Lichtdesign: Schau mir in die Augen, Kleiner

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Mit dem Aicon haben Muntada und sein Team eine neue Lichtsprache entwickeln. „Der Audi Aicon ist ein puristisches Konzeptfahrzeug, deshalb ist auch das Lichtkonzept reduziert und in sich schlüssig“, sagt Lichtdesigner Hahn. Immer mit dem Ziel, das Vertrauen und den Dialog zwischen dem Auto und anderen Verkehrsteilnehmern zu stärken.

„Die LED-Technik erlaubt es, Grafiken, Animationen und Informationen in allen Farben darzustellen. So kann der Aicon Blickkontakt mit einem Fußgänger aufnehmen und ihm zeigen, dass er ihn erkannt hat und ihn über die Straße gehen lässt“, sagt Hahn. Auch symbolisiert er den anderen Verkehrsteilnehmern, was er als nächstes tun wird.

Beim Beschleunigen laufen Lichtwellen nach oben, beim Bremsen nach unten und dem Spurwechsel geht ein Farbwechsel voraus. „Wir haben uns bei den Lichtbewegungen an der Symbolik des von Audi entwickelten dynamischen Blinkers orientiert“, erklärt Hahn. „Es ist wichtig, dass die Symbolik selbsterklärend und international verständlich ist.“

In Zukunft wird das Zusammenspiel aus Digitalisierung und Vernetzung auch beim Licht verstärkt eine Rolle spielen. Dabei bekommt das Licht eine soziale Komponente, indem es noch stärker kommunikativ eingebunden wird. „Der Aicon besitzt hochauflösende Ausleucht-Module, die die Umwelt so ausleuchten können, wie es die Situation erfordert – das kann durchaus auch eine entsprechend angepasste Straßenausleuchtung sein“, erklärt Hahn. Das Digital Matrix Light ermöglicht es, anderen Verkehrsteilnehmern wie etwa einem Motorradfahrer Gefahrenhinweise auf die Straße zu projizieren – wie es erstmals beim Audi e-tron Sportback concept möglich war.

Ist das jetzt das perfekte Licht?

„Der Aicon bewegt sich in einer ganz neuen Welt. Es liegt jetzt an uns, diese Welt sinnvoll zu definieren“, sagt Muntada. Dabei ist besonders wichtig: „Jedes Fahrzeug hat seinen eigenen Charakter, aber die Audi-Familie muss immer erkennbar sein – wie auf einem Familienfoto.“ Im Statischen entspricht das Lichtdesign des Konzeptfahrzeugs also der Formsprache von Audi: Langgezogene Lichtkörper und ein klares, sinnliches Design.

Und in der Bewegung? „Als erster Audi überhaupt drückt der Aicon den Charakter des Insassen aus – und zwar über seine Lichtbewegungen“, erklärt Muntada. Die personalisierte Begrüßungssignatur ist da nur eins von vielen Features. Beim Verlassen des Fahrzeugs im Dunkeln aktiviert sich zudem ein „Lichtbegleiter“ in Form einer Mini-Drohne mit Scheinwerfer, der den Fußweg des Nutzers sicher ausleuchtet.

Doch wie nah kommt die Design-Vision dem perfekten Licht? „Der Aicon hat das perfekte Licht für den Insassen“, sagt Muntada. „Für den Fahrer haben wir das perfekte Licht mit dem neuen Audi A8 bereits auf der Straße.“

* Der Text erschien im Original im Audi-Blog

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