Fahrzeugvernetzung Forschungsprojekt Dekor-X: Testkreuzung bekommt Infrastruktursensorik

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt Dekor-X hat in Kronach die Aufbauten an der öffentlichen Testkreuzung Kreuzung B173 / Kulmbacher Straße abgeschlossen. Damit wurde der Grundstein gelegt, um die dezentrale Fahrzeug-zu-Fahrzeug- und die Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation mit Testfahrzeugen in der Praxis zu erproben.

Im Forschungsprojekt Dekor-X wurde der Grundstein für Testfahrten gelegt: Die Teilnehmer haben die Ausstattung der Testkreuzung mit Infrastruktursensorik abgeschlossen.(Bild:  frei lizensiert von Pixabay)
Im Forschungsprojekt Dekor-X wurde der Grundstein für Testfahrten gelegt: Die Teilnehmer haben die Ausstattung der Testkreuzung mit Infrastruktursensorik abgeschlossen.
(Bild: frei lizensiert von Pixabay)

Damit die Vision vom automatisierten und autonomen Fahren im Alltag zur Realität wird, müssen entsprechende Fahrzeuge in Zukunft jede Verkehrssituation eigenständig beherrschen. Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Dezentraler Kommunikationsraum Kreuzung“, kurz Dekor-X, nimmt sich mit der vielbefahrenen Kreuzung einer besonders komplexen Verkehrssituation für autonome Fahrzeuge an.

Dezentrale Kommunikation für mehr Sicherheit an Kreuzungen

Dekor-X verfolgt den Ansatz der dezentralen Kommunikation sowohl zwischen Fahrzeugen als auch von Fahrzeugen mit Umgebungssensoren. Intelligente, automatisierte Fahrzeuge tauschen Informationen, die sie über ihre Sensoren aus ihrem Umfeld erhalten, direkt untereinander aus. Damit können sie Informationen zu Objekten erfassen, die beispielsweise vom vorausfahrenden Fahrzeug oder durch Gebäude verdeckt sind. Dieses erweiterte Sichtfeld erhöht die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden. Ohne, dass dafür zwingend teure zusätzliche Installationen an jeder Kreuzung verbaut werden müssen.

Auf dem Weg zur dezentralen Kommunikation wird diese smarte Infrastruktur jedoch noch benötigt, um die im Projekt entwickelten Langzeitmodelle zu trainieren und in realen Situationen zu validieren. Mit Genehmigung des Staatlichen Bauamtes Bamberg wurde die Infrastruktursensorik nun an der Kreuzung B173 / Kulmbacher Straße in Kronach installiert und damit der Weg für die nächsten Schritte des Vorhabens bereitet. „Diese Installation ist Teil der Vernetzung, die in Zukunft in jeder Stadt existieren und autonomes Fahren ermöglichen wird. Fahrzeuge und Infrastruktur sind im kontinuierlichen Austausch, um den Verkehr sicherer, nachhaltiger und effizienter zu gestalten. Damit steht Kronach nicht nur auf dem neuesten Stand der Technik, sondern auch an der Spitze der Forschung“, erklärt Lucila Patino Studencki, Professorin für V2X-Technologien an der Fakultät für Maschinenbau und Automobiltechnik der Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg, die den Kreuzungsaufbau koordinierte.

Mehr Sicherheit

Auch für Konsortialführer Valeo, der mit Projekten wie „Shuttle-Modellregion Oberfranken“, dem Studiengang autonomes Fahren, dem 5G Campus Netz und Level-4-Teststrecken in Kronach intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeit im Bereich automatisiertes Fahren in Kronach leistet, ist die Ausstattung der Testkreuzung ein entscheidender Schritt: „Die Ausstattung der Testkreuzung ist ein weiterer Meilenstein für uns. Besonders die Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur ist wichtig für Fortschritte bei ADAS-Systemen hinsichtlich Funktionalität und Sicherheit. Valeo hat bereits im letzten Jahr ein Connectivity-Team in Kronach aufgebaut, für das diese Testkreuzung von hohem Wert ist. Die Sensorik soll in Zukunft maßgeblich dazu beitragen, die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden zu erhöhen“, erläutert Jörg Schrepfer, Standortleiter von Valeo in Kronach.

Sensortechnik im Fokus

Valeo stellte für die Installation an der Testkreuzung seine neuen Laserscanner bereit. Die Hochschule Coburg installierte Lidar-Sensoren und Kameras sowie einer Wetterstation zur Untersuchung von Verkehrssituationen unter verschiedenen Wetterbedingungen. Projektpartner Continental Automotive Technologies wiederum brachte die neue Radar-Generation zum Einsatz. „[…] Der Kreuzungsaufbau mit Sensoren, Radarsystemen und der Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation (V2X) erfolgte reibungslos. Diese digitale Kreuzung ist die Grundlage für Testfahrten im realen Straßenverkehr. Mit den Testfahrten wird die dezentrale Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Sensoren validiert“, verdeutlichte Khatera Bamyani, Projektleiterin Continental Automotive Technologies, die Relevanz des jetzigen Aufbaus der Testkreuzung für den Projekterfolg.

Nach Ausstattung dieser Kreuzung mit Infrastruktursensorik kann nun die nächste Projektphase beginnen. Die Projektpartner werden in Testfahrten drei verschiedene Kreuzungsszenarien mit ihren Testfahrzeugen auf der Straße erproben und so die entwickelten mitlernenden Systeme und Modelle nach und nach trainieren und evaluieren.

Neben Valeo, Continental Automotiv und der Hochschule Coburg beteiligen sich auch Denso ADAS Engineering Services sowie die Technische Universität Chemnitz am Forschungsprojekt.  (se)

(ID:49968928)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung