Luft- und Raumfahrt DLR gründet neues Institut für Weltraumforschung

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

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Um Kompetenzen bei Weltrauminstrumenten und Weltraumforschung zu bündeln, hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt das Institut für Weltraumforschung in Berlin-Adlershof ins Leben gerufen. Damit wurde am 1. Mai 2025 der Grundstein gelegt, um den Bereich optische Sensorsysteme und deren Einsatz in Planetenforschung, Erdbeobachtung und Sicherheit zu beschleunigen.

Auf der nach dem italienischen Mathematiker Giuseppe Colombo benannten ESA-Mission BepiColombo befinden sich auf dem Mercury Planetary Orbiter zwei im DLR entwickelten Instrumente. Sie werden ab Ende 2026 den innersten Planeten des Sonnensystems aus der Umlaufbahn beobachten.(Bild:  ESA/ATG medialab; Mercury: NASA/JPL)
Auf der nach dem italienischen Mathematiker Giuseppe Colombo benannten ESA-Mission BepiColombo befinden sich auf dem Mercury Planetary Orbiter zwei im DLR entwickelten Instrumente. Sie werden ab Ende 2026 den innersten Planeten des Sonnensystems aus der Umlaufbahn beobachten.
(Bild: ESA/ATG medialab; Mercury: NASA/JPL)

Die Raumfahrt spielt für die Erforschung der Planeten, für die Erdbeobachtung sowie für die Sicherheit eine wichtige Rolle. Satelliten und Raumsonden mit hochspezialisierten Beobachtungsinstrumenten sind hierbei essenziell. Um die dafür notwendige komplette Wertschöpfungskette abzudecken, fusionierte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) seine Institute für Optische Sensorsysteme und für Planetenforschung zum Institut für Weltraumforschung. Die Neugründung soll vor allem Beiträge zur Umsetzung der deutschen Raumfahrstrategie sowie zu den Wissenschafts- und Explorationsprogrammen der Europäischen Weltraumorganisation ESA, der amerikanischen NASA oder der japanischen Weltraumagentur JAXA beisteuern.

Neue Verantwortlichkeiten

Bereits im März 2024 legte der der Aufsichtsrat des DLR die Weichen für die Zusammenlegung der beiden Berliner Institute. Prof. Heinz-Wilhelm Hübers trägt die Verantwortung für das neu entstandene Institut für Weltraumforschung. Prof. Heike Rauer, die bisher das Institut für Planetenforschung leitete, wird im DLR als Beauftragte des Vorstands diesen in ESA-Angelegenheiten beraten. Außerdem wird Prof. Rauer die Zusammenarbeit mit der Freien Universität Berlin auf dem Gebiet der planetaren Geophysik intensivieren und verstärken.

Forschung und Industrie: Es kann nur Hand in Hand gehen

Am Institut für Weltraumforschung werden in enger Kooperation mit der Industrie Kameras, Spektrometer, Radiometer und Laser-Altimeter für den gesamten Spektralbereich entwickelt – vom ultravioletten Licht über die Wellenlängen des sichtbaren und infraroten Bereichs bis hin zum Terahertz-Bereich. Die Instrumente befinden sich an Bord von mehr als 20 Weltraummissionen von ESA, NASA und anderen Weltraumorganisationen. Beispiele sind die ESA-Planetenmissionen BepiColombo zum Merkur und Juice zum Jupiter oder das ESA-Weltraumteleskop Plato, dessen Start für Ende 2026 geplant ist, sowie die Umweltinstrumente Desis auf der Internationalen Raumstation ISS und EnMap.

Mit spezialisierten Instrumenten auf Raumsonden werden die Entstehung und Entwicklung von Planeten, Monden, Asteroiden und Kometen erforscht. Dabei spielt die Untersuchung der Bedingungen, die lebensfreundliche, habitable Umgebungen in unserem Sonnensystem und in extrasolaren Planetensystemen ermöglichen, eine immer wichtigere Rolle. Die verschiedenen Körper des Sonnensystems werden mit hochentwickelten Instrumenten aus der Distanz, aber auch am Boden erforscht. Ein bedeutender Aspekt beim Verständnis der unterschiedlichen Himmelskörper ist die numerische Modellierung der Entwicklung dieser Körper. Eine wichtige Ergänzung sind ferner Laboruntersuchungen von Proben aus dem Weltall oder von exemplarischen geologischen Formationen auf der Erde.

Umweltsysteme und Klimawandel besser verstehen dank eigenentwickelter Kameras

Die am Institut entwickelten Kameras liefern Informationen über den Status und die Entwicklung von irdischen Ökosystemen und über die Erdatmosphäre. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag, um komplexe, gekoppelte Umweltsysteme und den globalen Klimawandel besser zu verstehen. Mit dieser Forschung trägt das Institut dazu bei, die Einzigartigkeit der Erde besser zu verstehen sowie die natürlichen Ressourcen der Erde nachhaltiger und umweltschonender zu nutzen.(se)

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