Additive Fertigung 3D-Druck beschleunigt nicht nur die Fertigung … sondern auch die Bahn

Von Susanne Braun 1 min Lesedauer

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Seit mehr als zehn Jahren nutzt die Deutsche Bahn 3D-Druck, um zügig Ersatzteile und Spezialwerkzeuge zu beschaffen, ähnlich also wie in vielen Produktionshallen hierzulande. Der Vorteil des 3D-Drucks liegt nicht nur in der Geschwindigkeit, sondern auch in wirtschaftlichen Faktoren.

Ein Getriebegehäuse, das im 3D-Druckverfahren hergestellt wurde.(Bild:  DB AG)
Ein Getriebegehäuse, das im 3D-Druckverfahren hergestellt wurde.
(Bild: DB AG)

3D-Druck kann in vielen Bereichen der Elektronikfertigung von großem Vorteil sein. Flexibel entworfene und erstellte Bauteile, die präzise zur entsprechenden Anwendung passen, sind heutzutage in vielen Betrieben unerlässlich, die ihre eigene Werkstatt betreiben und eigene Lösungen für die Fertigung entwerfen.

Schon seit dem Jahr 2015 setzt auch die Deutsche Bahn konsequent auf additive Fertigung. Was mit einfachen Kunststoff-Ersatzteilen begann, ist heute ein digitales Ersatzteilportfolio mit über 200.000 gedruckten Komponenten für mehr als 1.000 Anwendungen. Dabei geht es um Kleinteile, aber auch um tonnenschwere Metallbauteile.

Im neuen ICE L kommt ein Hilfsmittel zum Einsatz, um die Sitzplatzaufkleber korrekt zu platzieren - ein Wekzeug aus dem 3D-Drucker.(Bild:  DB AG/Max Zimmermann)
Im neuen ICE L kommt ein Hilfsmittel zum Einsatz, um die Sitzplatzaufkleber korrekt zu platzieren - ein Wekzeug aus dem 3D-Drucker.
(Bild: DB AG/Max Zimmermann)

Die Deutsche Bahn nutzt 3D-Druck vordergründig für die Instandhaltung von Zügen und Lokomotiven. Ersatzteile werden bedarfsgerecht produziert, etwa Mantelhaken, Bohrschablonen oder 540 Kilogramm schwere Getriebegehäuse aus Metall. Durch die additive Fertigung lassen sich den eigenen Angaben der Deutschen Bahn zufolge Lieferzeiten deutlich verkürzen, Lagerhaltung reduzieren und Abhängigkeiten von Zulieferern minimieren.

Digitales Lager

Zentrale Grundlage ist das digitale Warenlager der DB. In der Datenbank sind aktuell mehr als 1.000 virtuelle Ersatzteilmodelle hinterlegt, die bei Bedarf kurzfristig produziert werden können. Das beschleunigt Reparaturen, verlängert die Lebensdauer von Fahrzeugen und verbessert die Verfügbarkeit im Betrieb. Das ist insbesondere dann spannend und wichtig, wenn Originalteile schon nicht mehr lieferbar sind.

Nach Angaben der DB konnten durch die additive Fertigung bereits mehr als 20 Millionen Euro eingespart werden. Zum Einsatz kommen insgesamt zwölf verschiedene 3D-Druckverfahren, darunter Materialextrusion, Pulverbettverfahren und Binder Jetting mit Kunststoffen, Metallen und Sand. Gedruckt wird sowohl auf eigenen Anlagen als auch über ein Partnernetzwerk. Dieses wurde 2016 mit der Initiative „Mobility goes Additive“ aufgebaut und umfasst heute mehr als 140 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Start-ups entlang der gesamten Wertschöpfungskette der additiven Fertigung. (sb)

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