Vorschau Automotive-Highlights auf der Embedded World 2024

Von Stefanie Eckardt 6 min Lesedauer

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In Nürnberg dreht sich wieder alles um eingebettete Systeme. Vom 09. bis 11.04.2024 öffnet die Embedded World ihre Pforten und zeigt die gesamte Bandbreite von Hardware über Software bis hin zu Dienstleistungen und Tools. Automotive spielt als Applikationsbereich eine wichtige Rolle.

Vom 09.04. bis 11.4.2024 versammelt sich wieder die Embedded-Community in Nürnberg. (Bild:  NuernbergMesse/Frank Boxler)
Vom 09.04. bis 11.4.2024 versammelt sich wieder die Embedded-Community in Nürnberg.
(Bild: NuernbergMesse/Frank Boxler)

Im April kommt die Embedded-Community für drei ereignisreiche Tage zusammen. Nach einer erfolgreichen Veranstaltung letztes Jahr im März mit über 950 Aussteller aus 44 Ländern und rund 27.000 Besuchern – was einem Plus von 50 Prozent im Vergleich zu 2022 entsprach – sind die Erwartungen entsprechend hoch. Die Produktankündigungen der Hersteller sprechen schon einmal eine deutliche Sprache. Insbesondere der Automotive-Bereich hält entsprechende Highlights bereit.

Software-defined Vehicle

Die Zukunft des Fahrzeugs ist elektrisch, vernetzt sowie automatisiert – und dadurch vor allem durch Software geprägt. Neue Funktionen werden in erster Linie durch Software ermöglicht. Damit einher geht eine stetig wachsende Komplexität, die bewältigt werden muss. Um diese Herausforderung zu meistern, hat NXP mit der S32-CoreRide eine Plattform entwickelt, die „die Entwicklung komplexer Fahrzeugarchitekturen vereinfacht“, wie Henri Ardevol, Executive Vice President und General Manager Automotive Embedded Systems bei NXP im Rahmen einer Presseveranstaltung in der Motorworld München betonte. Ein zusätzlicher Vorteil: Die Plattform wird von einem entsprechenden Ökosystem unterstützt, an dem sich Software-Anbieter und Automobilzulieferer gleichermaßen beteiligen, wie ArcherMind, Blackberry QNX, Elektrobit, ETAS, Green Hills Software, Sonatus, Synopsys, TTTech Auto, Vector Informatik, Accenture ESR Labs, Wind River oder Valeo. NXP zeigt die S32-CoreRide-Plattform auf seinem Stand in Halle 4A, am Stand 4A-222.

Vorschau auf die Embedded World 2024
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Für die Anpassung der Fahrzeug-E/E-Architektur von Software-definierten Fahrzeugen sind neue Steuergeräte (ECU) unerlässlich. Um diese entwickeln zu können, werden neue Mikrocontroller benötigt, die auch die Anforderungen sicherheitskritischer Systeme wie Zonensteuerung, Fahrwerk, Radar, elektrische Antriebe und erschwingliche KI-Systeme erfüllen, indem sie mehr Leistung und erweiterte Funktionen bieten. Infineon adressiert diese Nachfrage mit den neuen Aurix TC4x-Controllern, deren TriCore-Multicore-Architektur durch eine Safety- und Security-Accelerator-Suite ergänzt wird. Um die strengen Sicherheitsanforderungen zu erfüllen, hat Green Hills sein sicherheitszertifiziertes Echtzeitbetriebssystem µ-velOSity RTOS auf die Produktfamilie portiert. Die integrierte Entwicklungsumgebung Multi unterstützt auch diese Prozessorfamilie und ermöglicht es somit, die Entwicklungszeit zu verkürzen, die Produktivität zu steigern und gleichzeitig den schnellsten und kleinsten Code für den Aurix TC4x zu generieren. Die Partner demonstrieren ihre Lösung auf der Embedded World 2024 am Stand 4-325 von Green Hills.

Safety und Security

Vernetzte Fahrzeuge bedeuten mehr Chancen und Möglichkeiten, aber auch mehr Komplexität, Fehlerquellen und mehr Einfallstore für Hacker und Manipulatoren. Security ist daher eines der wichtigsten Themen insbesondere in Hinsicht auf automatisierte Fahrzeuge. Security beginnt schon bei der Entwicklung eingebetteter Systeme, vor allem ihres Software-Anteils. An seinem Stand 4-150 zeigt Perforce Software, wie die Sicherheit und Compliance des Software-Codes dauerhaft erhöht werden kann. Zu den vorgestellten Neuerungen gehören unter anderem die Unterstützung des Standards MISRA C++:2023 zur Vermeidung und Beseitigung von Sicherheitslücken, Geofencing für einen effektiveren Schutz geistigen Eigentums und intelligente Sentiment-Analysen auf Basis maschinellen Lernens für effektivere statische Code-Analysen. Die meisten Software-Sicherheitsprobleme sind die Folge von Kodierungsfehlern. Entwicklungsteams benötigen deshalb Werkzeuge und Anleitungen, um Sicherheitslücken bereits in einem frühen Stadium der Softwareentwicklung zu vermeiden. Je früher Software-Fehler oder Sicherheitslücken entdeckt und behoben werden, desto schneller, einfacher, zuverlässiger und sicherer ist der Code. Perforce stellt in Halle 4 am Stand 510 aus.

TrustInSoft wird in Halle 4 am Stand 340 neue Funktionen für TrustInSoft Analyzer vorstellen. Dieses neueste Update ergänzt das Produkt um Eingabe-Abdeckungsmetriken für abstrakte, interpretationsbasierte statische Analysen, die bei der Emulation von Milliarden von Tests den Grad der Verallgemeinerung von Eingaben verfolgen. Dadurch wird das Tracking der Eingabeabdeckung deutlich verbessert, sodass Entwickler Lücken bei der Codeanalyse aufdecken und korrigieren und dadurch mühelos eine höchst präzise Testabdeckung erzielen können. Diese Funktion markiert einen Paradigmenwechsel im Vergleich zu herkömmlichen Abdeckungsmetriken, weil bei den untersuchten Eingabezuständen Tiefe, Verallgemeinerung und der Anteil des untersuchten Raums der Eingangszustände im Vordergrund stehen. Darüber hinaus wurden bei TrustInSoft Analyzer Verifikationsmetriken, Berichterstellung und Bedienkomfort verbessert.

Die wichtigsten Neuerungen: ein verbessertes CERT-C Regel-Reporting. Diese Funktion sorgt für Compliance mit dem CERT-C-Standard für sichere Codierung, der für Sicherheit in der Softwareentwicklung unverzichtbar ist. Der Fokus liegt auf die Automobilbranche. Dank der Integration von AUTOSAR Classic optimiert TrustInSoft Analyzer die Analyse von Software im Automobilbereich, steigert die Effizienz und reduziert Bedienungsfehler. Last, but not least: Trendmetriken. Die Quantifizierung des Testfortschritts wird vereinfacht durch die Visualisierung von Trends bei Hauptkennzahlen, was im gesamten Entwicklungsprozess dafür sorgt, dass analysierter Code frei von kritischen Fehlern bleibt.

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Parasoft zeigt in Halle 4 am Stand 318 Möglichkeiten zur Automatisierung von Softwaretests und zeigt, wie man die Einhaltung von Standards, Codesicherheit und Cybersecurity in agilen und DevOps-Umgebungen erreichen kann. Zu den Zielmärkten zählen die Automobil-, Industrieautomatisierungs-, Medizin-, Luft- und Raumfahrt- sowie die Bahnindustrie. Neu ist die Version 2023.2 von C/C++test, die sicherstellt, dass der C++17-Code dem MISRA C++ 2023 Standard entspricht.

Mit Fokus auf modernen Software-Tests in agilen DevOps-Workflows integrieren sich die Lösungen von Parasoft nahtlos in CI/CD-Pipelines und wenden KI und maschinelles Lernen auf die statische Analyse an, um die Effizienz zu steigern. Dadurch können Fehler schon früher im Software-Entwicklungszyklus erkannt werden, zudem wird die Einhaltung von Industriestandards wie u.a. ISO 26262, DO-178C, IEC 62304, IEC 61508 und EN 50128 automatisch durchgesetzt. Die Automatisierung von Unit-Tests und Code Coverage erzielt höhere Produktivität. Zusätzlich zur vollständigen Unterstützung der Programmierstandards für MISRA C 2023, MISRA C++ 2023, CERT C/C++ und anderen bieten die Parasoft Lösungen ein innovatives Konzept für Compliance-Reporting und Risikobewertung. Das Reporting- und Analyse-Dashboard ermöglicht den Überblick über die Qualität der Software.

Tasking hat seine BlueBox-Debugger-Familie um den iC7pro und den iC7max ergänzt. Diese ermöglichen schnellere Reaktionszeiten und eine verbesserte Leistung für die Software-Entwicklung. Der iC7mini ist bereit verfügbar, iC7pro und iC7max lassen sich ab sofort bestellen. Alle drei Produkte stellt das Unternehmen auf der Embedded World am Stand 255 in Halle 4 vor. Hier zeigt der iC7pro in einer Demo, wie winIDEA für Trace-basierte Timing-Tests an realen und virtuellen Targets funktioniert. Dabei kommt ein Vector Microsar auf einem TC399XE Target Board und auf einem Synopsys TC39x VDK Level-4 Simulator (Synopsys Virtualizer) zum Einsatz.

Fahrerassistenz und Fahrzeuginnenraum

VIA optronics will zusammen mit Antolin einen gemeinsamen Cockpit-Demonstrator vorführen. Dieser ist das erste Ergebnis der kürzlich angekündigten Zusammenarbeit. Hier wollen die Unternehmen ihr gemeinsames Fachwissen und ihre Fähigkeiten nutzen, um integrierte Display-Systeme für den Fahrzeuginnenraum zu entwerfen, zu entwickeln und zu produzieren, einschließlich Cockpits, Bodenkonsolen und Kopfstützen.

ADAS-Lösungen für autonome Fahrzeugcomputing-Plattformen bringt Adlink mit auf die Embedded World. In Halle 3 am Stand 147 zeigt eine neue Demo die KI-ADAS-Lösung für Nutzfahrzeuge des Herstellers, die eine Rundumüberwachung und ein Fahrerüberwachungssystem umfasst.

TI hat Mikrocontroller u.a. für Automotive-Systeme im Gepäck (Halle 3A, Stand 131): Der Hersteller hat sein Portfolio an Arm Cortex-M0+-MCUs seit deren Einführung anlässlich der Embedded world im vergangenen Jahr um mehr als 100 neue Mikrocontroller aufgestockt. Dabei stehen Optionen zur Anpassung an beliebige Designanforderungen in Sachen Speicher, Analogintegration oder Größe zur Wahl, sodass sich sowohl die Kosten als auch die Designzeit auf der Bauteile- und Systemebene reduzieren.

Simulation

Um den gestiegenen Anforderungen an Entwicklungssystemen für RCP- und HiL-Anwendungen Rechnung zu tragen, hat dSpace die MicroLabBox weiterentwickelt. Die MicroLabBox II vereint hohe Rechengeschwindigkeit in einem kompakten Gehäuse. Der Quad-Core-Prozessor ermöglicht die schnelle Ausführung anspruchsvoller Simulink-Modelle. Darüber hinaus bietet das Gerät II ein frei programmierbares FPGA für noch schnellere Regelkreise oder anspruchsvolle und hochgenaue Simulationsmodelle, zum Beispiel für die Simulation von Elektromotoren. Diverse I/O-Schnittstellen erfüllen alle Anforderungen von Entwicklern, die Algorithmen prototypisieren wollen. Anwender können mit der Experimentier-Software ControlDesk des Herstellers auf Modellsignale für Visualisierungs- und Messzwecke zugreifen und Modellparameter online verändern. dSpace findet man in Halle 4 am Stand 327.

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