Zusammenarbeit als Schlüssel für Innovationen Das Mobilitätsgeschehen im Überblick: Das war der Februar 2025

Von Stefanie Eckardt 3 min Lesedauer

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Ob Elektromobilität, autonomes Fahren oder Fahrzeugvernetzung – die Automobilindustrie befindet sich im größten Transformationsprozess ihrer Geschichte. Nicht jedes Unternehmen kann oder möchte diesen Prozess allein bewältigen. Partnerschaften spielen hier eine wichtige Rolle und der eine oder andere liebäugelt mit einem Unternehmenszusammenschluss.

Collaboration is the key - die Herausforderungen des derzeitigen Transformationsprozesses in der Automobilindustrie bringt immer mehr Partnerschaften zu Tage.(Bild:  frei lizensiert bei Pixabay)
Collaboration is the key - die Herausforderungen des derzeitigen Transformationsprozesses in der Automobilindustrie bringt immer mehr Partnerschaften zu Tage.
(Bild: frei lizensiert bei Pixabay)

Der Transformationsprozess in der Automobilindustrie setzt auch voraus, dass sich die Branche schnell auf neue Situationen einstellt – neben technologischen Herausforderungen, ändern sich auch Wettbewerbsbedingungen grundlegend und neue Wettbewerber erscheinen auf dem Markt. Herausforderungen, mit denen das eine oder andere Unternehmen zu kämpfen hat. Neue Partnerschaften stehen auf der Tagesordnung und auch Fusionen werden eruiert.

Beispielsweise haben Honda und Nissan eine Verschmelzung beider Unternehmen erörtert. Die japanischen Fahrzeughersteller unterhalten bereits seit geraumer Zeit eine Partnerschaft. Im Dezember 2024 hieß es, dass man evaluieren wolle, beide Unternehmen im Rahmen einer Dachgesellschaft zu fusionieren. Ein Zusammenschluss hätte etliche Vorteile aufgebracht. So hätte man sich Entwicklungskosten in einem Markt teilen können, der sich immer stärker in Richtung Elektromobilität und SDV orientiert. Einkauf und Produktion ließen sich effizienter gestalten und man hätte sich besser gegen internationale Konkurrenten positionieren können. Doch die Verhandlungen sind gescheitert und eventuell streckt Nissan sein Fühler bereits nach Tesla aus.

Mobilitätsgeschehen im Februar 2025
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Der Markt für Elektrofahrzeuge ist auch in China stark umkämpft. Während Autoexperten bereits im vergangenen Jahr ein Automobilhersteller-Sterben in China vorhersagten, könnten nun zwei chinesische Konzerne ihre Kräfte bündeln. Changan und Dongfeng haben zeitgleich ihre jeweilige Reorganisation angekündigt – und heizten damit kräftig die Gerüchteküche an. Sollte es zu einer Fusion kommen, dann würde der sechstgrößte Automobilhersteller weltweit entstehen. Die von Dongfeng bekanntgegebenen Zahlen zeigen, dass der Hersteller 2024 rund 2,5 Millionen Fahrzeuge verkaufte. Changan konnte knapp 2,7 Millionen Fahrzeuge absetzen. Auch wenn ein nicht zu unterschätzender bedeutender Anteil dieser Verkäufe Joint-Ventures zu verdanken ist. Das aus der Fusion entstehende Unternehmen käme also auf einen Wert von etwa 5,2 Millionen verkauften Fahrzeugen und würde sich somit Statista zufolge in puncto Fahrzeugabsatz hinter Toyota (10,82 Millionen verkaufter Fahrzeuge), Volkswagen (9,03 Millionen verkaufter Fahrzeuge), Hyundai Motor Group (7,23 Millionen verkaufter Fahrzeuge), General Motors (6,0 Millionen verkaufter Fahrzeuge) und Stellantis (5,5 Millionen verkaufter Fahrzeuge) auf Rang 6 einordnen. Damit würde es auch den heimische Konkurrenten BYD hinter sich lassen, der 2024 4,27 Millionen Fahrzeuge verkaufte.

By-Wire-Technologie auf dem Vormarsch

Aus technologischer Sicht war der Februar 2025 ebenfalls spannend. So testete Bosch sein Brake-by-Wire-System auf öffentlichen Straßen getestet. Dazu war ein Entwicklungsteam des Stuttgarter Unternehmens sechs Tage unterwegs und legte über 3.300 Kilometer durch verschiedene Klimazonen zurück. Für das Testteam ging es bis zum Polarkreis. Die Markteinführung dieses Systems plant der Zulieferer ab Herbst 2025 – erste Aufträge liegen bereits vor. Bosch erwartet, dass 2030 mehr als 5,5 Millionen Fahrzeuge über Brake-by-Wire-Systeme verfügen.

In seinem neuen Flaggschiff ET9 hat der chinesische Automobilhersteller Nio das neue Steer-by-Wire-System von ZF im SkyRide-Chassis verbaut. Der Automobilzulieferer liefert hier den Lenkrad-Aktuator zum Lenken und zur Darstellung des Lenkgefühls sowie den redundanten Lenkgetriebe-Aktuator und die dazugehörige Software. Beim Steer-by-Wire-Lenksystem von ZF ist ein mechatronischer Aktuator zwischen den Rädern die einzige Quelle der Lenkkraft, denn eine mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Lenkgetriebe gibt es nicht mehr. Die Steuerbefehle gibt ein Lenkradaktuator im Cockpit, der mit entsprechender Drehwinkelsensorik ausgestattet ist. Über die Torque-Feedback-Unit werden das natürliche Lenkgefühl und die Rückmeldung von der Straße reproduziert. Dabei passt das ZF-System die Lenkübersetzung individuell an, so dass bei unterschiedlichen Fahrgeschwindigkeiten oder -situationen die Übersetzung des Lenkradwinkels zum Radeinschlagswinkel optimal angepasst wird. So sorgt bei niedriger Geschwindigkeit eine geringere Lenkübersetzung für maximale Manövrierfähigkeit. Das Fahrzeug lässt sich mit einem maximalen Lenkeinschlag von 0,6 Umdrehungen des Lenkrads steuern, ohne nach rechts oder links zu übersteuern. Bei höherem Tempo erhöht sich die Getriebeübersetzung, um einen stabilen Geradeauslauf und eine kontrollierte Fahrweise zu gewährleisten.

Batterie-Lieferkette – wo steht Deutschland?

Je mehr Elektrofahrzeuge über die Straße rollen, desto größer die Nachfrage nach Batterien. Deren Herstellung macht jedoch eine komplexe und global vernetzte Lieferkette notwendig. In einer Studie haben das Fraunhofer FFB und die Universität Münster die Besitzverhältnisse und geopolitischen Abhängigkeiten entlang dieser Lieferkette analysiert. Die Ergebnisse dürften kaum überraschen. Die Studie demonstriert die Besitzverhältnisse hinter Minen, Raffinerien und Produktionsanlagen entlang der gesamten Batterielieferkette. Ergebnisse: China beherrscht nahezu die gesamte Wertschöpfungskette von Lithium-Ionen-Batterien – von der Rohstoffgewinnung bis zur Fertigung der Batterien – und kontrolliert nationale wie auch internationale Produktionskapazitäten. Einzige Ausnahme ist Mangan. Die Tatsache, dass China mit einem Anteil von mehr als 98 Prozent den Großteil der Lithium-Eisenphosphat-Aktivmaterialien produziert, bedeutet eine unmittelbare Abhängigkeit Europas bei dieser kostengünstigeren Batteriechemie. Besorgniserregend.  (se)

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