Luftfahrt ERC System erprobt schweren eVTOL-Prototyp

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

Das Münchner Startup ERC System hat erfolgreich den Erstflug seines eVTOL-Prototyps Romeo absolviert. Romeo zählt zu den größten und schwersten bislang in Europa geflogenen vollelektrischen Fluggeräten. Das Projekt unterstützen verschiedene Luftrettungsorganisationen, die in eVTOLs eine sinnvolle Ergänzung für Patiententransporte sehen.

Das Münchner Start-Up ERC System konnte mit der Flugerprobung seines eVTOL-Prototyps Romeo beginnen.(Bild:  ERC Systems)
Das Münchner Start-Up ERC System konnte mit der Flugerprobung seines eVTOL-Prototyps Romeo beginnen.
(Bild: ERC Systems)

Die Flugtestkampagne des 2.735 Kilogramm schweren Senkrechtstarters dient der Entwicklung eines hybrid-elektrischen, bemannten Fluggeräts. Die laufenden Flugtests mit Prototypen in Originalgröße und mit realistischer Abflugmasse sind zentraler Bestandteil des Entwicklungsansatzes von ERC System. Ziel ist es, die technologischen und flugbetrieblichen Herausforderungen schwerer eVTOL-Fluggeräte möglichst früh im Entwicklungsprozess zu identifizieren und zu lösen.

Mit dem Gerät will man vor allem kritische Einsätze wie den Patiententransport zwischen Krankenhäusern adressieren. „Wir freuen uns sehr, mit Romeo einen entscheidenden Meilenstein auf unserem Weg zur Schaffung wirtschaftlicherer Lufttransportlösungen erreicht zu haben – insbesondere, was kritische Missionen betrifft", betont Dr. David Löbl, Mitgründer und Chief Executive Officer von ERC System. „Das bemannte Fluggerät, dessen Zulassung wir für das Jahr 2031 anstreben, ist hybrid-elektrisch ausgelegt. Es startet und landet senkrecht wie ein Hubschrauber, nutzt im Reiseflug jedoch Tragflächen für einen effizienten Vorwärtsflug wie ein Flugzeug", erklärt er. Vorteil: Eine erhebliche Kostenersparnis, denn mit dieser Architektur lassen sich Betriebskosten so senken, dass sie unter denen eines Hubschraubers liegen. Gleichzeitig können Transportzeiten im Vergleich zu kostengünstigeren, aber deutlich langsameren bodengebundenen Transportmitteln minimiert werden, was insbesondere bei zeitkritischen Einsätzen, wie im Patiententransport zwischen Krankenhäusern eine wichtige Rolle spielt.

Fester Bestandteil in der Luftrettung

Daher rückt die Entwicklung von Romeo in den Fokus verschiedener Luftrettungsorganisationen. Beispielsweise besteht eine strategische Partnerschaft mit der DRF Luftrettung. „Der erfolgreiche Erstflug des Prototyps markiert den Übergang vom Konzept zur praktischen Erprobung", erklärt Dr. Krystian Pracz, CEO der DRF Luftrettung und unterstreicht: "Als zentraler strategischer Partner von ERC System bringt die DRF Luftrettung ihre medizinische, technische und flugbetriebliche Expertise aus über fünf Jahrzehnten Erfahrung in der Luftrettung in dieses Projekt ein. Gemeinsam entwickeln wir eine zusätzliche Option für den Patiententransport. Die aktuellen Entwicklungen im Gesundheitswesen – die Reduzierung und Spezialisierung von Kliniken, größere Transportdistanzen und ein zunehmender Fachkräftemangel – erfordern neue Lösungen. Deshalb sind wir überzeugt, dass der ERC-Flieger in den 2030er-Jahren einen festen Platz in unserer Flotte einnehmen wird – als sinnvolle Ergänzung zur etablierten Luftrettung mit Rettungshubschraubern.“

Unbemannte Luftlogistiklösungen

Neben bemannten Fluggeräten für Patienten- und Personentransporte beschäftigen sich die Münchner auch mit unbemannten Luftlogistiklösungen sowohl aus dem Verteidigungs- als auch aus dem privatwirtschaftlichen Sektor. Wie das Unternehmen bestätigt, arbeitet ein Team derzeit an der Erweiterung des Produktportfolios um ein unbemanntes Frachtfluggerät (UAS). Dabei greift das Startup auf seine über 5-jährige Erfahrung aus der Entwicklung und Erprobung schwerer unbemannter Prototypen zurück. Weitere Details will das Unternehmen im zweiten Quartal 2026 bekannt geben. (se)

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