VDIK warnt E-Fahrzeuge drohen unattraktiver zu werden

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Die steigenden Strompreise könnten es den Elektro-Fahrzeugen in diesem Jahr schwer machen. Zudem sinkt die Förderung oder fällt ganz weg. Bei Plug-in-Hybriden sollen die Verkaufszahlen deutlich sinken, so der Verband VDIK.

Der Betrieb von E-Autos wird in diesem Jahr teurer.(Bild:  Volkswagen)
Der Betrieb von E-Autos wird in diesem Jahr teurer.
(Bild: Volkswagen)

Die Importeure von Autos warnen angesichts geringerer Kaufprämien im Jahr 2023 vor großen Risiken für den weiteren Erfolg der Elektromobilität. „Durch die stark steigenden Strompreise wird der Betrieb von Elektrofahrzeugen deutlich teurer“, sagte Reinhard Zirpel, Präsident des Verbands der internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), letzte Woche. „Die Kürzung der staatlichen Kaufförderung für Elektrofahrzeuge kommt daher nun zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Bei steigenden Strompreisen und sinkender Förderung drohen E-Fahrzeuge unterm Strich unattraktiver zu werden“, so Zirpel.

Plug-in-Hybride, die neben einem Elektro-Motor auch noch einen Verbrenner nutzen, werden ab diesem Jahr nicht mehr gefördert. Für Batterie- und Brennstoffzellen-Autos sinken die Förderprämien.

Förderprämien sinken 2024 weiter

Maximal können die Käufer vollelektrischer Autos ab 2023 vom Staat statt 6.000 noch 4.500 Euro erhalten, wenn ihr Wagen mit weniger als 40.000 Euro netto in der Verkaufsliste steht. Für teurere Fahrzeuge bis zu einem Netto-Listenpreis von 65.000 Euro gibt es noch 3.000 Euro statt bislang 5.000 Euro. 2024 sinken die Förderprämien weiter.

Über die konkreten Folgen für die Verkaufszahlen sind sich die Verbände und Experten uneins. Zwischen Januar und November 2022 wurden dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zufolge knapp 660.000 Elektrofahrzeuge neu zugelassen – ein Plus von 12,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Darunter waren etwas mehr als 366.000 reine Batteriefahrzeuge (plus 22,7 Prozent).

VDIK rechnet mit Rückgang bei Plug-in-Hybriden

Der VDIK rechnet für 2023 mit einem Einbruch bei den Plug-in-Hybriden von 12 Prozent und gleichzeitig mit einem Plus bei den batterieelektrischen Pkw von 22 Prozent auf dann 500.000 verkaufte Exemplare. Der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer prognostizierte dagegen Anfang Dezember einen deutlichen Einbruch beim Verkauf von Hybriden (94.000) und eine Stagnation beim Verkauf von Batteriefahrzeugen (390.000).

Nach vorläufigen Zahlen des zuständigen Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle flossen 2022 rund 3,2 Milliarden Euro Förderung an die Käufer elektromobiler Autos – ein Rekord. Seit Einführung der ersten Elektroprämien im Jahr 2016 wurden demnach rund 1,64 Millionen Autos gefördert. Ein Run auf die Fördertöpfe hatte Mitte 2020 begonnen, als die bis dahin gültige Kaufprämie durch eine „Innovationsprämie“ aufgestockt wurde.

„Durch die Transformation zu alternativen Antrieben wird die individuelle Mobilität für viele Menschen teurer. Industrie und Politik müssen deswegen gemeinsam dafür sorgen, dass Mobilität auch im Zeitalter der alternativen Antriebe bezahlbar bleibt“, sagte VDIK-Präsident Zirpel. „Die Bundesregierung sollte das Jahr nutzen, um die finanziellen Rahmenbedingungen der alternativen Antriebe neu auszutarieren.“

Der VDIK vertritt nach eigenen Angaben 40 Marken aus 13 verschiedenen Ländern mit einem Marktanteil von rund 40 Prozent bei den Autoverkäufen.

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