Fahrbericht

Nio ET5: Schnellwechsler für die gehobene Mittelklasse

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Unsere Batterie hat noch über 400 Kilometer Reichweite als wir in Hilden ankommen. Inzwischen zeigte der Bildschirm, dass dort niemand mehr wartet, also fahren wir in das eingezeichnete Viereck quer zur Wechselstation. Mit einem Knopfdruck setzt der Wagen selbstständig zurück in die Station. Dann vergehen ab Druck auf den Start-Button 4:50 Minuten, bis wir mit einer zu 90 Prozent geladenen Batterie die Station wieder verlassen können. Das ist zu kurz, um in der Backstation des Seed & Greet ein belegtes Brötchen oder eine Pizza zu essen.

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Der Batteriewechsel bietet sich auf Langstreckenfahrten an, wenn es möglichst schnell weiter gehen soll. Außerdem besteht für Nutzer der kleinen Batterie die Möglichkeit, für die Urlaubsreise auf eine 100 kWh Batterie zu wechseln.

Für Gepäck bietet der Kofferraum ein Volumen von 386 Litern. Die Rücksitzbank lässt sich umlegen. Die Heckklappe gibt nach der Öffnung nur einen kleinen Ausschnitt zum Beladen des Kofferraums frei. Wer hohe Kartons oder Koffer einlädt muss zirkeln. Oder man setzt auf einen Anhänger. Die elektrisch ausfahrbare Anhängerkupplung (1.200 Euro) trägt bis zu 75 Kilogramm oder zieht bis zu 1.400 Kilogramm.

Unter der Fronthaube gibt es erstaunlicherweise keinen Stauraum. Dabei ist die Fronthaube recht lang und neben E-Motor und Klimatisierung (HVAC) muss hier kein Projektor für ein Head-up-Display untergebracht werden. Die optische Information in der Frontscheibe bietet Nio beim ET5 nicht an. Im Inneren der Limousine gibt es Stauraum in den Türen sowie der Mittelkonsole. Über einen praktischen Scherenmechanismus öffnen Fahrer und Beifahrer die Abdeckung des Staufachs in die für sie vorteilhafte Richtung. Auf ein Handschuhfach verzichtet Nio.

Rechenleistung von 100 Playstations

Der chinesische Hersteller punktet bei Sensoren und Rechenleistung. Der sogenannte Watchtower mit zwei Kameras und Lidarsensor am Dachansatz belegt die digitale Potenz des Fahrzeugs. Insgesamt 33 Sensoren (Kameras, Radar, Lidar, Ultraschall) sind im ET5 verbaut. Vier Nvidia-Chips im Adam-Computer verarbeiten deren Daten. Seine Rechenleistung entspricht der von 100 Sony Playstation 5. Pro Sekunde dekodiert Adam die Daten von zwei Netflix-Spielfilmen in HD-Auflösung.

Beeindruckende Daten, für mich als Fahrer ist es lediglich ein Kopfdruck am Lenkrad und der Assistent übernimmt. Abstand, Tempo und Spur werden vom ET5 gehalten. Das ist noch Level 2, doch die Hardware würde auch Fahrfunktionen des Level 3 ermöglichen.

Die coupéartige Dachline der Limousine sorgt für gute Aerodynamik. Auf den ersten Blick überrascht der cW-Wert von 0,24. Die größere Limousine ET7 liegt bei 0,21. Dabei verfügt der ET5 über Air Curtains in der Front, die Luft vorbei an den Rädern leiten. Die Fronthaube startet tiefer und steigt langsamer zur Frontscheibe an als bei der großen Version. Doch Länge gewinnt. Insbesondere die Turbulenzen am Heck lassen sich bei längeren Fahrzeugen einfacher beruhigen, begründen Nio-Designer den Unterschied beim Luftwiderstandsbeiwert. Da kann auch der „Entenschwanz" genannte Heckspoiler beim ET5 nichts ändern.

Nio geht mit der E-Limousine im Mai auf Deutschland-Tour. Dann kann man sich selbst einen Eindruck verschaffen. Für Erstkunden gibt Nio die Anhängerkupplung sowie Nio Mate (Kugel) im Wert von 1.800 Euro gratis dazu. Eine genaue Stückzahl mag Marketingchef Wiegand nicht nennen, doch es sei eine dreistellige Zahl.

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