Nutzfahrzeuge Lkw-Parken: Vorhandene Infrastruktur mit Telematik besser nutzen

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

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Lkw-Fahrer haben in Deutschland ein riesiges Problem: Es gibt zu wenig Stellplätze. Daher kommt es häufig zu Unfällen mit ruhendem Lkw-Parkverkehr. Abhilfe können Telematiklösungen schaffen.

In Deutschland gibt es zu wenig Parkplätze für Lkw. Oftmals sind die Fahrer gezwungen, Pkw-Parkplätze oder Parkplatzeinfahrten zu nutzen, um ihre Ruhezeiten einzuhalten.(Bild:  ChatGPT | KI-generiert)
In Deutschland gibt es zu wenig Parkplätze für Lkw. Oftmals sind die Fahrer gezwungen, Pkw-Parkplätze oder Parkplatzeinfahrten zu nutzen, um ihre Ruhezeiten einzuhalten.
(Bild: ChatGPT | KI-generiert)

Der Straßengüterverkehr ist der mit Abstand wichtigste Verkehrsträger in Deutschland: Mehr als 70 Prozent der Güter wurden im vergangenen Jahr per Nutzfahrzeug über deutsche Straßen transportiert. Täglich sind bundesweit rund 800.000 schwere Lkw im Einsatz.

Trotz der Wichtigkeit des Straßengüterverkehrs herrscht in Deutschland ein akuter Parkplatzmangel für Lkw. Einschlägigen Verbänden zufolge fehlen rund 40.000 Stellplätze. Das führt zu Lenkzeitüberschreitungen und gefährlichem Falschparken. Die Folge: Es passieren während der Fahrt Unfälle aufgrund von Müdigkeit. Aber auch im ruhenden Lkw-Parkverkehr geschehen jährlich rund 20.000 Unfälle.

Das Bundesministerium für Verkehr investiert bereits pro Jahr 100 Millionen Euro in neue Lkw-Parkplätze. Allerdings ist das ein Tropfen auf den heißen Stein, denn für 100 Millionen Euro können etwa 1000 neue Stellplätze gebaut werden. Bei den fehlenden 40.000 Parkplätzen sind das Jahrzehnte, bis die Parkplatznot beseitigt wäre. „Die Investitionen sind dringend notwendig, aber zu gering und zu langsam wirksam", bewertet Christoph Demuth, Verkehrsexperte bei Kapsch TrafficCom die Situation zusammen. Er bietet eine Lösung an: „Ein schnellerer und effizienterer Weg ist die Nutzung von Verkehrstelematik zur besseren Organisation der vorhandenen Parkplätze. Das könnte die Kapazitäten der Parkflächen um bis zu 50 Prozent erhöhen."

Telematisch gesteuertes Lkw-Parken

Durch technologiegestütztes Kolonnen- oder Kompaktparken von Lkw kann die Anzahl an Lkw-Parkplätzen schnell und kostengünstig erhöht und gefährliche Parksituation an vielen Raststätten und Standstreifen der Autobahnen entschärft werden, ohne dass dabei zusätzliche Flächen versiegelt werden müssten. Darüber hinaus kann man mittels Preisdifferenzierungen bei der Lkw-Maut bestehende Kapazitäten der Straßenverkehrsinfrastruktur gleichmäßiger nutzen.

Es gibt einige Referenzmodelle in Deutschland. Kapsch TrafficCom hat an einem Modellprojekt im Duisburger Hafen (Duisport) mitgewirkt. Dort gibt es seit August 2025 einen neuen, digitalen Lkw-Parkplatz, der speziell zur Vermeidung von Wildparken und zur Entlastung der Infrastruktur eingerichtet wurde. Diese Art des telematisch gesteuerten Lkw-Parkens kann nicht nur auf den bestehenden Parkplätzen entlang des hochrangigen Straßennetzes, sondern auch an Ladepunkten wie Häfen, Terminals und Logistikzentren die Parksituation für Lastkraftwägen weitgehend entschärfen. „Wir können es uns nicht leisten, Jahrzehnte auf neue Parkflächen zu warten. Intelligente Telematiklösungen ermöglichen es, vorhandene Infrastruktur sofort besser zu nutzen – sicher, kosteneffizient und ohne zusätzliche Bodenversiegelung“, so Christoph Demuth. (se)

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