Porsche Connect – Wie sich mit den vernetzten Sportlern Zeit sparen lässt

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Neue Websites oder neue Inhalte auf bestehenden Websites können durch ein Erweiterungsinterface eingebunden werden. Die Operationen der zusätzlichen Schnittstelle werden für jede Automatisierung implementiert und anschließend durch den Server dynamisch aufgerufen. Das Aufrufkonzept und die Verwendung zentraler Datenbanken erlauben die einfache Anbindung von neuen zu automatisierenden Websites. Außerdem bietet dieses System eine über die Anzahl der Prüfstände skalierbare Möglichkeit, die Automatisierung von Websites parallel vorzunehmen.

Server ermöglicht paralleles und zeitsparendes Testen

Die rasant wachsende Funktionalität im Bereich der Fahrzeugvernetzung und der dadurch zunehmende Testbedarf erfordern immer mehr Prüfstände. Durch die Einbindung des Servers bietet dieses Konzept die Möglichkeit der Parallelisierung von Website-Automatisierungen und somit einen produktiven Testbetrieb. Der Einsatz zentraler Datenbanken, die eine Reaktion auf Veränderungen ohne erneute Kompilierung der Automatisierungen ermöglichen, gewährleistet die gewünschte Anpassungsfähigkeit.

Der Einsatz bewährter Technologien sichert dabei die dauerhafte Stabilität des Dienstes. Diese Anforderung ist speziell im Umfeld des automatisierten Testens sehr relevant, da der Betrieb häufig über mehrere Stunden ohne Beeinträchtigungen aufrechterhalten werden muss. Die umfangreiche Protokollierung stellt darüber hinaus eine Vielzahl an Informationen zum Ablauf jeder Automatisierung bereit.

Diese können für die Analyse der Ergebnisse genutzt werden und bieten die notwendige Detailtiefe, um die Aktionen des durchgeführten Prozesses nachzuvollziehen. Unter anderem unterstützen Bildschirmfotos die Fehleranalyse, die bei Eintreten eines Fehlverhaltens der Inhalte einer Website erfasst werden.

Neben dieser Lösung zur Website-Automatisierung nutzen die Porsche-Ingenieure zudem ein vergleichbares Konzept zur Ansteuerung von mobilen Endgeräten. Dieses setzt auf einem Webserver auf, der über ein REST API (Representational State Transfer Application Programming Interface) kommuniziert und die WebDriver-Schnittstelle implementiert hat. Die Implementierung der WebDriver-Schnittstelle basiert dabei auf derjenigen von Selenium, welches ebenfalls für die Website-Automatisierung genutzt wird.

Für die Anwendung auf Smartphones wurde die Selenium-Implementierung entsprechend erweitert. Der Webserver empfängt Befehle von einem Client, die definierte Benutzerinteraktionen enthalten. Dabei werden die Befehle je nach Plattform des Smartphones von UIAutomator (Google) oder UIAutomation (Apple) ausgeführt. Die Ergebnisse werden im Anschluss als HTTP-Antworten zurück an den Client gesendet.

Diese produktiven Verfahren schaffen die Grundlage dafür, neu entwickelte Dienste – wie beispielsweise eine vernetzte Ladesteuerung – möglichst kundennah, regressiv und automatisiert abzutesten und auf diese Weise wertvolle Entwicklungszeit einzusparen.

Entwicklung geht über Produktionsstart hinaus

Auch die Entwicklungsprozesse werden sich den neuen Anforderungen stetig weiter anpassen müssen. Dies bedeutet unter anderem eine stärkere Vernetzung verschiedener Ressorts wie Entwicklung, IT und Vertrieb insbesondere in Bezug auf den Abgleich der jeweiligen Entwicklungs- und Absicherungsaktivitäten. Denn wie bereits gesagt: Die Entwicklung dieser vernetzten Systeme endet heute nicht mehr mit dem Produktionsstart des Fahrzeugs, sondern ist einer kontinuierlichen Weiterentwicklung unterworfen.

* Der Beitrag erschien im Orginal im Porsche Engineering Magazin 1/2017.

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