Bahntechnik Intelligentes Fahrerassistenzsystem reduziert Energieverbrauch für Bahnbetreiber

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

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Knorr-Bremse hat mit Leader Flow ein neues Fahrerassistenzsystem für den Schienenverkehr entwickelt, das Triebfahrzeugführer mit intelligenten Fahrempfehlungen im täglichen Betrieb unterstützt. Mit dem System lässt sich nicht nur die ideale Geschwindigkeit erzielen, sondern auch vorausschauend Beschleunigen und Bremsen. Das System wird vorerst für Güterzüge angeboten und soll zukünftig auch in Personenzügen zum Einsatz kommen.

Das Fahrerassistenzsystem Leader Flow erzielt bei Güterzugfahrten eine Energieersparnis im zweistelligen Prozentbereich – hier im Testbetrieb mit dem dynamischen Fahrplan von cn-mobility.(Bild:  Knorr-Bremse)
Das Fahrerassistenzsystem Leader Flow erzielt bei Güterzugfahrten eine Energieersparnis im zweistelligen Prozentbereich – hier im Testbetrieb mit dem dynamischen Fahrplan von cn-mobility.
(Bild: Knorr-Bremse)

Leader Flow baut auf dem Fahrerassistenzsystem Leader auf, das seit 2018 in rund 650 Lokomotiven zum Einsatz kommt. Das neue System nutzt verschiedene Datenquellen, um die Streckenführung in Echtzeit zu optimieren. In die digitale Streckenvoraussicht fließen unter anderem Zugmodelle, Live-Verkehrsdaten, der elektronische Fahrplan sowie Geodaten und GNSS-Daten ein. Leader Flow kann mit seiner intuitiven Benutzeroberfläche als Stand-alone-Lösung via App auf einem Tablet betrieben oder in bestehende Systeme im Cockpit integriert werden.

Algorithmus sorgt für Energieeinsparungen

Knorr-Bremse testete das System sechs Monate lang in den Lokomotiven eines großen europäischen Güterbetreibers im deutschen Schienennetz. Mit positiven Ergebnissen: 89 Prozent der Triebfahrzeugführer konnten mit installierter App ihren Zug energiesparender steuern als die Vergleichsgruppe ohne Fahrerassistenzsystem. Durchschnittlich beliefen sich die erzielten Energieeinsparungen bei umgesetzten Fahrempfehlungen auf 10,2 Prozent – in der Spitze sogar zwischen 20 und 30 Prozent.

Das System ermöglicht diesen Effizienzsprung durch einen durchdachten Algorithmus, der den Triebfahrzeugführern gezielte Eingriffe in den Fahrstil empfiehlt. So hilft das System, unnötige Bremsvorgänge, Stillstände und Beschleunigungsphasen zu vermeiden und dafür intelligentes Rollen und Pufferzeiten effizienter zu nutzen. Der Betriebsmodus Traffic Flow Mode sorgt für die bestmögliche Flexibilität bei der Fahrplanung – je nachdem, ob Energieverbrauch, Fahrzeit oder Pünktlichkeit im Vordergrund steht. Vorteil: Die Kosten oder Lizenzgebühren des Assistenzsystems amortisieren sich für Betreiber ab dem ersten Einsatz. Denn die Abrechnung erfolgt ohne Initialkosten rein leistungsbasiert entlang der vom Betreiber faktisch eingesparten Energie.

Marktstart im Güterverkehr

Den Marktstart seines Fahrerassistenzsystems plant Knorr-Bremse zunächst für den deutschen Güterverkehr. Mittelfristig will man das System auf weitere europäische Märkte und Plattformen ausrollen. Langfristiges Ziel ist es, das Fahrerassistenzsystem in weltweiten Bahnmärkten zur Energie- und Fahrtoptimierung anzubieten. (se)

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