Strategische Partnerschaft Neuordnung der Renault-Nissan-Allianz, wohl auch, um Honda abzuwehren

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Die Renault Group übernimmt 100 Prozent der Renault Nissan Automotive India Private Ltd., während Nissan sich aus diesem Markt zurückzieht. Weitere Vereinbarungen im Rahmen der Renault-Nissan-Allianz, die seit über 20 Jahren besteht, deuten an, dass damit Hondas Interesse an Nissan abgewehrt werden soll.

Nissan will sich kosteneffizienter aufstellen.(Bild:  Nissan)
Nissan will sich kosteneffizienter aufstellen.
(Bild: Nissan)

Am 31. März 2025 kündigten die Autobauer-Partner Renault und Nissan einige Veränderungen im Rahmen ihrer strategischen Partnerschaft, der Renault-Nissan-Allianz, an. So übernimmt die Renault Group die 51 Prozent von Nissans Anteilen an der Renault Nissan Automotive India Private Ltd. (RNAIPL). Vonseiten Renaults will man damit stärker auf dem indischen Markt auftreten, während am Standort in Chennai weiterhin Nissan-Modelle produziert werden. Der japanische Autobauer bleibt unverändert mit Anteilen von 49 Prozent am Projekt Renault Nissan Technology & Business Center India beteiligt.

Auf diesem Wege verschafft sich Nissan finanzielle Freiheiten, auch weil man nicht mehr dazu verpflichtet ist, in Renaults E-Mobilitäts-Unternehmen Ampere zu investieren. Gleichzeitig ist man darüber übereingekommen, dass Ampere ein Derivat des Twingos für Nissan entwickeln und produzieren wird, um Entwicklungs- und Herstellungskosten zu verringern. Das Design kommt dabei von Nissan. Schließlich wurden noch die Anteile der Kreuzbeteiligung von 15 auf 10 Prozent gesenkt.

Flexibilität für Nissan, um Honda abzuwehren?

Im Dezember 2024 hatten sich die Verantwortlichen von Honda und Nissan an einen Tisch gesetzt, um Gespräche zu einer möglichen Fusion zu führen. Diese wurden im Februar 2025 als gescheitert erklärt. Gerüchten zufolge soll das daran gelegen haben, dass sich die Geschäftsführung von Honda wohl in einer deutlich größeren Rolle in der gemeinsamen Dachgesellschaft gesehen hat.

Offenbar scheint sich Nissan im Hinblick auf Honda dennoch weiter in einer defensiven Position zu befinden. Die jüngste Umstrukturierung der Allianz mit Renault, einschließlich der Übernahme von Nissans 51-prozentigen Anteil an der Indien-Joint-Venture RNAIPL und der Reduzierung der gegenseitigen Unternehmensbeteiligungen auf 10 Prozent, zielt darauf ab, Nissan mehr Flexibilität zu verschaffen. Das Unternehmen konzentriere sich auf Effizienzsteigerung und Kostenersparnis, um für zukünftige Investitionen gewappnet zu sein. Nebenbei bemerkt ist bei Nissan auch noch ein neuer Mann am Steuer. Seit dem 1. April 2025 ist Ivan Espinosa Präsident und CEO von Nissan. (sb)

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