Kritische Rohstoffe Großbritannien startet industrielles Recycling für Seltene-Erden-Magnete

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

In den West Midlands ist eine neue Recyclinganlage für Permanentmagnete aus Seltenen Erden in Betrieb gegangen. Ungewöhnlich daran ist nicht nur die Technologie, sondern der Anspruch: Recycling und Magnetfertigung werden in einem industriell skalierbaren Prozess zusammengeführt.

Der britische Industrieminister Chris McDonald, MP, und Professor Allan Walton vom Birmingham Centre for Strategic Elements and Critical Materials.(Bild:  University of Birmingham)
Der britische Industrieminister Chris McDonald, MP, und Professor Allan Walton vom Birmingham Centre for Strategic Elements and Critical Materials.
(Bild: University of Birmingham)

Am Tyseley Energy Park in Birmingham wurde im Januar 2026 eine neue Anlage eröffnet, die das Recycling von Seltene-Erden-Magneten mit der anschließenden Herstellung neuer Hochleistungsmagnete verbindet. Die Einrichtung basiert auf einem wasserstoffgestützten Recyclingverfahren, das an der University of Birmingham über mehr als 20 Jahre entwickelt wurde und nun erstmals kommerziell umgesetzt wird.

Im Zentrum steht das sogenannte Hydrogen Processing of Magnet Scrap. Dabei werden Permanentmagnete aus Altprodukten wie Elektromotoren oder Generatoren durch den Einsatz von Wasserstoff so behandelt, dass sie sich ohne vollständige Demontage oder chemischen Aufschluss zerlegen lassen. Das magnetische Material kann anschließend direkt für die Herstellung neuer gesinterter Neodym-Eisen-Boron-Magnete genutzt werden.

Ungewöhnlich ist dieser Ansatz vor allem deshalb, weil das Recycling nicht als vorgelagerter Rohstoffprozess endet, sondern unmittelbar in eine industrielle Magnetfertigung mündet. Während bisherige Recyclingprojekte für Seltene Erden meist auf Pilotanlagen oder Laborprozesse beschränkt blieben, verfolgt das Projekt in Birmingham ausdrücklich einen skalierbaren Industrieansatz.

„Die bisherige Pilotanlage verarbeitete Chargen von 50 bis 100 kg, während die neue, vergrößerte Anlage pro Charge über 400 kg Seltenerdlegierungen zurückgewinnen und zu neuen Sintermagneten mit einer Kapazität von 100 Tonnen pro Jahr in einer einzigen Schicht und über 300 Tonnen in mehreren Schichten verarbeiten kann. Die Magnete können im Vergleich zu herkömmlichen Produktionsverfahren mit einem Bruchteil der Umweltbelastung und Kosten hergestellt werden“, heißt es in der Erklärung der University of Birmingham.

Damit adressiert die Anlage mehrere Herausforderungen gleichzeitig: die hohe Importabhängigkeit bei Seltenen Erden, die geopolitische Konzentration der Lieferketten sowie den steigenden Bedarf an Permanentmagneten für Elektromobilität, Windenergie, Robotik und Automatisierungstechnik.

Die neue Anlage gilt als eine der ersten weltweit, die Recycling und Fertigung von Hochleistungsmagneten in einem integrierten Prozess zusammenführt. Beobachter sehen darin ein mögliches Modell für Europa, um kritische Rohstoffe nicht nur nachhaltiger, sondern auch strategisch unabhängiger bereitzustellen. Die von der Magnetic Materials Group der Universität entwickelten Recyclingtechnologien wurden exklusiv an Hypromag Ltd. lizenziert, das nun zu 100 Prozent im Besitz von Maginito Ltd. ist, einer Tochtergesellschaft des an der AIM/TSXV notierten Unternehmens Mkango Resources. (sb)

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