Elektroflotten: Unternehmen profitieren von wachsender Wirtschaftlichkeit

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Bei allem Elan müssen letztlich auch die Mitarbeiter mitmachen – und das gelingt nur mit der entsprechenden Infrastruktur. „Die Akzeptanz der Mitarbeiter ist Erfolgsfaktor für die Elektrifizierung von gewerblichen Flotten“, sagt Ove Petersen, Geschäftsführer von GP JOULE. Das Unternehmen hat die Umstellung auf Elektromobilität bereits vollzogen. „Laden muss für sie an den Unternehmensstandorten und Zuhause mit individuellen Ladelösungen möglich sein. Wer das noch mit eigener Ökostromerzeugung durch eine PV-Anlage auf dem Firmengelände verbindet, gestaltet die Umstellung noch nachhaltiger und wirtschaftlicher“.

E-Autos bereits heute pro Kilometer günstiger

Elektrifizierte Flotten bilden gemeinsam mit Carsharing eine wirtschaftliche Alternative zu fossil betriebenen Dienst- und Firmenwagen. Flottenfahrzeuge werden im Jahr viele Tausend Kilometer gefahren und ihre Kosten nach Kilometer berechnet. Dabei kommt beispielsweise der e-Golf schon heute besser weg als sein Verbrenner-Pendant, wie ein Kostenvergleich des ADAC zeigt: Das Fahrzeug kostet bei einer Laufleistung von 10.000 Kilometern im Jahr 63,2 Cent pro Kilometer.

Im Vergleich: Die Benziner-Variante ist bei gleicher Laufleistung um 0,3 Cent teurer, in der Dieselversion muss der Verbraucher 5,7 Cent mehr zahlen. Stellt man Tesla-Modelle aus der X- und S-Reihe entsprechenden BMW-, Audi- und Mercedes-Verbrennungsmodellen gegenüber, ist auch hier die Elektrovariante günstiger: Der Tesla S 75D ist bei einer Laufleistung von 10.000 Kilometern mit 144,2 Cent pro Jahr 28,5 Cent günstiger als der BMW 640i (172,7). Der BMW 640d kostet 177,5 Cent.

Zugunsten der E-Modelle fallen auch teilweise die Kosten bei Nutzfahrzeugen aus: Der Nissan e-NV200 Kombi Premium kostet bei 10.000 Kilometern pro Jahr 61,6 Cent pro Kilometer. Die Benziner- und Diesel-Pendants sind mit 62,5 Cent beziehungsweise 64,4 Cent um mindestens 0,9 Cent teurer. Die positive Kostenentwicklung bekommt noch einen weiteren Schub, wenn die Autos mit selbst erzeugtem Strom geladen werden. Bei einer PV-Anlage, die nach 20 Jahren aus der EEG-Vergütung herausfällt, gibt es den sauberen Strom nahezu zum Nulltarif.

Carsharing-Konzepte erhöhen dank der Mehrnutzung die Laufleistung deutlich und sorgen dafür, dass insgesamt weniger Autos vom Unternehmen angeschafft werden müssen. Im Hinblick auf die Fahrverbotspläne mancher Großstädte wie Stuttgart, München oder Berlin ist das Teilen-Prinzip ein zusätzlicher Schritt hin zu einem zukunftsfähigen und nachhaltigen Verkehrskonzept. Carsharing setzt sich bei den Taxis fort.

Die rund 55.000 Taxis in Deutschland sind, als E-Modelle betrieben, ein wichtiger Baustein für die Verkehrswende. Ihr Vorteil: die Innenstädte bleiben für sie zugänglich – im Taxigewerbe ein unumstößliches Muss und daher Geschäftsgrundlage.

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