Künstliche Intelligenz Bosch und Microsoft setzten auf generative KI für automatisiertes Fahren

Quelle: Pressemitteilung 4 min Lesedauer

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Wie sich generative künstliche Intelligenz dazu nutzen lässt, automatisierte Fahrfunktionen zu verbessern, daran arbeitet Bosch. Zusammen mit Microsoft untersucht der Zulieferer nun neue Möglichkeiten, wie sich Sicherheit und Komfort mit generativer KI erhöhen lassen. Das gaben beide Unternehmen im Rahmen der Bosch Connected World bekannt.

Ein Ball rollt auf die Straße. Dem wird aller Wahrscheinlichkeit nach ein Kind folgen, das nicht auf den Verkehr achtet. Der menschliche Fahrer ist darauf eingestellt, das Assistenz- oder AD-System nicht. Hier wollen Bosch und Microsoft gemeinsam ansetzen.(Bild:  Robert Bosch)
Ein Ball rollt auf die Straße. Dem wird aller Wahrscheinlichkeit nach ein Kind folgen, das nicht auf den Verkehr achtet. Der menschliche Fahrer ist darauf eingestellt, das Assistenz- oder AD-System nicht. Hier wollen Bosch und Microsoft gemeinsam ansetzen.
(Bild: Robert Bosch)

Rollt ein Ball auf die Straße, wird ein menschlicher Fahrer davon ausgehen, dass ein Kind hinterherläuft, ohne auf den Verkehr zu achten. Heutige assistierte und automatisierte Fahrsysteme können das noch nicht und müssen lernen, mit derartigen Situationen umzugehen. Bosch untersucht, wie sich generative künstliche Intelligenz (KI) zur Verbesserung automatisierter Fahrfunktionen einsetzen lässt. Vor diesem Hintergrund ergründen die Stuttgarter und Microsoft derzeit Möglichkeiten zur Zusammenarbeit und zur maximalen Nutzung generativer KI. „Bosch arbeitet daran, eine neue Dimension von KI-Anwendungen im Fahrzeug zu erschließen“, so Dr. Stefan Hartung, Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung, anlässlich des diesjährigen AIoT-Branchentreffens Bosch Connected World in Berlin. Generative KI soll es dem Fahrzeug künftig ermöglichen, Situationen einzuschätzen, entsprechend zu reagieren und so Verkehrsteilnehmer noch besser zu schützen. Mehr Sicherheit im Straßenverkehr – das wünschen sich auch 60 Prozent der Befragten des diesjährigen Bosch Tech Compass, einer weltweiten, repräsentativen Umfrage des Zulieferers zu den Themen Technologie und KI.

Sicherheit in Straßenverkehr verbessern

Bosch und Microsoft gehen davon aus, dass eine Zusammenarbeit die Leistung automatisierter Fahrfunktionen auf die nächste Stufe heben würde. Die Hoffnungen ruhen dabei auf generativer KI, mit der der Komfort im Fahrzeug und die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer erhöht werden sollen. Um die generative KI zu füttern, dürften sich die automobilspezifische KI-Expertise von Bosch als ebenso überaus wertvoll erweisen wie der Zugang des Technologieunternehmens zu Fahrzeugsensordaten.

Wenn es darum geht, Systeme für das automatisierte Fahren zu trainieren, kommt KI heute noch schnell an ihre Grenzen. Aktuelle Fahrerassistenzsysteme sind zwar bereits in der Lage, Personen, Tiere, Objekte und Fahrzeuge zu erkennen, doch schon in naher Zukunft können sie feststellen, ob in der jeweiligen Situation ein Unfall droht. Generative KI trainiert Systeme für automatisiertes Fahren auf der Grundlage großer Datenmengen, aus denen so verbesserte Erkenntnisse gezogen werden. So ließe sich beispielsweise ableiten, ob es sich bei einem Objekt auf der Fahrbahn um eine Plastiktüte oder beschädigte Fahrzeugteile handelt. Mit dieser Information kann entweder eine direkte Kommunikation zum Fahrer aufgenommen werden, beispielsweise lassen sich Warnhinweisen einblenden. Oder es können entsprechende Fahrmanöver eingeleitet werden, wie eine Bremsung unter Einschalten des Warnblinkers.

Generative KI ist Technologie der Zukunft

„Generative KI ist ein Innovationsbooster und kann die Industrie verändern, ähnlich wie die Erfindung des Computers“, ist sich Bosch-Geschäftsführerin und Chief Digital Officer Dr. Tanja Rückert sicher. Das zeigt auch der neue Bosch Tech Compass 2024: Demnach sind 64 Prozent der Befragten der Meinung, dass KI die bedeutendste Technologie der Zukunft ist. Zum Vergleich: Nur ein Jahr zuvor waren davon lediglich 41 Prozent der Befragten überzeugt.

Bei Bosch kommt generative KI bereits in vielen Bereichen zur Anwendung. Dabei arbeitet das Unternehmen neben Microsoft mit mehreren Partnern, darunter AWS, Google und Aleph Alpha, zusammen. Schon im vergangenen Jahr hat die Corporate-Venture-Capital-Einheit des Unternehmens, Bosch Ventures, in das KI-Unternehmen Aleph Alpha investiert. Darüber hinaus wurde eine inhaltliche Zusammenarbeit mit dem Start-up angekündigt, um gemeinsam neue Anwendungsfälle, sowohl für Beschäftigte als auch für Kunden umzusetzen. Ergebnis: Bosch führt in Nordamerika in Zusammenarbeit mit Aleph Alpha eine KI-basierte Spracherkennung im Auftrag eines Premium-Automobilherstellers ein. Ein Sprach-Bot versteht und beantwortet dabei Pannenservice-Anrufe mithilfe einer natürlichen Sprachverarbeitung, die auch Dialekte, Akzente und Stimmungen erfasst. Die Wartezeit für den Fahrer wird aufgrund der Direktannahme des Gesprächs auf ein Minimum reduziert. Bereits 40 Prozent der Anrufe können automatisiert bearbeitet und gelöst werden. Bei komplexeren Anfragen übermittelt der Bot alle relevanten Informationen an einen Service-Center-Agenten, der den Fall unmittelbar übernimmt.

Weiterbildung notwendig

Der Einsatz von KI in immer mehr Lebensbereichen macht auch die berufliche Weiterbildung immer wichtiger: Davon sind 58 Prozent der Befragten des Bosch Tech Compass überzeugt. Vor allem in den USA ist die Zustimmung mit 63 Prozent groß. In Deutschland stimmt 54 und in China 52 Prozent zu. Der Zulieferer nimmt seine Mitarbeitenden auf diesem Weg mit. 2019 wurde ein KI-Trainingsprogramm ins Leben gerufen, um zunächst 30.000 Mitarbeitende im Bereich künstliche Intelligenz zu schulen. Bisher haben rund 28.000 Mitarbeitende das Programm durchlaufen. Dieses wurde ebenso wie der Bosch-KI-Kodex, der ethische Leitlinien für den Umgang mit künstlicher Intelligenz setzt, um Inhalte zu generativer KI ergänzt.

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Bosch Tech Compass 2024

Für die repräsentative Studie wurden im Dezember 2023 von der Gesellschaft für Innovative Marktforschung mbH im Auftrag des Stuttgarter Unternehmens Personen ab 18 Jahren in sieben Ländern – Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien und USA – online befragt. In Deutschland, Frankreich und Großbritannien wurden jeweils mindestens 1.000 Personen befragt, in Brasilien, China, Indien und den USA jeweils mindestens 2.000 Personen. Die Stichproben sind repräsentativ für das jeweilige Land in Bezug auf Region, Geschlecht und Alter.  (se)

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