angepasst werden oder man gezielt ausblenden kann. Auch, wenn die eine oder andere Lichthupe eines entgegenkommenden Fahrzeugs verriet, dass noch ein bisschen an den Einstellungen gefeilt werden muss. In einem Audi Q4 hat Valeo ein HDLED-System integriert. Bei diesem Lichtmodul lassen sich bis zu 25.000 Pixel ansteuern, so dass adaptive Lichtmuster umgesetzt werden können. Neben Begrüßungsbeschriftungen trägt das vor allem zur Sicherheit bei, um beispielsweise Sicherheitsabstände auszuleuchten oder Fahrmanöver anzuzeigen und so Fußgänger zu warnen. In einem weiteren Audi Q4 hat der Zulieferer ThinLens implementiert. In der waldreichen Gegend um Chantilly mit diversen Wildtieren konnten das 15 x 100 mm große, vertikale Modul seine Stärken verdeutlichen, denn es bot eine homogene, starke Lichtleistung. Die Straße war perfekt ausgeleuchtet, Straßenschilder deutlich zu erkennen ebenso wie Wild – hier in Form von Füchsen, Igeln und Rehen. Die Lichtleistung liegt bei LB 1000 lm/ 45 lux und MxB 1500 lm / 130 lux, die ADB MxB-Version punktet mit 28 Segmenten. Sehen und gesehen werden ist bei Nachtfahrten oder schlechtem Wetter unerlässlich – doch Licht ist nicht gleich Licht, wie Valeo verdeutlichte.  (se)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:50599601)