Open Source JOET und Linux Foundation entwickeln Referenz-Betriebsystem für Ladeinfrastruktur

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

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Die US-amerikanische Regierungsbehörde Joint Office of Energy and Transportation arbeitet zusammen mit der Linux Foundation Energy an einem Referenz-Betriebsystem für die Ladeinfrastruktur. Zugrunde liegt dafür die vom Baden-Württembergischen Unternehmen Pionix initiierte Open-Source-Software EVerest.

Für eine zuverlässige Ladeinfrastruktur wollen die US-Behörde Joint Office of Energy and Transportation und die Linux Foundation Energy ein Referenz-Betriebsystem für die Ladeinfrastruktur entwickeln.(Bild:  A. Krebs | Pixabay)
Für eine zuverlässige Ladeinfrastruktur wollen die US-Behörde Joint Office of Energy and Transportation und die Linux Foundation Energy ein Referenz-Betriebsystem für die Ladeinfrastruktur entwickeln.
(Bild: A. Krebs | Pixabay)

Um die Kommunikation zwischen den am Ladevorgang beteiligten Systemen, also Ladestation, Fahrzeug, Energieträger, Batterie, Stromnetze, Backend-Systeme wie Zahlungssysteme, zu verbessern, wird Dadurch sollen Inkompatibilitäten, verursacht durch proprietäre, geschlossene Systeme minimiert und so die Zuverlässigkeit des Ladevorgangs für E-Auto-Fahrer erhöht werden.

Ladevorgänge müssen zuverlässig sein

Ein zuverlässiger Ladevorgang spielt eine wichtige Rolle, wenn sich Elektromobilität durchsetzen soll. Die mangelnde Standardisierung bei der Ladeinfrastruktur mündet nicht nur in Zuverlässigkeits- und Interoperabilitätsproblemen. Sie führt auch zu einer fehlerhaften Kommunikation zwischen Elektrofahrzeugen und Ladestationen, die im Alltag häufig Abbrüche des Lade- oder Bezahlvorgangs verursacht. Daher kombinieren das Joint Office of Energy and Transportation (JOET) und die Linux Foundation Energy (LFE) bei ihrem gemeinsamen Projekt die Stärken des kollaborativen Entwicklungsmodell von Open-Source-Projekten und einer unabhängigen Behörde. Um die weitere Verbreitung der Elektromobilität und Dekarbonisierung des Verkehrs in den Vereinigten Staaten zu forcieren, planen JOET und LFE:

  • die Entwicklung und die Nutzung von EVerest zu beschleunigen
  • die Anpassbarkeit für verschiedene Einsatzzwecke zu erhöhen
  • die langfristige Wartbarkeit der Lösung zu gewährleisten
  • den Aufbau eines kommerziellen Ökosystems und somit die Vermeidung eines Vendor-Lock-in

Im Zuge der Zusammenarbeit plant JOET, dedizierte Ressourcen und Software-Entwickler für die Verbesserung des EVerest-Projekts bereitzustellen und neben der Software-Programmierung weitere Aufgaben wie Koordination und Community-Management zu übernehmen. Die leitende Software-Architektin bei JOET, Dr. Shankari, wurde zudem in den technischen Lenkungsausschuss von EVerest gewählt, um die weitere technologische Entwicklung des Projekts mitzugestalten.

Der erste wichtige Meilenstein der Zusammenarbeit ist absehbar: Weil die US-amerikanischen National-Electric-Vehicle-Infrastructure-Standards (NEVI) vorsehen, dass Ladestationen bis Ende Februar 2024 das Open Charge Point Protocol (OCPP) in Version 2.0.1 unterstützen müssen, benötigen Hersteller eine standardisierte Referenzimplementierung, die wie das EVerest-Projekt mit OCPP 2.0.1 kompatibel ist.

Unterstützung gängiger Standards

Das EVerest-Projekt ist eine quelloffene, unter der Apache-2.0-Lizenz veröffentlichte modulare Soft- und Firmware für Ladestationen, die die gängigsten Standards für das Laden von Stromern unterstützt. Die einzelnen Module können je nach Anwendungsfall konfiguriert werden. Das EVerest-Projekt wurde von Pionix initiiert und Anfang 2022 der LFE übertragen. Heute ist das Projekt eines der aktivsten innerhalb der Stiftung und – wird neben Pionix – von einer weltweiten Gemeinschaft aus Entwicklern und Partnern aus Industrie und Forschung weiterentwickelt.  (se)

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