Wasserstofftechnologie

Mit Brennstoffzellen-Transportern in den Massenmarkt

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Entsprechend gering ist das Engagement der Industrie: Toyota mit dem Mirai und Hyundai mit dem Nexo sind die einzigen Hersteller, die aktuell ein entsprechendes Fahrzeug im Angebot haben, und bei keinem hat es in den letzten Jahren ernsthafte Entwicklungsschritte gegeben.

Dichtes Netz an Ladesäulen „schwer vorstellbar“

In Deutschland ist die Forschung weitgehend eingestellt: Bei VW und Audi steht die Technik nach Angaben der jeweiligen Pressesprecher nur noch unter Beobachtung. Bei Mercedes gibt es nach der Trennung zwischen Pkw und Truck-Sparte und dem Ende für das Entwicklungsprojekt GLC Fuel Cell laut Pressesprecher Koert Groeneveld niemanden mehr, der an einer Pkw-Anwendung forschen könne.

Einzig BMW hält die Brennstoffzelle weiter am Köcheln und testet tapfer einen entsprechend umgerüsteten X5, der im Lauf des Jahres in Kleinserie gehen soll. Aber „für die Masse wird Wasserstoff keine Lösung sein“, schränkt selbst BMW-Entwicklungsvorstand Frank Weber ein.

Mit Wasserstoff angetriebene Fahrzeuge seien nur ein Nischenmarkt, sagt Weber und denkt dabei einerseits an besonders große Fahrzeuge wie den X5 und andererseits an Märkte wie Japan oder Korea. „Dort gibt es einerseits bereits eine gut ausgebaute Wasserstoff-Infrastruktur und andererseits sind die Städte so dicht bebaut, dass ein dichtes Netz an herkömmlichen Ladesäulen schwer vorstellbar ist.“

Münchner Hoffnungen

Auch in Europa hofft BMW auf Besserung bei der Wasserstoffversorgung und unterstützt deshalb die Forderung nach einem Netz entlang der Hauptverkehrsstraßen, das in allen Mitgliedsstaaten keine Abstände von mehr als 150 Kilometern zwischen den Tankstellen aufweisen soll. „Wir begrüßen diese Initiative und fordern, die Abstände bis 2027 auf 100 Kilometer zu verringern“, so Weber weiter.

Kleine Flotten für kommerzielle Anwendungen und peu à peu mehr Tankstellen: Ob das reichen wird, der Brennstoffzelle doch noch zum Erfolg zu verhelfen? Dudenhöffer hegt daran seine Zweifel: „Zum Puffern von Wind- oder Solarenergie mögen H2-Anlagen und die Brennstoffzellen interessant sein, aber bei Pkw dürfte der Traum endgültig ausgeträumt sein.“

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