Krise beim Halbleiterhersteller Gerücht: Wolfspeed will zeitnah Insolvenz nach Chapter 11 beantragen

Von Susanne Braun 1 min Lesedauer

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Journalisten des Wall Street Journal berichten, dass sich die Verantwortlichen von Halbleiterhersteller Wolfspeed darauf vorbereiten, in den kommenden Wochen einen Insolvenzantrag nach Chapter 11 zu stellen. Entsprechend panisch reagierten die Aktieninhaber; das Wertpapier gab um 60 Prozent nach.

Berichten zufolge wird Wolfspeed Insolvenz nach Chapter 11 beantragen.(Bild:  Wolfspeed)
Berichten zufolge wird Wolfspeed Insolvenz nach Chapter 11 beantragen.
(Bild: Wolfspeed)

Unterstützt von der Mehrheit der Gläubiger soll der US-amerikanische Halbleiterhersteller Wolfspeed in den kommenden Wochen einen Insolvenzantrag nach Chapter 11 stellen, berichten die Journalisten Alicia McElhaney und Alexander Gladstone des Wall Street Journal (hinter der Paywall). Auf diesen bisher offiziell nicht bestätigten Bericht hin gab die Wolfspeed-Aktie nachbörslich um 60 Prozent nach.

Es heißt laut Bericht, dass Wolfspeed aufgrund der schleppenden Nachfrage des Industrie- und Automobilmarktes bereits seit einiger Zeit mit Schulden zu kämpfen hätte. Unsicherheiten bestünden ebenso durch die unklare Zollpolitik der US-Regierung. Mehrere außergerichtliche Umschuldungsvorschläge von Gläubigern sollen in der Vergangenheit abgelehnt worden sein, entsprechend strebe man zeitnah einen Insolvenzantrag nach Chapter 11 an.

Arbeitsfähigkeit erhalten

Ein Insolvenzantrag nach Chapter 11 bedeutet, dass ein Unternehmen rechtlichen Schutz sucht, um seine Schulden neu zu strukturieren und seine Finanzen zu reorganisieren. Anstelle einer Liquidation, bei der das Unternehmen seine Vermögenswerte verkauft, um Gläubiger zu bezahlen, ermöglicht Chapter 11 dem Unternehmen weiterzuarbeiten, während es versucht, seine Schuldenverpflichtungen zu erfüllen.

Am 9. Mai 2025 hatte Wolfspeeds Führungsetage erst Paul Walsh und Mark Jensen in den Vorstand berufen. Beide sind im Prüfungsausschuss tätig und nutzen ihr Fachwissen in Finanzen und Restrukturierung, um dabei zu helfen, die Schuldenprobleme des Unternehmens zu lösen.

Sollten die Berichte korrekt sein, wäre das Insolvenzverfahren nach Chapter 11 vermutlich die endgültige Bestätigung, dass die Pläne für die Leistungshalbleiterfabrik begraben wurden, die im Saarland in Kooperation mit ZF Friedrichshafen hätte entstehen sollen. Das wurde bereits im Oktober 2024 gemutmaßt. (sb)

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