Im Auto der Zukunft dreht sich vieles um die Interaktion mit dem Fahrer. In China wird dort vor allem die HMI-Technologie forciert. Auch deutsche Hersteller wie BMW entwickeln vor Ort.
BMW folgt den HMI-Trends auch direkt in den Märkten. In China ist man hier auch in der Forschung und Entwicklung sehr aktiv. Und so werden Produkte wie der neue BMW i5 an den dortigen Bedürfnissen orientiert.
(Bild: BMW)
Das Auto sucht zunehmend das Gespräch mit seinem Fahrer. Man kann nur hoffen, dass es dabei in der Zukunft nicht nur Chinesisch spricht, denn „HMI“ macht gerade in der Volksrepublik die schnellsten Fortschritte. Die Abkürzung steht für die Mensch-Maschine-Interaktion, auf Englisch „Human Machine Interaction“.
Auto-Hersteller und Zulieferer in der Volksrepublik experimentieren gerade mit einer ganzen Reihe von Spielarten dieser Technologie. Momentan geht es dabei vorwiegend um neue Arten der Kommunikation zwischen dem Fahrzeug und seinen Insassen. Innerhalb des Autos ermöglicht moderne 3D-Computergrafik sehr realistische Anweisungen des Auto-Navigations-Systems. Ein konkretes, am Markt sehr erfolgreiches Beispiel ist hier die „Tuanjie Auto HMI”-Apps von Unity.
Einsatzgebiete, Hersteller und Marktpenetration der HMI-Technologie in China.
(Bild: Asia Waypoint)
Auch weiten sich gerade die Kommunikations-Kanäle, über die das Fahrzeug mit dem Fahrer interagiert, von der klassischen Berührung (über Knöpfe oder Clicks auf Bildschirmen) auf leistungsstarke Systeme der Sprach- und Gesichtserkennung oder die Reaktion auf einfache Gesten mit der Hand aus. 3D-LED-Bildschirme und andere neue Projektionsarten innerhalb des Autos sollen für ein visuelles Fahrerlebnis sorgen.
Licht als Kommunikationsmittel
Sprachassistenten beginnen auch, den Fahrer schon vor dem Einstieg ins Auto zu begrüßen. Smarte Scheinwerfer bringen die Interaktion aus dem Cockpit vor das Auto. Dies ist vielleicht der neue HMI-Trend, der in den Marketing-Abteilungen am beliebtesten ist: Die Scheinwerfer passen sich nicht nur automatisch den Straßen- und Lichtbedingungen an, sondern projizieren auch Feiertags-Grüße oder das Wetter auf die nächst gelegene Hauswand. Es menschelt, die Kunden verlieben sich im Idealfall schon im Showroom in ihr neues Auto.
Auch das „Head Up Display“ wird mit Künstlicher Intelligenz aufgerüstet und übernimmt immer mehr Funktionen. Die Liste geht noch weiter. Insgesamt entstehen auf der Hardwareseite immer neue Schnittstellen, die das Cockpit smarter werden lassen.
Ein weiterer Trend ist, dass sich die smarten Cockpit-Funktionen vom Fahrersitz ausgehend im ganzen Fahrzeug ausbreiten. Der Beifahrer bekommt einen eigenen Bildschirm, die Passagiere auf dem Rücksitz ihr eigenes, unabhängiges Infotainment-System.
Komponenten werden leistungsstärker
Möglich wird all das aufgrund immer leistungsstärkerer Komponenten, darunter neue Cockpit-SoCs (Ein-Chip-Systeme) und Domain-Kontrolleinheiten, die gemeinsam mit einem erweiterten Betriebssystem und neuen Software-Anwendungen eine völlig neue Cockpit-Architektur bilden.
Hinzu kommen dann die neuen Schnittstellen zum Menschen, entweder über Bildschirme oder über smarte Rückspiegel, Instrumentenpanele, Gesichts- oder Spracherkennung. Aus der Perspektive des Nutzers werden die einzelnen Botschaften des Autos immer weiter personalisiert und sollen immer mehr Emotionen auslösen.
Generative KI verändert ebenfalls mit großer Geschwindigkeit die Möglichkeiten der Interaktion zwischen Mensch und der Maschine „Auto“. Der Sprachassistent spricht in natürlichen Sätzen, kann auch auf solche reagieren, erkennt nebenbei die Emotionen des Fahrers. Das Lenkrad merkt, wenn er müde wird. „HMI in Smart Cars sorgt gerade für historische Veränderungen im Auto,“ schreibt Gasgoo.
Interaktive Unterstützung beim halbautonomen Fahren
Noch ein Trend, der in China gerade schnell an Fahrt gewinnt, ist die Integration von automobilem HMI und ADAS-Fahrassistenz-Systemen. Die Unterstützung des Fahrers beim halbautonomen Fahren oder beim intelligenten Einparken wird dabei ebenfalls immer interaktiver. Diese neuen Funktionen werden in der Branche unter dem Stichwort „cabin-driving integration“ zusammengefasst.
BMW ist einer von mehreren deutschen Autoherstellern, die erkannt haben, was da in China gerade alles in Bewegung geraten ist und wie stark diese Trends das Auto der Zukunft verändern werden. Das in diesem Sommer in Shanghai neu eröffnete Forschungs- und Entwicklungs-Zentrum von BMW ist das größte außerhalb Deutschlands. Hier gibt es auch das einzige „Skylab“-Design-Team der Münchener jenseits der Heimat, in dem Ingenieure, Psychologen, Software-Entwickler und andere Fachleute an HMI-Lösungen arbeiten.
Die BMW-Experten haben von Shanghai aus die wesentlichen neuen HMI-Trends in China im Blick, testen und holen sich Feedback von chinesischen Kunden. Die fortschreitende Integration von Hardware und Software im Auto ist inzwischen für den Erfolg am Markt so wichtig geworden wie früher die Entwicklung der PS-stärksten Motoren für die „Freude am Fahren“.
Stand: 08.12.2025
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