Fahrzeugentwicklung Bosch erprobt Brake-by-Wire-System auf öffentlichen Straßen und in verschiedenen Klimazonen

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

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Automobilzulieferer Bosch hat sein neue Brake-by-Wire-System auf öffentlichen Straßen getestet. Dazu war ein Entwicklungsteam des Stuttgarter Unternehmens sechs Tage unterwegs und legte über 3.300 Kilometer durch verschiedene Klimazonen zurück. Für das Testteam ging es bis zum Polarkreis.

Die Erprobungsfahrt mit Brake-by-Wire führte das Testteam von Bosch ins hauseigene Wintertestzentrum Vaitoudden im schwedischen Arjeplog.(Bild:  Bosch)
Die Erprobungsfahrt mit Brake-by-Wire führte das Testteam von Bosch ins hauseigene Wintertestzentrum Vaitoudden im schwedischen Arjeplog.
(Bild: Bosch)

Bei einem Brake-by-Wire-System entfällt die mechanische Verbindung zwischen Bremspedal und Bremssystem – die Bremsaktion wird als elektrisches Signal über redundante Signalleitungen an das System übertragen. Für diesen Ansatz hat Bosch eine Lösung mit zwei unabhängigen hydraulischen Bremsaktuatoren entwickelt, nämlich einem By-Wire-Bremsaktuator und einem ESP. Heutige Bremssysteme stellen die erforderliche Redundanz im Fehlerfall noch über eine mechanische Verbindung zum Bremspedal sicher. Diese Kopplung über eine Eingangsstange zum Bremspedal entfällt bei der Bosch-Lösung. Die Markteinführung dieses Systems plant der Zulieferer ab Herbst 2025 – erste Aufträge liegen bereits vor. Bosch erwartet, dass 2030 mehr als 5,5 Millionen Fahrzeuge über Brake-by-Wire-Systeme verfügen.

Flexible Wahl des Einbauraums

Durch den Wegfall der mechanischen Verbindung ist es nicht mehr notwendig, die Bremssystemkomponenten an der Spritzwand des Fahrzeuges zu montieren. Stattdessen lassen sich diese nun dort verbauen, wo es im Hinblick auf Crash-Sicherheit, Geräuschentwicklung und Montage sinnvoll ist. Die Flexibilität in der Wahl des Einbauraums für die Bremsaktuatorik hilft, Varianten für Rechts- und Linkslenkerfahrzeuge zu vermeiden. Die By-Wire-Technologie ermöglicht neue Pedalkonzepte mit verkürztem Bremspedalweg, um Platz für neue Innenraumkonzepte zu schaffen.

Die Bosch-Lösung setzt auf bewährter Bremssystem-Technologie und ist eine Kombination aus By-Wire-Bremsaktuator und ESP. Durch ihr Design lässt sich Bauraum einsparen und das Gewicht des Bremssystems minimieren. Weil By-Wire-Bremsaktuator und ESP jeweils unterschiedlichen Kanälen des redundanten Bordnetzes zugeordnet sind, können sie im Fehlerfall jeweils unabhängig voneinander den erforderlichen Bremsdruck an allen vier Radbremsen aufbauen. Damit eignet sich das System insbesondere für hochautomatisierte Fahrzeuge.

Daten sammeln beim Langstreckentest

Das neue System wird in erster Linie in Abstatt entwickelt. Das dort ansässige Entwicklungsteam prüfte es während einer Langstreckenfahrt auf Herz und Nieren. Dabei ging es von Abstatt über Hamburg, Kopenhagen, Stockholm und dem Polarkreis bis hin zum hauseigenen Wintertestzentrum Vaitoudden im nordschwedischen Arjeplog. Bosch hat für das Versuchsfahrzeug eine Straßenzulassung in mehreren Ländern bekommen. Voraussetzung hierfür war das Sicherheitskonzept des Zulieferers. Dabei führte das Team nach eigenen Aussagen tausende Bremsungen durch und sammelte Erkenntnisse und Daten über das Verhalten des Bremssystems in verschiedenen Verkehrssituationen. Diese wurden dann mit den Simulationen abgeglichen. Die gesammelten Daten fließen wiederum in die zukünftige Entwicklungsarbeit von Bosch ein, um das hydraulische Brake-by-Wire-System weiterzuentwickeln. (se)

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