158 Aussteller aus 29 Ländern und mehr als 2.400 Besucher – diese Zahlen konnte die Lopec verbuchen, die Ende Februar in München stattfand. Im Mittelpunkt der Messe standen Anwendungen, bei denen gedruckte Elektronik ihre Stärken ausspielen konnte, wie die Mobilität.
Ende Februar 2026 kamen wieder alle wichtigen Branchenvertreter für gedruckte Elektronik auf der Lopec zusammen.
(Bild: Messe München)
Nachhaltige Materialkonzepte, energieeffiziente Fertigungsprozesse und ressourcenschonende Lösungen prägten das Gesamtbild von der Lopec Messe und Konferenz und spielten insbesondere für den Mobilitätsbereich eine wichtige Rolle. Gleichzeitig wird gedruckte Elektronik immer stärker als industrielle Schlüsselkomponente wahrgenommen. „Die konstant gute Ausstellerbeteiligung und die Qualität der Gespräche zeigen: Die Lopec ist die zentrale Plattform der Branche, auf der Innovationen vorangetrieben und Zukunftsthemen konkret gestaltet werden“, ist sich angesichts der positiven Zahlen Katja Stolle, Executive Director des Geschäftsbereichs Neue Technologien der Lopec sicher.
Das die Branche im Aufwind ist, glaubt auch Dr. Klaus Hecker, Geschäftsführer der OE-A: „Die Lopec 2026 hat die starke Dynamik unserer Branche eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Es ist immer wieder beeindruckend, die lebhafte Atmosphäre in der Messehalle zu spüren. Das große Besucherinteresse und die starke Präsenz der Industrie bestätigen den Aufwärtstrend der Branche sowie die wichtige Rolle, die flexible und gedruckte Elektronik für eine intelligentere und nachhaltigere Zukunft spielt. Trotz geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Herausforderungen denkt die Branche eindeutig zukunftsorientiert, was das Umsatzwachstum von sieben Prozent und die verbesserte Prognose für 2027 mit einem erwarteten Wachstum von zehn Prozent zeigen.“ Die Zahlen ergaben sich aus der halbjährlichen OE-A-Geschäftsklimaumfrage, die Daten der Mitglieder entlang der gesamten Wertschöpfungskette erfasst – von F&E Instituten über Materiallieferanten und Hersteller bis hin zu Endanwendern. Sie liefert qualitative Einschätzungen zu Umsatz, Auftragseingang, Investitionen und Beschäftigung.
Gedruckte Elektronik gewinnt vor allem im Mobilitätsbereich immer mehr an Bedeutung. Kein Wunder, denn sie punktet vor allem in der Automobilindustrie mit etlichen Vorteilen, wie Gewichts- und Platzersparnis, hohe Designfreiheit durch flexible Formen oder Kosteneffizienz bei der Produktion. Ob Batterie-Management, neue Display-Konzepte, individuelle Fahrzeugdesigns oder energiesparende Leuchten: Gedruckte Elektronik findet sich in vielen Automotive- und Mobilitätsapplikationen wieder. So zeigte der Kongress vom 24. bis 26. Februar 2026 etliche Beispiele auf. Aumovio, ehemaliger Continental-Geschäftsbereich Automotive, befasste sich mit den Zukunftsaussichten von Display-Technologien für neue Automobilproduktkonzepte. Dr. Markus Weber beleuchtete den Status-quo und die Herausforderungen verschiedener OLED-Technologien sowie andere vielversprechende neue Ansätze wie Micro-LED- und bistabile Displays. Weber zeigte zudem den Stand organischer Materialien in weiteren Bereichen der Automobil-Displays auf.
Heraeus Epurio präsentierte auf der Messe seine Clevios PEDOT:PSS-Materialien für smarte Fensterelektroden. Diese hochleitfähigen, transparenten Polymere ermöglichen flexible Display-und Smart-Window-Anwendungen – unter anderem im Fahrzeug.
Das Thema Software-definierte Fahrzeuge machte auch vor der Lopec nicht halt. So zeigten Felix Hake von Marquardt und Pete Valianators von E Ink auf, wie gedruckte und hybride Elektronik intelligente Oberflächen für SDVs ermöglicht. Gemeinschaftlich stellten beide ein bistabiles, dekoratives Türelement mit dynamischem Display und transparenter Haptik vor. Der Vortrag beleuchtet nachhaltige, stromsparende gedruckte Elektronik, die den Innenraum von Fahrzeugen in ein individuell anpassbares, auf den Menschen ausgerichtetes Erlebnis verwandelt. Auch hatte man eine funktionale Dekoroberfläche im Gepäck. Besonderheit: Die E-Ink-Technologie verleiht den Oberflächenkonzepten von Marquardt eine neue funktionale Dimension. Im Gegensatz zu emittierenden Technologien wie LEDs ist E-Ink eine reflektierende Display-Technologie. Sie benötigt daher nur beim Wechseln des Zustands Strom, nicht um eine Farbe aufrechtzuerhalten. Das macht sie äußerst energieeffizient und ideal für Anwendungen im Automobilinnenraum geeignet.
Die Zusammenarbeit beider Unternehmen spiegelte sich im Konzeptfahrzeug „The Centum“ wider, in dem Marquardt diverse Entwicklungen in einem ganzheitlichen Mobilitätskonzept bündelt. Es verbindet Hightech-Lösungen, Bedienkomfort und Sicherheit mit einem klar nutzerorientierten Interieur-Ansatz. Auf der Lopec war beispielsweise ebenfalls das Crystal Glass Rotary in Kombination mit der Echtstein Mittelkonsole zu sehen. Das individuell anpassbare zentrale Bedienelement bietet ein hervorragendes haptisches Feedback und vielfältige Bedienmöglichkeiten, die eine neue Art der multifunktionalen Steuerung ermöglichen. Der in Zusammenarbeit mit Swarovski Mobility entwickelte Crystal Glass Rotary beeindruckt durch seine facettierte, lichtbrechende Struktur.
Messe und Kongress haben sich auch beim chinesischen Autobauer Changan herumgesprochen – auch, wenn der Vortragende etwas näher beheimatet ist. Von gedruckten Leitern über organische Halbleiter bis hin zu intelligenten Substraten – Bertrand Bach berichtete, woran sein Team bei Changan Automobile im Bereich flexible und gedruckte Elektronik forscht und wie die Ergebnisse dieser Forschungsarbeiten das Automobildesign verändern könnten. Er zeigt,e wie die Fahrzeuge von morgen über ihre Außenhaut wahrnehmen, reagieren und kommunizieren können.
Weitere Anwendungsfelder finden sich in der Elektrifizierung oder beim Wasserstoff wieder. So befasste sich das CEA mit Fortschritten und Anwendungen flexibler Sensoren im Energiesektor. Gedruckte Sensoren, die mit Verfahren wie dem Siebdruck hergestellt werden, bieten dünne, flexible und anpassungsfähige Lösungen, die eine einfache und minimalinvasive Integration in verschiedene Strukturen ermöglichen. Diese Sensoren eignen sich ideal für die Zustandsüberwachung von Strukturen (Structural Health Monitoring, SHM) und können dauerhaft in Energiestrukturen wie Batteriezellen, Wasserstofftanks und Batteriepacks für Elektrofahrzeuge eingebettet werden.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Von Avionik bis zur Schifffahrt
Der Herstellungsprozess von Polymerelektrolytmembran-Brennstoffzellen (PEM) hat einen erheblichen Einfluss auf deren Leistung, Haltbarkeit und Kosten – entscheidende Faktoren für den Einsatz in Schwerlastkraftwagen, Schiffen und der Luftfahrt. Das Fraunhofer ISE konzentrierte sich in seiner Präsentation auf das Herzstück der Brennstoffzelle: die mit Katalysator beschichtete Membran und erörterte die Vor- und Nachteile des Siebdrucks im Vergleich zur Schlitzdüsenbeschichtungstechnologie.
Viel Spannung versprach der Lopec Roundtable, den dieser widmete sich der Frage, wie gedruckte Elektronik im Bereich Aerospace & Defence sinnvoll zum Einsatz kommen kann. In der Luft- und Raumfahrtindustrie sowie in der Verteidigungsindustrie sind Ausfälle keine Option. Missionskritische Hardware für Satelliten, Flugzeuge und Kommunikationssysteme muss rauen Bedingungen, extremen Temperaturen, Strahlung und mechanischer Beanspruchung standhalten können. In einem im wahrsten Sinne des Wortes spannungsgeladenem Umfeld diskutierten Massimiliano Crescioli von Inhoc, Jeroen van den Brand, Holst Center, Daniel Siep, ChemCubed und Christian Daschner von db-matik, wie man entlang der Wertschöpfungskette – also von der Forschung über Design und Fertigung bis hin zur praktischen Anwendung – effizient kooperiert.
Praktischen Einsatz demonstrieren
Grundsätzlich verfolgte man mit dem Programm den Ansatz, nicht nur neuartige Materialien und Fertigungstechnologien im „Reinraum“ zu zeigen, sondern deren Einsatz in verschiedenen Applikationsfeldern wie Automotive oder Avionik. So betonte Wolfgang Mildner, General Chair der Lopec: „Unser Ziel ist klar: Wir wollen eine Brücke zwischen Forschung und Industrie schlagen, Materialwissenschaft mit Systemintegration verbinden und technologisches Potenzial in zuverlässige, skalierbare Produkte umsetzen.“
Die nächste Lopec findet vom 3. bis 4. März 2027 im International Congress Center der Messe München statt, die begleitende Konferenz vom 2. bis 4. März 2027. (se)