Touch Control Autonomes Fahren trifft auf smarte Scheiben

Von Christian Baum * 4 min Lesedauer

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Sie hält Wind, Regen und Schnee von den Fahrzeuginsassen ab und sorgt für die Karosseriesteifigkeit des Fahrzeugs. Doch auf dem Weg zum autonomen Fahren bietet die Windschutzscheibe nicht mehr nur reine Schutz- und Sicherheitsfunktionen – sondern, sie entwickelt sich von der passiven zur aktiven Scheibe mit zusätzlichen elektronischen Anwendungen.

Funktionen wie das Head-up-Display – Audi Q4 e-tron – sind bereits an der Windschutzscheibe angebracht. Für das autonome Fahren wird die Scheibe noch intelligenter. (Bild:  Audi)
Funktionen wie das Head-up-Display – Audi Q4 e-tron – sind bereits an der Windschutzscheibe angebracht. Für das autonome Fahren wird die Scheibe noch intelligenter.
(Bild: Audi)

Was 1886 mit der Patentanmeldung von Carl Benz begann, wurde ein nicht mehr wegzudenkendes Fortbewegungsmittel und eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht: das Auto. Bald 140 Jahre auf dem Markt oder eher gesagt auf der Straße, nahm das Auto besonders im letzten Jahrzehnt im Bereich Technik und Innovation nochmals Fahrt auf. Die Automobilindustrie hat sich durch den technologischen Fortschritt, aber auch durch gesellschaftspolitische und ökologische Anforderungen stark verändert. Von der Elektromobilität über weitere visionäre Antriebstechnologien bis hin zu Materialien im Fahrzeugbau: Das Fahrzeug verändert sich stark. Hinzu kommen Möglichkeiten, die bis vor wenigen Jahren nur aus Science-Fiction-Filmen oder 1980er-Jahre-Serien wie Knight Rider bekannt waren: Autonomes Fahren und Advanced-Driver-Assistance-Systems, kurz ADAS, werden das Autofahren erheblich revolutionieren.

Fahrassistenz ist Pflicht ab 2024

Zwar haben der Deutsche Bundestag und der Bundesrat bereits vor drei Jahren, im Mai 2021, einem Gesetz zugestimmt, nach dem vollständig autonome Fahrzeuge in Deutschland grundsätzlich am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen können. Dennoch werden sich autonome Autos laut einer Prognose-Studie erst ab 2040 durchsetzen. Bis zum Jahr 2030 planen Hersteller, wie Audi, Volvo, Mercedes oder BMW, selbstfahrende Autos serienreif zu machen. Das vernetzte Fahrzeug nimmt an Bedeutung zu. Es ist über das Internet mit anderen Fahrzeugen und der Umwelt verbunden und kann in alle Richtungen kommunizieren. Dabei spielt die Windschutzscheibe eine nicht zu unterschätzende Rolle – Fahrassistenzsysteme (FAS), Adaptive Cruise Control (ACC) sowie Funktionen wie das Head-up-Display sind bereits hier angebracht.

Laut ADAC wird sich die Verkehrssicherheit durch selbstfahrende Autos erhöhen, denn bei immerhin 90 Prozent aller Crashs ist menschliches Versagen die Ursache. Während die Serienreife für diese Art der Mobilität noch auf sich warten lässt, sind die Entwicklungen, die hauptsächlich in smarten Windschutzscheiben verbaut sind, bereits an der Tagesordnung. Kameras, Sensoren und künstliche Intelligenz helfen, die Umgebung besser zu verstehen, geben Hinweise, damit Fahrende schneller auf Veränderungen reagieren können, und reduzieren damit Unfälle.

Mit dem neuen EU-Gesetz sind Fahrassistenzsysteme jedoch nicht mehr optional, sondern werden zur Pflicht: Ab 2022 sind die Assistenten in allen neu entwickelten Fahrzeugen der EU zu finden, ab diesem Jahr dann auch in jedem Neuwagen.

Smarte Scheibe und Touch-Control

Neben dem Sicherheitsfaktor kann „intelligentes Glas“ aber auch für ein angenehmeres Fahren sorgen. Das Fahrzeug wird zum Lebensraum mit neuer Bedeutung. Begriffe wie Sensorik, Augmented Reality, taktiles also berührbares Glas, Unterhaltung, Infotainment und Vernetzung nehmen dabei eine immer größere Rolle ein. Das autonome Fahren erfordert eine Menge Sensoren, Lasertechnik und Kamerasysteme auf der Scheibe.

Die Touch-Control Scheibe kann bestimmte Funktionen, wie das Auftauen oder das Verdunkeln der Scheiben durch ein einziges Antippen auf der Windschutzscheibe, aktivieren. Die Fahrzeugverglasung entwickelt sich von einer passiven zur aktiven Scheibe mit zusätzlichen elektronischen Anwendungen. Die Scheiben des Fahrzeugs bieten unendlich viel Platz für diese Anforderungen: Nicht nur die Windschutzscheibe, sondern auch die Seitenscheiben können in der Zukunft als Displays fungieren. Im Hinblick auf autonomes Fahren werden Windschutzscheiben zukünftig zu einer Schnittstelle für die Insassen, über die Informationen oder Entertainmentprogramme bereitgestellt werden können.

Auch die Faszination von Glasdächern ist groß. Diese sollen mehr bieten als den schnöden Blick nach außen – Komfort in puncto Lichteinfall, Wegfall der Dachlamellen und Wärme sind Grundvoraussetzungen.

Nicht zu unterschätzen: Reparaturen und Austausch

Natürlich dient die Fahrzeugverglasung dazu, Wind und Regen von den Fahrzeuginsassen fernzuhalten. Darüber hinaus bindet sie jedoch sicherheitsrelevante Bauteile. Ohne die intakte Fahrzeugverglasung ist die Karosseriesteifigkeit eines Autos und somit die Sicherheit der Passagiere nicht gewährleistet. Dabei muss die entsprechende Qualität der Verglasung gesichert sein.

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In der Regel entsprechen alle im Markt angebotenen Ersatzverglasungen den gesetzlichen Zulassungsnormen nach ECE R43. Die Sicherheit der Fahrzeuginsassen ist gesetzlich definiert und gewährleistet. Diverse Nachbauscheiben unterscheiden sich jedoch vom Original und können zu gravierenden Beeinträchtigungen in Funktion und Anmutung führen, wenn die Vorgaben des Fahrzeugherstellers nicht eingehalten werden oder – im schlimmsten Fall – diese noch nicht einmal bekannt sind. Ein Scheibenaustausch erfordert eine präzise Kalibrierung der Werkstätten. Denn die Assistenzsystem können nur dann einwandfrei funktionieren und die notwendigen Daten liefern, wenn man die Originalscheibe verbaut hat und die Sensoren exakt justiert sind. Schon eine kleine Ungenauigkeit kann das Unfallrisiko drastisch erhöhen, wenn die Assistenzsysteme nicht ordnungsgemäß funktionieren.

Werkstätten müssen sich auf die neuen Ansprüche der Reparaturen vorbereiten und gerade der Autoglas-Markt benötigt das Know-how, die intelligenten Glasflächen wieder hundertprozentig zum Einsatz zu bringen. Mit der Hilfe von Sekurit Service können sich Werkstätten gut aufstellen: Das fachliche Wissen, die passende Glassoftware sowie Werkzeug aus dem One-Stop-Shop Sortiment und ein Fokus auf Nachhaltigkeit, beispielsweise durch Recycling-Service, werden angeboten. Das Partner Netzwerk stärkt besonders Freie Werkstätten. (se)

* Christian Baum ist Geschäftsführer Saint-Gobain Sekurit Service

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