Autonomes Fahren Level-4-fähige Architektur: Neue S-Klasse integriert Nvidia Drive AV

Von Stefanie Eckardt 3 min Lesedauer

Anlässlich des 140. Jahrestages der Erfindung des Autos im Jahr 1886 hat Mercedes-Benz seine neue S-Klasse vorgestellt. Das Fahrzeug verfügt über das MB.OS, das mit der Nvidia Drive Hyperion-Architektur und der Full-Stack-Software Nvidia Drive AV L4 ausgestattet ist. Mit dem neuen Flaggschiff arbeitet man nun zusammen mit Uber und dem Chiphersteller daran, die für 2027 angekündigten Robotaxis auf die Straße zu bringen.

Die neue Mercedes-Benz S-Klasse setzt auf Nvidia Drive AV.(Bild:  Mercedes-Benz AG)
Die neue Mercedes-Benz S-Klasse setzt auf Nvidia Drive AV.
(Bild: Mercedes-Benz AG)

Seine kürzlich vorgestellte neue S-Klasse hat Mercedes-Benz in eine nach eigenen Aussagen „neue Ära der digitalen Intelligenz geführt“. Das Fahrzeug verfügt über zehn externe Kameras, fünf Radarsensoren und zwölf Ultraschallsensoren. Diese Sensoren arbeiten eng zusammen mit einem Hochleistungssteuergerät, das mit MB.OS läuft. Algorithmen der künstlichen Intelligenz verarbeiten die Sensordaten in Echtzeit, um die aktuelle Verkehrssituation zu erfassen.

Mit der neuen S-Klasse wurde nun die Grundlage geschaffen, die zusammen mit Uber im Oktober 2025 angekündigten Robotaxi-Dienste in die Realität umzusetzen. Das Fahrzeug mit MB.OS, das mit der Nvidia Drive Hyperion-Architektur und der Full-Stack-Software Nvidia Drive AV L4 ausgestattet sein wird, ist für den zukünftigen Robotaxi-Betrieb ausgelegt. Das Halos-System des amerikanischen Chipherstellers und parallellaufende End-to-End-KI- und klassischen Fahrstacks sollen einen zuverlässigen Betrieb gewährleisten. „Gemeinsam werden Mercedes-Benz, Nvidia und Uber eine globale Plattform aufbauen, die autonomes Fahren für jedermann verfügbar macht“, ist sich Nvidia-CEO Jensen Huang sicher. Das verdeutliche aus seiner Sicht, wie traditionelle Automobilhersteller und KI-Unternehmen zusammenarbeiten können, um „Fahrzeuge zu entwickeln, die sicherer, intelligenter und zunehmend autonom sind“.

Auf unerwartete Situationen reagieren können

Herkömmliche Ansätze für automatisiertes und autonomes Fahren basieren oft auf vordefinierten Regeln oder erlernten Reaktionen auf vertraute Situationen. Das reale Fahrgeschehen ist jedoch voller seltener und komplexer Sonderfälle. Das fängt bei unvorhersehbarem Verhalten von Fußgängern oder Radfahrern auf der Fahrbahn an, reicht über nicht zu erwartenden Straßenverhältnissen und endet bei aggressiven Überholmanövern anderer Fahrzeuge. Mit Nvidia Drive AV verfügt die neue S-Klasse über ein Full-Stack-System für automatisiertes Fahren, das für diese Fahrsituationen ausgelegt ist und gleichzeitig auf einer sicherheitsorientierten Architektur basiert.

Nvidia Drive AV wird in großem Maßstab auf DGX-Systemen des Unternehmens trainiert und mithilfe von High-Fidelity-Simulationen mit Omniverse NuRec-Bibliotheken und Cosmos-Weltmodellen validiert. Das System soll nach Aussagen des US-amerikanischen Chipherstellers nicht nur grundsätzlich zuverlässig in Serienfahrzeugen laufen, sondern ist auch auf die Fahrzeugplattformen und Sensorkonfigurationen von Mercedes-Benz zugeschnitten. Mit ihm lassen sich komplexe Umgebungen analysieren – anstatt nur auf bekannte Muster zu reagieren –, mehrere Optionen bewerten und in Echtzeit das sicherste Ergebnis auswählen.

Sicherheit muss über allem stehen

Für das Autonomie-Level 4 hängt Sicherheit von mehr als nur einfacher Redundanz ab. Fahrzeuge müssen auch bei Hardware-Fehlern, Sensorbeschädigungen und unerwartetem Software-Verhalten betriebsbereit bleiben. Die neue S-Klasse basiert auf Nvidia Drive Hyperion, einer Referenzarchitektur, die Sensordiversität und Hardware-Redundanz in einer einheitlichen Plattform integriert, um als Robotaxi zu dienen. Sie bringt folgendes Vorteile mit:

  • Redundante Rechenleistung, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, wenn ein Verarbeitungselement ausfällt.
  • Multimodale Sensordiversität – über Kameras, Radar und Lidar hinweg – zur Unterstützung einer robusten Wahrnehmung.
  • Software-Stack-Vielfalt, die KI-gesteuerte Entscheidungsfindung mit einem parallelen klassischen Sicherheits-Stack kombiniert, um den Betrieb des Fahrzeugs innerhalb sicherer Grenzen zu halten.

KI-Ökosystem im Fokus

Das KI-Ökosystem des Chipherstellers einschließlich der Alpamayo-Familie offener Modelle, Simulationswerkzeuge und Datensätze für autonome Fahrzeuge – ermöglicht es Entwicklern und Partnern, die Forschung im Bereich des autonomen Fahrens voranzutreiben und ihre eigene Fahrsoftware zu entwickeln. In Nvidia Drive AV werden diese KI-Funktionen weiter verfeinert, optimiert und für die Produktion entwickelt. Das gewährleistet einen zuverlässigen Betrieb auf Hardware in Automobilqualität, wobei Halos strenge Sicherheitsstandards für die KI-Pipeline anwendet und eine nahtlose Integration mit den spezifischen Sensor- und Fahrzeugarchitekturen von Mercedes-Benz gewährleistet.

Auf dieser Grundlage arbeiten Mercedes-Benz und Nvidia gemeinsam an einer L4-fähigen Version der neuen S-Klasse, um KI und sicherheitsorientierte Autonomie auf die Straße zu bringen. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht Alpamayo, das es Fahrzeugen ermöglicht, sanft und natürlich wie ein menschlicher Fahrer zu fahren und dabei Schritt für Schritt komplexe Situationen zu durchdenken, um die sicherste mögliche Aktion zu wählen.  (se)

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