Alternative Antriebe Brennstoffzellen- und E-Lkw-Hersteller Nikola meldet Insolvenz nach Chapter 11 an

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

Nikola, Hersteller von Brennstoffzellen- und E-Lkw, hat die Insolvenz nach Chapter 11 beantragt. Das gab das Unternehmen über seine Marke Hyla bekannt. Chapter 11 ist ein Sanierungs- oder Reorganisationsverfahren für US-Unternehmen – benannt wurde es nach einem Kapitel des Insolvenzrechtsgesetzes der USA, der dieses Verfahren regelt.

Auf der CES 2024 zeigte Nikola noch seine Technik - nun geht dem Unternehmen das Geld aus: Der Hersteller von E- und Brennstoffzellen-Lkw hat nach Chapter 11 Insolvenz angemeldet.(Bild:  Stefanie Eckardt)
Auf der CES 2024 zeigte Nikola noch seine Technik - nun geht dem Unternehmen das Geld aus: Der Hersteller von E- und Brennstoffzellen-Lkw hat nach Chapter 11 Insolvenz angemeldet.
(Bild: Stefanie Eckardt)

Die Bekanntgabe kommt nicht überraschend; Nikola und zum Teil auch seine Tochtergesellschaften haben beim United States Bankruptcy Court for the District of Delaware freiwillige Anträge gemäß Chapter 11 des Bankruptcy Code gestellt. Darüber hinaus hat außerdem einen Antrag auf Genehmigung eines Versteigerungs- und Verkaufsprozesses gemäß Abschnitt 363 des U.S. Bankruptcy Code gestellt. Bereits im Dezember 2024 gab das Unternehmen bekannt, dass es Schwierigkeiten geben könnte, das erste Quartal 2025 zu überstehen, wie Steve Girsky, Präsident und CEO von Nikola schilderte: „Mit dem Engagement unserer Mitarbeiter und der Unterstützung unserer Partner hat Nikola bedeutende Schritte unternommen, um den emissionsfreien Verkehr voranzutreiben. Dazu gehört die Markteinführung der ersten kommerziell verfügbaren Klasse 8 Wasserstoff-Brennstoffzellen-Elektro-Lkw in Nordamerika und die Entwicklung der HYLA-Wasserstofftankstelle, die Nordkalifornien mit Südkalifornien verbindet. Aber wie andere Unternehmen in der Elektrofahrzeugbranche waren auch wir mit verschiedenen Markt- und makroökonomischen Faktoren konfrontiert, die unsere Geschäftsfähigkeit beeinträchtigt haben. In den letzten Monaten haben wir zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um Kapital zu beschaffen, unsere Verbindlichkeiten zu reduzieren, unsere Bilanz zu bereinigen und Barmittel zur Aufrechterhaltung unserer Geschäftstätigkeit zu erhalten.“

Eingeschränkter Geschäftsbetrieb beantragt

Der Geschäftsbetrieb soll vorerst – sprich bis Ende März – während des Verkaufsprozesses eingeschränkt weiterlaufen. Dafür hat Nikola entsprechende Anträge gestellt. Zum einen um den Verpflichtungen seinen Mitarbeitern gegenüber gerecht zu werden. Zum anderen will der Hersteller direkt erbrachte Service- und Support-Leistungen für die derzeit im Einsatz befindlichen Fahrzeuge, einschließlich bestimmter Hyla-Tankvorgänge erfüllen. Spätestens ab April 2025 benötige man finanzstarke Partner.

Verkauf ist bestmögliche Lösung

Nikola geht in das Chapter 11 mit rund 47 Millionen US-Dollar an Barmitteln, um diese Aktivitäten zu finanzieren, den Verkaufsprozess nach dem Insolvenzverfahren durchzuführen und das Chapter 11 durch einen Planprozess zu verlassen. In Anbetracht des Liquiditätsprofils des Unternehmens und der zu erwartenden Kosten für die Verfahren und die eingeschränkte Geschäftstätigkeit im Chapter 11 beabsichtigt Nikola, beim Gericht die Genehmigung zu beantragen, einen Verkauf seiner Vermögenswerte in einem Zeitrahmen durchzuführen, der den Liquiditätsbedarf mit den erheblichen Marketinganstrengungen vor dem Insolvenzverfahren in Einklang bringt, um das Unternehmen bestmöglich zu positionieren und den Wert für seine Interessengruppen zu maximieren.

Nikola hat zusammen mit seinen Finanz- und Rechtsberatern eine umfassende Analyse aller verfügbaren und glaubwürdigen Alternativen durchgeführt, um eine Lösung zu finden, die es dem Unternehmen ermöglichen würde, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Nach monatelanger aktiver Verfolgung dieser Alternativen kam man letztendlich zu dem Schluss, dass ein strukturierter Verkaufsprozess die bestmögliche Lösung darstellt. Der Hersteller beabsichtigt, alle, im Wesentlichen alle oder einen Teil seiner Vermögenswerte zu vermarkten und zu verkaufen und eine geordnete Abwicklung seiner Geschäfte durchzuführen.

Sollte das Gericht das vorgeschlagene Bieterverfahren genehmigen, könnten Interessenten verbindliche Angebote für den Erwerb der Vermögenswerte von Nikola abgeben. Diese könnten frei von Nikolas Schulden und bestimmten Verbindlichkeiten erworben werden.  (se)

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