Alternative Antriebe Bosch startet im Werk Nürnberg Realbetrieb von Brennstoffzellen-Truck

Von Stefanie Eckardt 1 min Lesedauer

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Im Bosch-Werk Nürnberg kommt seit kurzem im Werksverkehr ein Brennstoffzellen-Truck zum Einsatz. Das Fahrzeug verfügt über das selbstgefertigte Fuel Cell Power Module; die Daten aus dem Realbetrieb unterstützen die Weiterentwicklung.

Seit Kurzem setzt das Bosch-Werk Nürnberg einen brennstoffzellenelektrischen Truck im Werksverkehr ein, der mit einem eigens entwickelten Brennstoffzellensystem ausgestattet ist. (Bild:  Robert Bosch)
Seit Kurzem setzt das Bosch-Werk Nürnberg einen brennstoffzellenelektrischen Truck im Werksverkehr ein, der mit einem eigens entwickelten Brennstoffzellensystem ausgestattet ist.
(Bild: Robert Bosch)

Bis zu 800 Kilometer Reichweite hat der Iveco-Truck, der im Auftrag des Bosch-Werks von der Spedition Schäflein betrieben wird. Schäflein wiederum mietet das Fahrzeug von dem auf emissionsfreie Lkw spezialisierten Miet-Anbieter Hylane. 12.000 Kilometer pro Jahr soll das Fahrzeug, das auf einer festen Strecke insbesondere Produkte aus der werkseigenen Herstellung transportiert, zurücklegen. Primäres Ziel der Nutzung ist – neben einer Verringerung der Emissionen in der Logistik – Erfahrung und möglichst viele Daten zu sammeln, die in die Weiterentwicklung zukünftiger Antriebssysteme wie den Modellen Compact 190 und Compact 300 fließen. „Der problemlose Betrieb zeigt, dass die Brennstoffzelle reif für den Serieneinsatz ist“, erklärt Werkleiter Alexander Weichsel. Er weist aber darauf hin: „Entscheidend für eine erfolgreiche Wasserstoffwirtschaft sind vor allem eine hohe Verfügbarkeit von bezahlbarem Wasserstoff und der Aufbau einer adäquaten H2-Infrastruktur, auch in Nürnberg. Wir arbeiten aktiv daran, mit Industriepartnern der Metropolregion Nürnberg die Wasserstoffstrategie in Bayern umzusetzen.“

Eigenes System im Realbetrieb

Mit dem Truck hat Bosch in Europa jetzt erstmals sein eigenes System im Realbetrieb. Die fünf verbauten Wasserstofftanks fassen bis zu 70 kg bei 700 bar Druck. Das Brennstoffzellensystem liefert eine Leistung von insgesamt über 200 kW. Die eAchse wird aus dem Brennstoffzellensystem (Fuel Cell Power Module, FCPM) gespeist, zwei zentral verbaute Batteriepakete dienen als Energiepuffer. Die Systemleistung des Trucks liegt bei 400 kW, das zulässige Gesamtgewicht beträgt bis zu 44 t. Neben seiner Robustheit und der hohen Reichweite, die im Gegensatz zu batterieelektrischen Fahrzeugen nicht von der Außentemperatur beeinflusst wird, überzeugt der Truck mit geringen Betankungszeiten, die denen eines Diesel-Lkws gleichen. Der Serienstart des FCPM erfolgte bereits Mitte 2023 in Stuttgart-Feuerbach. Das Bosch-Werk in Bamberg liefert dafür den Brennstoffzellen-Stack zu, das Werk Homburg weitere Komponenten wie etwa den elektrischen Luftkompressor oder das Rezirkulationsgebläse. (se)

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