Elektro-Lkw

Erster deutscher Lkw-Flottentest mit null Emissionen

Seite: 2/3

Anbieter zum Thema

Erste Erfahrungen beim Portugal-Flottentest 2015

Bereits 2015 sammelte Fuso erste Erfahrungen mit voll elektrischen Canter in Portugal. Bei diesem Flottentest mit acht Fahrzeugen schnitt der Canter E-Cell sehr erfolgreich ab. Er war sowohl in Kurier- und Speditionsunternehmen als auch bei Gemeinden und städtischen Gartenbaubetrieben im Einsatz. Das Laden der Batterien dauerte am 230-V-Anschluss mit 32 A rund sieben Stunden, am Schnellladesystem (390 V/100 A) sank die Zeit auf nur eine Stunde.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 20 Bildern

Die Betriebskosten wurden bis zu 64% reduziert

Die Ergebnisse dieses einjährigen Praxistests zeigen, dass sich die Fahrzeuge für den täglichen Einsatz im Kurzstrecken-Lieferverkehr und innerstädtischen Transport bewährt haben. Mit Reichweiten von über 100 km übertrafen die Canter E-Cell die durchschnittliche Distanz, die viele für den leichten Verteilerverkehr eingesetzte Lkw pro Tag zurücklegen. Auf Basis der aktuellen Kosten für Diesel und Strom in Portugal ergaben sich außerdem Einsparungen bei den Betriebskosten von bis zu 64% im Vergleich zu einem konventionellen Diesel-Lkw.

Canter E-Cell spart in Portugal 1000 € auf 10.000 km

Marc Llistosella ist fest davon überzeugt, dass der Canter E-Cell im deutschen Flottentest die Ergebnisse von Portugal bestätigen wird: „Auch wenn wir in Deutschland auf andere klimatische Verhältnisse treffen und die Stadt Stuttgart durch ihre Kessellage eine topografische Herausforderung darstellt, wird der Canter E-Cell auf Basis unserer bisher gesammelten Erfahrungen auch diese Aufgabe meistern. Darüber hinaus wird er unter Beweis stellen, dass er nicht nur umweltfreundlich ist, sondern auch sparsam fährt. Im Portugal-Test erzielte er im Vergleich zum Diesel-Lkw auf 10.000 Kilometer Einsparungen von rund 1000 Euro. Damit unterstreichen wir die führende Rolle von Fuso im Bereich elektrobetriebener Nutzfahrzeuge.“

Die Entwicklung geht weiter

Gleichzeitig geht die Entwicklung dieser Antriebstechnik weiter. Fuso arbeitet bereits an der nächsten Generation des Canter E-Cell – mit dem festen Ziel, ihn noch alltagstauglicher und wirtschaftlicher zu gestalten. Derzeit sind weltweit rund 3000 Fuso Canter Eco Hybrid im Einsatz. Basis der Fahrstrategie des Canter Eco Hybrid ist rein elektrisches und damit geräuscharmes Anfahren. Bei einer Geschwindigkeit von ca. 10 km/h wird der Dieselmotor zugeschaltet. Unterhalb läuft er zur Versorgung der Nebenaggregate im Leerlauf mit. Das Mehrgewicht des Hybridantriebs beschränkt sich auf lediglich rund 150 kg. Somit beläuft sich die Tragfähigkeit des 7,5-Tonners als Fahrgestell mit Fahrerhaus auf bis zu 4,8 t.

Mit einem Erfahrungshorizont von mehr als 40 Jahren hat Fuso im Hybrid Kompetenzcenter von Daimler Trucks in Kawasaki den batterieelektrisch angetriebenen und lokal emissionsfreien Canter E-Cell entwickelt und erstmals 2010 auf der IAA-Nutzfahrzeuge als Prototyp vorgestellt. Die aktuelle Testflotte wurde auf einer Fertigungslinie für Prototypen im Fuso-Werk in Tramagal, Portugal, produziert.

Sechstonner mit fast 3000 kg Fahrgestelltragfähigkeit

Rein äußerlich unterscheidet sich der Fuso Canter E-Cell von seinen diesel- oder diesel-elektrisch betriebenen Brüdern nur durch die Batterie-pakete, die an beiden Rahmenseiten montiert sind und zusammen 600 Kilogramm wiegen. Anstelle des Drei-Liter Diesels arbeitet hinter der unveränderten Canter-Kabine ein Elektroantriebsstrang. 110 kW (150 PS) liefert der Permanent-Magnet-Motor über ein Eingang-Getriebe an die Hinterachse.

Der Fahrgestellrahmen ist für ein Gesamtgewicht von sechs Tonnen zugelassen. Der Radstand von 3400 mm bietet Platz für bis zu 5 m lange Aufbauten, deren Gewicht von der Fahrgestelltragfähigkeit von drei Tonnen abgezogen werden muss. Die dann noch verbleibenden gut zwei Tonnen Nutzlast sind für die meisten Transporte im innerstädtischen Verteilerverkehr mehr als ausreichend.

(ID:44916328)