Software-definierte Fahrzeuge haben die Erwartungen an die Innovationsgeschwindigkeit neu definiert: Funktionen lassen sich per Update aktivieren, Varianten können sich über Software unterscheiden, neue Services entstehen über Daten. Doch je mehr Sensorik, Software und Konnektivität ins Fahrzeug wandern, desto deutlicher zeigt sich die Grenze reiner Connected-Ansätze. Edge-KI verspricht Abhilfe.
Software-definierte Fahrzeuge haben die Erwartungen an die Innovationsgeschwindigkeit neu definiert.
(Bild: Sonatus)
Software-definierte Fahrzeuge (Software-defined Vehicles, SDVs) sind die Zukunft, weil sie durch ständige Updates ihren Wert über die gesamte Lebensdauer beibehalten, wenn nicht so gar erhöhen. Doch sie zeigen auch auf, dass reine Vernetzungsansätze bei der Datenverarbeitung an Grenzen stoßen. Nicht, weil Cloud-Computing an sich zu langsam oder zu teuer wäre. Sondern weil viele der neuen, datengetriebenen Funktionen dort wirken müssen, wo die Daten entstehen und wo Entscheidungen in Millisekunden gefragt sind: im Fahrzeug.
Hier setzt Edge-KI an, das dabei ist, sich zu einem entscheidenden Baustein für SDV-Architekturen zu entwickeln. Edge-KI beschleunigt Neuentwicklungen, macht Funktionen robuster, verbessert den Datenschutz und senkt Kosten. Vor allem aber hilft sie Automobilhersteller, in Sachen künstlicher Intelligenz (KI) den Sprung von der Machbarkeitsstudie zum flottenweiten Roll-out zu schaffen.
Edge- und Cloud-KI ergänzen einander
Edge-KI bedeutet: KI-Modelle laufen lokal auf Fahrzeug-Hardware und verarbeiten Daten direkt im Fahrzeug. In der Praxis geht es meist um Inferenz, also das Anwenden trainierter Modelle auf aktuelle Datenströme. Training und umfangreiche Analysen finden weiterhin häufig zentral statt, etwa im Backend oder in der Cloud. Die Entscheidung, ob ein bestimmtes Muster vorliegt, ob eine Anomalie erkennbar ist oder ob ein Systemparameter optimiert werden sollte, kann jedoch lokal getroffen werden.
Die Abgrenzung zu Cloud-KI ist dabei weniger ideologisch als architektonisch. Cloud-Ansätze sind stark, wenn es um Flottenaggregation, Modelltraining, datenintensive Auswertungen oder nicht-zeitkritische Services geht. Edge-KI ist stark, wenn Latenz, Robustheit, Datenschutz und Effizienz im Vordergrund stehen. Sie schließt damit eine Lücke, die in SDV-Szenarien immer sichtbarer wird: Viele Funktionen müssen zuverlässig funktionieren, auch wenn die Verbindung schwankt, wenn Bandbreite knapp ist oder wenn sensible Rohdaten besser im Fahrzeug bleiben.
Aus mehreren Gründen nimmt die Bedeutung von Edge-KI derzeit zu. Das sind beispielsweise:
Die Datenmenge im Fahrzeug wächst stark, nicht nur durch Kameras und Radarsensoren, sondern auch durch die Vielzahl elektronischer Steuergeräte, Domänen- und Zonencontroller sowie durch Software-Logs.
Die Erwartung an Echtzeitverhalten steigt, etwa bei Sicherheitsfunktionen, Diagnose oder Komfort.
Die Konnektivität wird zwar prinzipiell besser, aber sie ist nicht garantiert. Tunnel, ländliche Regionen, Parkhäuser oder urbane Funkzellen sind typische Beispiele.
Die Datensouveränität gewinnt an Bedeutung. Je mehr Daten über Fahrverhalten, Umgebung oder Fahrzeugzustand verarbeitet werden, desto stärker rücken Datenschutz, Cybersecurity und regulatorische Anforderungen in den Fokus.
Diese Faktoren machen Edge-KI attraktiv, weil sie im Grundsatz zugleich niedrige Latenzen, Unabhängigkeit von Konnektivität und eine effizientere Datenökonomie liefert. Hinzu kommt, dass moderne Fahrzeugplattformen deutlich mehr Rechenleistung bereitstellen als noch vor wenigen Jahren. Dadurch wird Edge-KI nicht nur technisch möglich, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll.
Ein weiteres Indiz ist die Marktdynamik. Prognosen sehen den Markt für KI im Automobilbereich in den kommenden Jahren stark wachsen. KI wird mehr und mehr zu einem zentralen Differenzierungsfaktor im Fahrzeug. Wichtig ist dabei, dass die Wertschöpfung nicht ausschließlich im Backend entsteht. In vielen Fällen entsteht sie im Fahrzeug selbst, dort, wo Entscheidungen und Erlebnisse stattfinden.
Edge-KI liefert Spielfeld für Neuentwicklungen
Die Diskussion rund um künstliche Intelligenz im Fahrzeug ist lange von ADAS und autonomen Funktionen dominiert worden. Das ist nachvollziehbar, weil diese Anwendungen hoch sichtbar sind und hohe Anforderungen an Echtzeit und Sicherheit stellen. Für Software-definierte Fahrzeuge eröffnet Edge-KI aber einen zweiten, oft unterschätzten Bereich: Fahrzeugsubsysteme und Querschnittsfunktionen.
Hier geht es um Optimierungen und neue Funktionen, die mit klassischer Programmierung nur schwer erreichbar sind. KI kann Muster erkennen, die in hochdimensionalen Datenströmen verborgen sind. Sie kann Anomalien identifizieren, bevor sie zu Ausfällen führen. Sie kann Parameter dynamisch anpassen, um Energieverbrauch, Verschleiß oder Komfort zu optimieren. Und sie kann Personalisierung ermöglichen, ohne dass Rohdaten dauerhaft das Fahrzeug verlassen.
Typische Anwendungsfelder sind vorausschauende Wartung, Zustandsüberwachung, Energie- und Thermomanagement, Sicherheit im Bordnetz, Komfortfunktionen im Innenraum oder die Ableitung virtueller Signale aus vorhandenen Sensoren. Letzteres ist besonders relevant: Wenn ein KI-Modell aus bereits vorhandenen Sensorsignalen zuverlässig auf eine Größe schließen kann, die bisher einen physischen Sensor erforderte, entstehen direkte Kostenvorteile. Zudem reduziert sich Komplexität in der Lieferkette. Diese Logik ist nicht neu, aber Edge-KI macht sie skalierbarer, weil Modelle lokal in Serie laufen können.
Stand: 08.12.2025
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Welche Probleme löst Edge-KI?
Edge-KI ist dabei weit mehr als ein Technologietrend, sondern ein echter Problemlöser für ganz konkrete Herausforderungen:
Latenz: Viele Funktionen brauchen Reaktionen im Millisekundenbereich, etwa bei sicherheitsrelevanten Warnungen, beim Stabilitätsmanagement, bei der Überwachung kritischer Komponenten oder bei der Erkennung von Cyberanomalien. Hier ist der Umweg über die Cloud oft zu langsam oder zu unsicher.
Konnektivität: Cloud-basierte Funktionen können in der Praxis durch Netzunterbrechungen ausgebremst werden. Edge-KI hält Kernfunktionen in Betrieb, unabhängig davon, ob die Verbindung stabil ist.
Datenschutz und Security: Wenn Inferenz lokal stattfindet, können sensible Rohdaten im Fahrzeug bleiben. Das reduziert die Notwendigkeit, Daten breit zu übertragen und zu speichern. Gleichzeitig kann Edge-KI auch die Sicherheit selbst verbessern, etwa durch lokale Anomalie-Erkennung im Fahrzeugnetzwerk.
Kosten: Datenübertragung, Cloud-Speicherung und Backend-Computing in großen Dimensionen sind teuer. Je mehr Daten lokal verarbeitet und vorgefiltert werden, desto geringer werden laufende Kosten. Das gilt insbesondere, wenn nicht Rohdaten, sondern nur verdichtete Ereignisse, Kennwerte oder Diagnosesignale ins Backend gelangen.
Skalierung: In der Praxis scheitern viele KI-Vorhaben nicht am Modell, sondern am Weg in die Serie. Edge-KI fordert einen robusten Lifecycle, der Training, Validierung, Optimierung, Deployment und Monitoring umfasst. Ohne diesen Lifecycle bleibt KI ein Pilot.
Wo die KI-Engpässe liegen: Integration, Silos, Hardware
Wie aber lässt sich die Innovationskraft im Auto entfalten? Und was hemmt sie derzeit? SDVs entwickeln sich zwar schnell, aber die Arbeitsweise ist oft noch von klassischen Entwicklungsmodellen geprägt. Fahrzeugdaten, Machine-Learning-Entwicklung, Embedded Software und Systemintegration liegen häufig in unterschiedlichen Teams und Prozessen. Diese Silos verlangsamen die Zusammenarbeit und machen die Übergabe von Modellen in die Integration schwierig.
Hinzu kommt ein weiteres Problem: Tool-Landschaften sind fragmentiert. Für Training, Validierung, Optimierung, Deployment, Integration und Monitoring existieren oft unterschiedliche Werkzeuge. Dadurch steigt Komplexität, es entstehen Medienbrüche und die Kosten wachsen.
Und nicht zuletzt ist die Vielfalt an Hardware zu berücksichtigen: Automobihersteller müssen Modelle auf einer Vielzahl von Plattformen betreiben, von Einstiegs- bis Premiumbaureihen, von älteren Fahrzeugarchitekturen bis zu neuen Zonenplattformen. Ein KI-Modell, das auf einer Referenzplattform gut funktioniert, ist noch lange nicht serienfähig, wenn es sich nicht robust über Varianten hinweg ausrollen lässt.
Die Herausforderung liegt also weniger darin „KI zu entwickeln“, sondern „KI zu operationalisieren“. Deshalb wird Edge-KI auch zu einem strategischen Thema, denn sie verlangt nach standardisierten, wiederholbaren Wegen von der Idee zur Flotte.
Edge-KI in Serie bringen
Wie aber führt der Weg hin zur Skalierbarkeit? Aus der Praxis lassen sich vier Hebel ableiten.
Einheitliche Workflows vom Konzept bis zur Markteinführung
Ein durchgängiger Workflow reduziert Reibungsverluste. Er definiert, wie Daten bereitgestellt werden, wie Modelle validiert werden, welche Qualitätskriterien gelten und wie der Übergang in Embedded Software und Systemintegration erfolgt. Entscheidend ist, dass alle Beteiligten entlang einer gemeinsamen Prozesskette arbeiten. Das verkürzt Entwicklungszyklen und reduziert das Risiko, dass Modelle in der Integrationsphase scheitern.
Eine konsolidierte Toolchain bündelt die Schritte im KI-Lifecycle. Dazu gehören Training, Validierung, Optimierung für Zielhardware, Deployment, Integration und Monitoring im Feld. Das Ziel ist nicht maximale Zentralisierung, sondern Konsistenz. Wenn Tooling über Fahrzeugmodelle und Steuergeräte hinweg standardisiert ist, sinkt Komplexität und der Weg zum Serienbetrieb wird wiederholbar.
Vehicle-MLOps für schnelle, konsistente Flottenrollouts
MLOps ist im IT-Umfeld etabliert, im Fahrzeugumfeld aber deutlich anspruchsvoller. Updates müssen sicher ausgerollt werden, Varianten müssen berücksichtigt werden, das Monitoring sollte robust sein, und Rollbacks müssen möglich sein. Standardisierte Pipelines für die Bereitstellung im Fahrzeug beschleunigen Updates und sorgen dafür, dass Modelle über Flotten hinweg konsistent laufen. Für SDVs ist das entscheidend, weil Funktionsentwicklung zunehmend kontinuierlich statt projektbasiert erfolgt.
Edge-First-Design für Offline-Robustheit und Effizienz
Viele Use Cases funktionieren nur dann zuverlässig, wenn sie nicht auf eine permanente Verbindung angewiesen sind. Edge-First bedeutet, dass Kernlogik und Inferenz lokal ausgelegt werden. Backend und Cloud bleiben wichtig, aber sie ergänzen den Betrieb, statt ihn zu tragen. Das verbessert Robustheit und reduziert laufende Datenkosten.
Kosten sparen und Qualität erhöhen
Gelingt die Umsetzung dieser Hebel, dann können Automobilhersteller schnell signifikante wirtschaftliche Effekte realisieren: Auf der Kostenseite reduziert die lokale Datenverarbeitung Übertragungskosten und beschleunigt die Inferenz. Optimierte Modelle maximieren die Nutzung vorhandener Hardware, was Investitionen in neue Infrastruktur verzögern oder vermeiden kann. Echtzeitdiagnosen verkürzen Reparaturzyklen und können Garantiekosten senken. Im großen Maßstab kann prädiktive Edge-KI helfen, Qualitätsprobleme früh zu erkennen. Je nach Ausgangslage und Use Case sind Einsparpotenziale bei Garantie- und Rückrufkosten denkbar. Diese kann in einer Spanne im einstelligen bis zweistelligen Prozentbereich liegen.
Auf der Qualitätsseite verbessert Edge-KI die Fähigkeit, Zustände und Abweichungen früh zu erkennen. Das kann die Zuverlässigkeit von Fahrzeugen und Flotten erhöhen. Gleichzeitig erhöht lokale Intelligenz die Funktionsrobustheit, weil sie weniger von Cloud- und Netzwerkbedingungen abhängt.
Für Fahrer und Flottenbetreiber wird der Nutzen greifbar, wenn Funktionen schneller reagieren, wenn Wartungsbedarfe frühzeitig sichtbar werden und wenn Energieverbrauch, Sicherheit und Komfort spürbar besser werden. Auch das Fahrerlebnis profitiert, weil Personalisierung und intelligente Assistenzfunktionen ohne Wartezeiten und ohne ständige Datenübertragung funktionieren können.
Praxisbeispiel: Embedded Tire Digital Twin
Wie Edge-KI über ADAS hinaus in der Praxis funktionieren kann, zeigt das Beispiel eines Embedded Tire Digital Twin, den Michelin gemeinsam mit Sonatus entwickelt hat. Der Ansatz zielt darauf ab, Reifeninformationen Software-basiert im Fahrzeug zu modellieren und daraus Zustandsindikatoren abzuleiten. Im Mittelpunkt steht die Idee, Wartung und Sicherheit durch kontinuierliche lokale Inferenz zu verbessern.
Reifen sind sicherheitsrelevant und zugleich ein Faktor für Effizienz und Betriebskosten. Verschleiß, Beladung, Temperatur und Zustand wirken direkt auf Fahrverhalten und Energieverbrauch. Ein digitaler Zwilling, der lokal im Fahrzeug arbeitet, kann hier in Echtzeit Hinweise liefern, etwa zur Abnutzung oder zur optimalen Nutzung. Für Flotten ergeben sich potenziell klare Vorteile: weniger ungeplante Ausfälle, besser planbare Wartung, geringere Gesamtkosten und ein Sicherheitsgewinn.
Wichtig an diesem Beispiel ist weniger das konkrete Feature als das Muster: Ein Subsystem wird durch Edge-KI zu einer neuen Software-Funktion, die sich in SDV-Logik entwickeln, validieren und ausrollen lässt. Genau solche Subsystem-Use-Cases sind für viele Automobilhersteller der pragmatische Einstieg in Edge-KI, weil sie klare Messgrößen, überschaubare Integrationsräume und direkten Business-Impact bieten.
Welche Rolle Plattformen für Edge-KI spielen
Wenn Autobauer Edge-KI skalieren wollen, brauchen sie Plattformfähigkeiten über einzelne Modelle hinaus: Interoperabilität über Hardware-Varianten, einen durchgängigen Lifecycle und einfache Integration.
Hier helfen Lösungen wie Sonatus AI Director, die darauf abzielen, Edge-KI-Workloads im Fahrzeug zu operationalisieren. Entscheidend sind weniger Produktnamen als End-to-End-Toolchain, Rollout über ECUs und Fahrzeuglinien, standardisiertes Deployment und Monitoring sowie sichere, kontrollierbare Updates.
Schlussfolgerung: Wettlauf wird über Skalierung entschieden
Edge-KI ist eine logische Antwort auf SDV-Anforderungen. Sie verbindet Echtzeit, Robustheit, Datenschutz und Kostenkontrolle und erweitert den Innovationsraum über ADAS hinaus. Der entscheidende Unterschied entsteht jedoch nicht beim Proof of Concept, sondern bei der Skalierung.
Automobilhersteller die Edge-KI strategisch angehen, starten mit Use Cases, die messbaren Nutzen liefern, etwa in Wartung, Qualität oder Energieeffizienz. Danach zählt die industrielle Umsetzung: Workflows, Toolchains, Vehicle-MLOps und ein Edge-First-Design für robuste Kernfunktionen. Wer diese Grundlagen schafft und Partnerschaften im Ökosystem klug nutzt, verkürzt Produktzyklen und setzt neue Maßstäbe bei Sicherheit und Effizienz. (se)