Weniger Leiter und Kabel Gentex demonstriert drahtlose Daten- und Energieübertragung am Car Door Display

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

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Kabelloses Laden ist nichts Neues, wenn man beispielsweise ans Smartphone denkt. Auch andere Anwendungsfälle würden davon profitieren, Geräte direkt und regelmäßig ohne einen Anschluss oder Verbindung über Luft, durch Glas, Plastik oder gar sogar durch Beton mit Energie zu versorgen. Gentex hat zusammen mit Technologiepartner Solace den drahtlosen Energie- und Datentransfer an einer Autotür demonstriert.

Gentex hat zusammen mit Technologiepartner Solace den drahtlosen Energie- und Datentransfer an einer Autotür demonstriert.(Bild:  Tau)
Gentex hat zusammen mit Technologiepartner Solace den drahtlosen Energie- und Datentransfer an einer Autotür demonstriert.
(Bild: Tau)

Die Autotür war durch einen größeren Spalt als üblich zwischen der Innenverkleidung der Tür und dem Schließpfosten von der Stromquelle getrennt. Die Tür wies eine elektrische Spiegelverstellung über eine durchsichtige Lucite-Halterung auf und verfügte über eine drahtlose Stromübertragung zu einem in Glas montierten elektrischen Fensterheber.

Funktionsweise

Die hohen rechteckigen Leiterbahnen entlang der Fensterschiene übertragen Strom zu den quadratischen Leiterbahnen, die am beweglichen Fenster montiert sind. Es gibt ähnliche Sende- und Empfangsschaltungen, die die Tür und den Spiegel mit Strom versorgen. Signaldaten zur Steuerung der Fenster-, Spiegel- und Türverriegelungsbetätigung müssen ebenfalls durch diesen Luftspalt gelangen, und sehr einfache Befehle können auf dem Stromsignal mitgeführt werden. Kompliziertere Befehle – wie die Videoübertragung von der Surround-View-Kamera auf dem Spiegel der Demo-Tür – erfordern andere drahtlose Datenprotokolle.

Weitere Anwendungsfelder im Automobilbereich

Die drahtlose Energieübertragung Gentex Solace RC2 lässt sich zur Stromversorgung rotierender Komponenten nutzen – möglicherweise zur Versorgung eines Elektromagneten am Rotor eines Elektromotors. Sie eignet sich ebenfalls als Ersatz für Kabel, die sonst über einen relativ engen Radius gebogen werden müssten, wodurch die Gefahr von Ermüdungsbrüchen der Leiter und Kabel besteht.

Entwicklung noch nicht abgeschlossen

Gentex demonstrierte diese Technologie auf der CES 2025. Allerdings müsse man noch etwas Zeit für die Entwicklung veranschlagen, wie das Unternehmen in Las Vegas verlauten ließ. Nach Unternehmensaussagen wird die Technologie sicherlich nicht so günstig sein wie einfache Kabel. Aber die höheren Kosten ließen sich durch diverse Einsparungen wettmachen. So fielen nicht nur die Kabel weg, sondern auch Montagekosten, Garantie- und Wartungskosten ließen sich minieren. Außerdem würden es die Montage der Tür und etwaige Reparaturen an der Tür bei einem Werkstattaufenthalt vereinfachen.

Elektrische Felder nutzen

Bereits 2017 erhielt Solace Power das US-Patent Nr. 9.653.948, das elektrische Felder anstelle von magnetischen oder Radiofrequenzen zur drahtlosen Energieübertragung nutzt. Das elektrische Feld wechselt mit einer hohen Frequenz weit über den 80 bis 130 kHz, die normalerweise in kabellosen Ladegeräten für Elektrofahrzeuge zum Einsatz kommen, oder den 100 bis 200 kHz, die für Qi-Ladegeräte für Telefone genutzt werden.

Auch auf den niedrigen Megahertz-Bereich von Yank Technologies für die kabellose Energieübertragung über größere Entfernungen setzt Solace Power nicht auf. Dadurch kann das System Energie über Abstände von bis zu 37 cm übertragen, selbst wenn sich dazwischen Beton befindet.  (se)

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