Alternative Kraftstoffe Regierung macht Weg für 100 Prozent Frittenfett im Autotank frei

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Auch bisher konnte altes Speiseöl dem Diesel beigemischt werden. Neu ist, dass es nun 100 Prozent sein dürfen. Die Hoffnung: den Straßenverkehr nachhaltiger machen. Doch es gibt einen Haken.

Die paraffinischen Dieselkraftstoffe können beispielsweise aus Abfallstoffen, Pflanzenölen oder auf Basis von Erdgas hergestellt werden. (Bild:  Stöhr/HEM)
Die paraffinischen Dieselkraftstoffe können beispielsweise aus Abfallstoffen, Pflanzenölen oder auf Basis von Erdgas hergestellt werden.
(Bild: Stöhr/HEM)

Autofahrer in Deutschland können künftig auch Diesel tanken, der zu 100 Prozent aus Altspeiseölen wie Frittenfett hergestellt wurde. Die sogenannten paraffinischen Dieselkraftstoffe seien nun auch als Reinkraftstoff zugelassen, teilte das Bundesumweltministerium nach einem Kabinettsbeschluss am Mittwoch mit. Diese werden zum Beispiel aus Abfallstoffen und Pflanzenölen oder auf Basis von Erdgas hergestellt. Bereits heute können sie dem herkömmlichen Diesel beigemischt werden.

Der geänderten Verordnung zufolge dürfen sie nun aber auch in hundertprozentiger Konzentration angeboten werden. „Um Schäden an den Fahrzeugen durch falsche Betankung zu vermeiden, verpflichtet die neue Verordnung Tankstellenbetreiber, Verbraucher einheitlich zu informieren“, hieß es vom Ministerium. Zugleich soll die bisherige Förderung paraffinischer Dieselkraftstoffe aus fossilen Quellen beendet werden, um klimaschädliche Anreize zu vermeiden.

Zulassung stößt auf Zustimmung

Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) begrüßte diese Zulassung. „Mit dieser Entscheidung macht die Bundesregierung den Weg frei für mehr Klimaschutz im Verkehr“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer beim VDB. Biodiesel stoße 70 bis 90 Prozent weniger Kohlenstoffdioxid aus als fossiler Diesel.

Der Technikpräsident des Automobilclubs ADAC, Karsten Schulze, teilte mit: „Die klimaschonende Weiterentwicklung von Kraftstoffen für Bestandsfahrzeuge ist ein wichtiger Schritt, um die Klimaschutzziele zu erreichen.“ Jetzt seien die Hersteller gefordert, neue Fahrzeuge für die Verwendung von Speiseöl-Diesel auszulegen und die Verträglichkeit bei älteren Modellen zu prüfen.

Baumann vom VDB sagte: „2030 und in den Jahren danach werden noch über 30 Millionen Autos mit einem Verbrennungsmotor auf deutschen Straßen fahren. Deren Treibhausgasausstoß kann nur durch CO2-arme Kraftstoffe verringert werden.“

Ministerium weist auf begrenzte Menge hin

Die FDP-Politikerin Judith Skudelny freute sich über den Beschluss. „Es ist ganz klar: Wir wollen diese 100 Prozent nachhaltigen Kraftstoffe haben“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. „Es hat durchaus das Potenzial, den Verkehr auch in der Bestandsflotte klimaneutral zu machen.“

Inwiefern Autofahrer flächendeckend Kraftstoff aus Frittenfett tanken können, ist umstritten. Das Ministerium mahnte, dass es nur eine begrenzte Menge gebe. Altspeiseöle – beispielsweise aus der Gastronomie – würden bereits heute als Beimischung vollständig im Verkehr eingesetzt, sagte ein Sprecher. Diese Menge könne nicht gesteigert werden.

Skudelny verwies hingegen auf den Weltmarkt. „Schön ist natürlich, wenn wir unsere eigenen Fette dafür benutzen, aber da gibt es international große Raffinerien.“

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