Automatisiertes Fahren Projekt RABus: Autonome ÖPNV-Shuttles stoßen auf breite Akzeptanz

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

Nach mehr als vier Jahren ist das Forschungsprojekt „Reallabor für den automatisierten Busbetrieb im ÖPNV in der Stadt und auf dem Land“, kurz RABus, zu Ende gegangen. Ergebnis: Autonome ÖPNV-Shuttles funktionieren nicht nur im normalen Straßenverkehr, sondern erfahren auch eine breite Akzeptanz.

Am 30. Juni 2025 wurde das Projekt RABus – Reallabor für den automatisierten Busbetrieb im ÖPNV in Stadt und Land nach über viereinhalb Jahren beendet.(Bild:  FKFS)
Am 30. Juni 2025 wurde das Projekt RABus – Reallabor für den automatisierten Busbetrieb im ÖPNV in Stadt und Land nach über viereinhalb Jahren beendet.
(Bild: FKFS)

Das Projekt RABus war für das Land Baden-Württemberg ein wichtiger Baustein, um seine Strategie zur automatisierten und vernetzten Mobilität umzusetzen. Das wollte man durch Reallabore erreichen, die zeigen, wie automatisierter Nahverkehr in Stadt und Land funktionieren kann. Ziel des Projekts war es, den öffentlichen Nahverkehr flexibler, barrierefreier und zugänglicher zu machen – mit dem Fokus auf Randgebiete und ländliche Regionen. Beteiligt waren das Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS), Stadtverkehr Friedrichshafen (SVF), Regionalverkehr Alb-Bodensee (RAB), Rhein-Neckar-Verkehr (rnv), das Institut für Verkehrswesen (IfV) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen.

RABus hatte im Herbst 2023, nach der Novellierung des Straßenverkehrsgesetzes, eine der bundesweit ersten Erprobungsgenehmigungen des Kraftfahrtbundesamtes zur Datenaufzeichnung und Hardware-Erprobung erhalten. Seit Oktober 2024 lief der Praxistest des Projekts RABus. Im Rahmen dessen beförderten dabei in Mannheim und Friedrichshafen je zwei schwarz-gelbe, autonome Shuttles im Testbetrieb regelmäßig Probanden. Insgesamt fanden 430 Testfahrten statt, in denen 1.600 Teilnehmer transportiert und 2.100 Kilometer auf öffentlichen Straßen zurückgelegt wurden. Das Fazit der Testphase fiel positiv aus: 99 Prozent der Fahrten ließen sich nach Fahrplan umsetzen – selbst bei Regen, Nebel oder zähflüssigem Verkehr. Die Fahrzeuge bremsten den Verkehrsstrom nicht aus, sondern reihten sich flüssig ein.

Öffentliches Vertrauen aufbauen

Im Rahmen einer landesweiten Potenzialanalyse konnten zudem in nahezu jeder Gemeinde Baden-Württembergs konkrete Anwendungsfälle zur Ergänzung des ÖPNV identifiziert werden. Gleichzeitig wurde ein zentraler Punkt erreicht – das Vertrauen der Öffentlichkeit zu gewinnen: 93 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich während der Fahrt sicher gefühlt haben. Durch die Testfahrten konnten die Teilnehmer ihre Bedenken abbauen und Vertrauen aufbauen. Ein deutliches Zeichen, dass die Akzeptanz für autonome Shuttles wächst. Während 40 Prozent der Befragten vor der Fahrt angaben, Vorbehalte gegenüber dem automatisierten Fahren zu haben, hatte sich diese Gruppe nach der Fahrt halbiert. Einen wichtigen Beitrag dazu soll nach Aussagen der Projektbeteiligten die Fahrbegleitung beigetragen haben. Auch Komfortaspekte – etwa das großzügige Platzangebot im Fahrzeug – wurden von den Teilnehmenden sehr positiv hervorgehoben.

Während der öffentliche Fahrbetrieb in Mannheim Ende 2024 endete, liefen die Testfahrten in Friedrichshafen noch bis zum 30. Juni 2025 weiter. Auch nach Projektende werden dort die Fahrzeuge weiterhin – ohne Fahrgäste – zu Testzwecken zum Einsatz kommen. So will man das gewonnene Know-how nutzen, um automatisiertes Fahren weiterzuentwickeln und perspektivisch in den Regelbetrieb zu überführen.  (se)

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