Battery-as-a-Service Mehr Reichweite: Nio beginnt mit Rollout seines flexiblen Batterie-Updates

Von Stefanie Eckardt 3 min Lesedauer

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Der chinesische Elektroautobauer Nio hat am 3. Dezember 2024 den Rollout seines flexiblen Batterie-Upgrades in Europa gestartet. Das Unternehmen stellt den Service damit auch in Deutschland, den Niederlanden, Norwegen und Schweden zur Verfügung. Nutzer von Battery-as-a-Service können so beim Batterietausch an einer Power Swap Station des Anbieters bei Bedarf auf Monatsbasis buchbar eine Batterie mit höherer Reichweite anstelle der Standard-Batterie wählen.

Der Kunde ist König - oder zumindest zufrieden: Für alle seine Fahrzeugmodelle bietet Nio ab sofort in Europa ein flexibles Batterie-Update an. Das eignet sich für Stromerfahrer, die entgegen ihres üblichen Nutzungsverhaltens zeitweise eine größe Reichweite benötigen. (Bild:  Nio)
Der Kunde ist König - oder zumindest zufrieden: Für alle seine Fahrzeugmodelle bietet Nio ab sofort in Europa ein flexibles Batterie-Update an. Das eignet sich für Stromerfahrer, die entgegen ihres üblichen Nutzungsverhaltens zeitweise eine größe Reichweite benötigen.
(Bild: Nio)

In den Power Swap Stations von Nio lässt sich eine leere Batterie in rund drei Minuten vollautomatisch gegen eine bereits zu 90 Prozent geladene Batterie tauschen. Der Batterietausch ist eine Alternative zum klassischen Laden an der Wallbox oder der Schnellladesäule.

Das flexible Batterie-Upgrade bietet ab sofort bis zu 30 Prozent mehr Reichweite, wenn der Nutzer sich beim Akkutausch für die Long-Range Batterie (100 kWh Kapazität) entscheidet. So lässt sich die Batteriekapazität des Fahrzeugs nach Bedarf an spezifische Reisepläne wie Urlaub oder Dienstreisen anpassen.

Auf den Nutzer zugeschnitten

Der Service soll eine kostengünstige Alternative für Stromerfahrer sein, die keine Long-Range-Batterie benötigen, weil sie normalerweise nur kurze Strecken unterwegs sind, aber in Ausnahmefällen auf eine höhere Reichweite angewiesen sind. Innerhalb des Battery-as-a-Service-Systems fallen somit für die Standard-Range-Batterie monatlich 169 Euro an, mit dem flexiblen Batterie-Upgrade zahlt der Anwender dann erst bei Nutzung der Long-Range-Batterie monatlich 289 Euro. Das gilt nur für den Zeitraum, in dem er die größere Batterie nutzt. An einer Power Swap Station kann man somit gezielt das zeitlich begrenzte und damit kostengünstigere Upgrade vornehmen – wenn tatsächlich eine höhere Reichweite vonnöten ist. Einmal aktiviert, steht das Upgrade einen Monat lang zu Verfügung und kann auf Wunsch verlängert werden. Es ist für alle Nio-Modelle erhältlich.

Nutzer können den neuen Service je nach Verfügbarkeit maximal einen Tag im Voraus über die App des Herstellers buchen. Am nächsten Tag erhalten sie dann eine geladene Batterie mit großer Reichweite an einer Power Swap Station in ihrem jeweiligen Land.

Jubiläum: 100.000ster Batterietausch in Europa erfolgt

Darüber hinaus hat das chinesische Unternehmen weiteren Grund zur Freude, denn es erfolgte in Europa der 100.000ste Batterietausch. Damit sieht sich Nio bestätigt, eine funktionierende Ladeinfrastruktur aufzubauen, die durch den Batterietausch nicht nur eine Zeitersparnis bringt, sondern auch für eine immer gesunde Batterie sorgt.

Netzstabilität sicherstellen

Neben dem Batterietausch können zukünftig auch Stromhandel und Netzdienstleistungen in Europa ein zusätzlicher Nutzen der Tauschstationen sein. Nio bietet Power Grid Services an, die dank intelligenter Ladeplanung dazu beitragen, das lokale oder regionale Energienetz zu entlasten und zu stabilisieren: Jede Tauschstation lädt die gelagerten Batterien in einem optimalen Tempo und zu Tageszeiten, die für die verfügbare Netzkapazität am günstigsten sind – in der Regel nachts. Die Power Swap Stations reagieren zudem auf plötzliche Versorgungsschwankungen, die mit der zunehmenden Einspeisung erneuerbarer Energien wie Wind- und Sonnenenergie einhergehen. Bei einem Energieüberschuss laden sie die eingelagerte Batterie auf, bei hoher Netzbelastung reduzieren sie automatisch den Strombedarf. Dieses intelligente Management der Energieressourcen erhöht langfristig den Anteil an erneuerbaren Energien, führt zu stabileren Strompreisen und einem widerstandsfähigeren, zukunftssicheren Netz.

In Sulzbach hat Nio in diesem Jahr an seiner Tauschstation einen unidirektionalen Netzdienst eingeführt, die wie es der Name schon sagt für den einseitigen Energiefluss ausgelegt ist. Die Station lädt zwar die gelagerten Batterien auf, gibt jedoch keine Energie an das Netz zurück. Damit beschränkt sich ihre Rolle bei der Netzinteraktion und der Frequenzregulierung in erster Linie darauf, die Anpassung der Netzfrequenz nach unten zu unterstützen, indem sie die Ladeleistung erhöht. Der Autobauer testet jedoch in Sulzbach bereits bidirektionale Netzdienste.  (se)

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