Urbane Mobilität Projektstart: Hamburg plant ab 2030 mit tausenden autonomen Shuttles

Von Christian Otto 2 min Lesedauer

Rund 10.000 selbstfahrende Shuttles sollen den Hamburger Nahverkehr ergänzen. Das dazugehörige Projekt startete nun offiziell mit sechs Partnern, zu denen unter anderem Moia, VW Nutzfahrzeuge und Holon zählen.

Bundesminister für Digitales und Verkehr Volker Wissing bei der ersten autonomen Testfahrt mit dem ID Buzz AD. Von links: Volker Wissing, Sascha Meyer (Moia), Anjes Tjarks (Hamburgs Senator für Verkehr und Mobilitätswende), Christian Senger (VWN).(Bild:  Moia)
Bundesminister für Digitales und Verkehr Volker Wissing bei der ersten autonomen Testfahrt mit dem ID Buzz AD. Von links: Volker Wissing, Sascha Meyer (Moia), Anjes Tjarks (Hamburgs Senator für Verkehr und Mobilitätswende), Christian Senger (VWN).
(Bild: Moia)

Wie sieht der Verkehrsmix in Hamburg im Jahr 2030 aus? Laut einer Vereinbarung des Bundesverkehrsministeriums mit der Freien und Hansestadt Hamburg sollen dabei auch 10.000 autonome Shuttles eine wichtige Rolle spielen. Das Stichwort lautet On-Demand-Verkehrsangebot. Die dabei autonome operierenden Shuttle würden den klassischen ÖPNV aus Bus und Bahn ergänzen und nach dem Willen der Projektpartner eine Alternative zum Pkw darstellen.

Ein eigens dafür initiiertes Projekt namens ALIKE soll dient der Erprobung des ein Shuttleverkehrs. Gebucht wird dabei einfach per App gebucht. Die Fahrgäste sollen dann direkt abgeholt und ans Ziel gebracht werden. Eine Erweiterung auf ländliche Gebiete ist nach Angaben der Verantwortlichen ebenfalls geplant. Das Modellprojekt soll zudem erforschen, wie autonome Fahrangebote in der Praxis akzeptiert sind.

Vom Verkehrsministerium kommen 26 Millionen Euro für das Projekt, das von sechs Partnern umgesetzt wird: Die Hochbahn Hamburg ist Konsortialführer. Daneben sind der On-Demand-Dienst MOIA, die Fahrzeughersteller Holon und Volkswagen Nutzfahrzeuge sowie das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) als Forschungspartner und die Hamburger Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) mit an Bord.

Bis zu 20 autonome Shuttle

Das Konsortium will ein Gesamtsystem zur Buchung und Nutzung von bis zu 20 autonom fahrenden Fahrzeugen im öffentlichen Verkehr in Hamburg aufbauen. Die Fahrzeuge kommen von unterschiedlichen Herstellern und werden in einen On-Demand-Dienst integriert. So können sie im Realbetrieb erprobt und über Apps für Nutzerinnen und Nutzer digital buchbar werden.

Die Betriebs- und Ridepooling-Software wird von Moia bereitgestellt. Das Unternehmen betreibt schon seit 2019 Europas größten vollelektrischen Ridepooling-Service in Hamburg. Die Hochbahn als Nahverkehrsunternehmen sammelte wiederum schon mit dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt HEAT (Hamburg Electric Autonomous Transportation) Erfahrungen im Betrieb eines autonomen Linien-Shuttles.

Wissenschaftlich begleitet das Institut für Verkehrswesen (IfV) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) das Projekt. Die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) stellt die politische Anbindung sicher und nimmt eine wesentliche Rolle im Genehmigungsverfahren ein. Im Rahmen des ALIKE-Projektes soll das SAE Automatisierungslevel 4 (hochautomatisiertes Fahren) erreicht und umgesetzt werden.

Betriebsphase ab 2025

Der sechste Partner ist die DRM Datenraum Mobilität GmbH. Sie soll einen geeigneten Anwendungsfall für einen europäischen Datenraum für den Bereich Mobilität (Mobility Data Space) definieren. Dadurch möchte das Konsortium perspektivisch das Teilen von Daten stärken.

Die Förderung durch das Bundesverkehrsministerium bringt nicht nur eine finanzielle Unterstützung, sondern auch den offiziellen Startschuss des Projektes. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und in drei Hauptphasen gegliedert: In der Vorbereitungsphase erfolgt die Projektfeinplanung sowie Softwareentwicklung. In der Integrationsphase werden die Fahrzeuge mit der Betriebssoftware verknüpft. Zudem werden die Genehmigungen für Fahrzeuge und dem Betriebsbereich zum Beispiel gemäß der neuen Gesetzgebung zum autonomen Fahren eingeholt. Mit der Betriebsphase startet der autonome Ridepooling-Service ab 2025. Dann werden auch die ersten Fahrgäste mit den Shuttles mitfahren können.

(ID:49761982)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung