Gewerblich genutzte Fahrzeuge sind häufig viel unterwegs. Das macht die Umstellung auf E-Mobilität manchmal kompliziert – aber häufig auch besonders lohnend.
Flotten sind ein Treiber der Elektrifizierung.
(Bild: Heidelberg)
Flottenfahrzeuge sind die Treiber des Elektromobilisierung im Straßenverkehr. Mit einem Zwei-Drittel-Anteil an den Pkw-Neuzulassungen spielen Dienst- und Firmenwagen auf dem Neuwagenmarkt eine dominierende Rolle. Und kommen nach recht kurzer Haltedauer dann als günstige Gebrauchte auf den Markt. Während viele Konzerne und Großunternehmen schon mitten in der Umstellung sind, steht der Wandel zur E-Mobilität für kleinere Firmen – vom Handwerks-Meister bis zum ambulanten Pflegedienst - oft noch vor praktischen Hürden.
Rund jeder siebte Pkw in den deutschen Unternehmensfuhrparks war im Jahr 2022 voll elektrisiert oder ein Plug-in-Hybrid, wie eine Studie der KfW-Bank ergeben hat. Damit sind die Gewerbetreibenden den privaten Haltern voraus. Bei ihnen liegt die entsprechende Quote bei lediglich 2,3 Prozent. Am höchsten ist die E-Quote mit bis zu 7 Prozent im Dienstleistungsbereich. Pkws von Bauunternehmen und Unternehmen aus dem Sektor Verkehr und Lagerei fahren hingegen nur zu 4 Prozent rein elektrisch. Insgesamt ist das Potenzial für weitere Elektrifizierungen aber hier wie dort hoch.
Die üblichen, oft aber vor allem psychologischen Hindernisgründe für E-Mobilität wiegen für die Betreiber kleiner Fuhrparks oft noch schwerer als etwa für Privatpersonen, für die Antriebs-Experimente ein überschaubares Risiko sind. Oftmals sind Bedenken aber unbegründet. Vor allem finanziell gesehen: Zwar liegen die Anschaffungskosten für E-Mobile aktuell noch über denen von Verbrennern, dafür sind die Gesamtkosten inklusive Betrieb häufig bereits konkurrenzfähig.
Kostenparität bis Mitte des Jahrzehnts erwartet
Dabei spielen nicht zuletzt die geringeren Kosten für Wartung und Energie eine Rolle. Viele Studien und Experten sowie auch einige Autohersteller rechnen mit einer kompletten Kostenparität für Mitte des Jahrzehnts. Auch Reichweite ist ein Thema, das heute in vielen Fällen kein Hemmschuh sein muss: Wer etwa als Pflege- oder Kurierdienst vor allem in der Stadt unterwegs ist, dürfte mit aktuellen Stromern keine Probleme kriegen.
Den möglichen Problemen gegenüber stehen aber langfristig auch Vorteile. Sowohl für den Klimaschutz als auch für die wirtschaftliche Seite des Betriebs. Letztere reichen vom möglichen Image-Plus beim Kundenkontakt über den niedrigeren Wartungsaufwand bis hin zu einem Komfortgewinn bei den Angestellten. Denn gerade in Kleinwagen oder Lieferfahrzeugen sorgt der E-Antrieb für eine deutlich Aufwertung: Geräuschkomfort und Vibrationsniveau sind deutlich besser als bei einem Benziner oder Diesel. Dazu kommen ein konkurrenzlos flotter Antritt und ein agiles Fahrverhalten gerade im wuseligen Stadtverkehr.
Und über kurz oder lang werden Verbrennungsmotoren zumindest in Neuwagen oder Leasingfahrzeugen sowieso nicht mehr zu haben sein. In den kleineren Segmenten dürfte das schon lange vor dem Inkrafttreten des Verbrennerverbots im Jahr 2035 der Fall sein.
Netzanschluss als Flaschenhals
Wer als kleiner Betrieb seine Flotte umstellen will, sollte sich zunächst über den eigenen Bedarf klar werden. „Dazu zählen die Fahrprofile seiner Fahrzeuge, die zu fahrenden Routen, die Leistung der vorhandenen PV-Anlage beziehungsweise die Maximalgröße einer möglichen PV-Anlage, weitere Energieverbraucher am Standort, die Dimensionierung seines Netzanschlusses und seinen aktuellen Stromtarif“, zählt der Wallboxanbieter Amperfied die zu beachtenden Punkte auf. Vor allem der Netzanschluss kann ein Flaschenhals sein. Um Engpässe zu vermeiden, rät die Landesagentur E-Mobil BW, bei der Einrichtung der Wallboxen ein Last- und Lademanagement zu installieren.
Spätestens an diesem Punkt kann es kompliziert werden. Wer das Planen und Prüfen nicht selbst übernehmen will, kann sich an zahlreichen unterschiedlichen Stellen Hilfe holen. Neben Wallboxherstellern haben auch Stromversorger wie EnBW, Nutzfahrzeughersteller wie Ford oder Systemanbieter wie The Mobility House haben entsprechende Angebot im Programm. Gute Berater wissen zum Beispiel, dass in der Regel nicht für jedes Auto ein eigener Parkplatz mit eigener Ladestation nötig ist. Wird die Ladeinfrastruktur schlau geplant, können diese auch mehrere Fahrzeuge im Wechsel nutzen.
Stand: 08.12.2025
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Unterschiedliche regionale Fördermöglichkeiten
Sind die technischen und fahrzeugtechnischen Rahmenbedingungen geklärt, lohnt eine Recherche der bundesweiten und örtlichen Fördermöglichkeiten. Neben dem Bund, der unter anderem den Ausbau öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur fördert, gibt es je nach Region weitere Förderungen von Land, Kommune oder Energieversorger - ob das nun die Fahrzeuge, die Ladeanschlüsse oder eine PV-Anlage betrifft. Auf der Basis der gesammelten Erkenntnisse erfolgt dann die Recherche der passenden Fahrzeuge. Wichtig ist die richtige Reichweite. Empfehlenswert ist außerdem, möglichst mehrere Autos der gleichen Typen zu wählen. So fällt der Wechsel der Fahrzeuge zwischen den einzelnen Nutzern besonders leicht, weil keine Umgewöhnung nötig ist.
Alternativ können Unternehmen ihren Mitarbeitern anbieten, statt des Firmenwagens das eigene Fahrzeug zu nutzen und an der Ladeinfrastruktur des Unternehmens kostenlos zu laden. Dadurch spart das Unternehmen Fixkosten für Leasingraten, Versicherungen oder Wartungskosten. Allerdings ist ein wenig bürokratischer Aufwand nötig: Der Pflegedienst erstattet die Fahrtkosten nach einem festgelegten Satz, die Mitarbeiter müssen dafür ein Fahrtenbuch führen. Außerdem können diverse steuerliche Aspekte eine Rolle spielen. Daher sollte in jedem Fall Expertenrat, etwa vom Steuerberater, eingeholt werden, rät Amperfied.
Natürlich ist das E-Auto aktuell nicht für jedes Unternehmen und jedes Fahrprofil geeignet. Fahrzeuge, die sehr viele Kilometer auf der Autobahn zurücklegen können, gibt es zwar auch elektrisch – in der Regel handelt es sich aber um sehr teurer Luxusmobile. Eine Alternative kann in solchen Fällen aber der Plug-in-Hybrid sein. Für manche Flotten kann sich auch ein Antriebsmix lohnen: E-Autos für die Kurzstrecke, konventionelle für lange Touren. In den kommenden Jahren wachsen Angebot und Leistungsfähigkeit von Batterieautos jedoch stark. So dass die Antwort auf die persönliche Elektrifizierungs-Frage bald wieder neu beantwortet werden kann.