Schon heute lassen sich Assistenten und Komfort-Extras gegen Gebühr aus dem Internet herunterladen. Ein Geschäftsmodell mit Zukunft.
Ausstattung lässt sich mittlerweille bequem per Handy ordern.
(Bild: Daimler)
Mieten statt besitzen: Was lange Zeit nur für das ganze Auto möglich war, geht mittlerweile auch für seine Teile. Audi, BMW, Mercedes und Porsche bieten mittlerweile Ausstattung zur zeitweisen Nutzung an. Leistungstärkere Navis, bessere Scheinwerfer und eine wohlige Sitzheizung gibt es für immer mehr Pkw im Internet-Shop der Marken. „Functions on Demand“ (etwa „Extras auf Bestellung“) heißt das Modell – und soll den Autobesitz flexibler und individueller machen.
Audi: Technik-Extras im Download-Portal verfügbar
Gerade erst hat Audi sein Download-Portal für Technik-Extras im Netz geöffnet. Dort können Nutzer von neueren Modellen der Marke – die Bandbreite reicht aktuell vom Mittelklasseauto A4 bis zum Elektro-SUV E-Tron – all die Ausstattungen herunterladen, die bei der Auslieferung noch nicht an Bord waren. Oder genauer: nicht freigeschaltet waren.
Bildergalerie
Denn die nötige Hardware ist mittlerweile bei allen Modellen immer schon eingebaut. Ein Beispiel: Zu den attraktivsten Posten im Audi-Angebot zählen Matrix-LED-Scheinwerfer. Dabei handelt es sich um ein immer beliebteres, aber recht teures Upgrade gegenüber normalen LED-Leuchten. Scheinen letztere mehr oder weniger stumpf geradeaus, passen sich die in beweglichen Modulen gelagerten Matrix-LEDs flexibel dem Straßenverlauf und dem Verkehrsgeschehen an. Wer das will und es nicht schon beim Neuwagenkauf geordert hat, kann die Funktion nun bei Audi nachkaufen. Ist der Klick im Online-Portal gemacht, schicken die Ingolstädter ein Softwarepaket per Mobilfunk direkt ins Auto und schalten innerhalb von Minuten die Matrix-Stellmotoren frei.
Der Kunde kann bei den Download-Extras zwischen unterschiedlichen Laufzeiten wählen. Audi schaltet die adaptive Matrix-Funktion für die LED-Scheinwerfer gegen 130 Euro Gebühr ein halbes Jahr frei – etwa für die Fahrten in der dunklen Jahreszeit. Zur Wahl stehen außerdem ein Jahr, die typischen drei Leasing-Jahre oder die ganze Fahrzeuglebenszeit. Dann werden 1.340 Euro fällig – so viel wie bei einer Bestellung direkt beim Neuwagenkauf.
Tesla als Vorreiter
Die Ingolstädter betreiben das neue Geschäftsmodell unter den deutschen Herstellern aktuell am konsequentesten. Allein sind sie aber nicht. Konzernschwester Porsche etwa bietet für knapp 20 Euro pro Monate Fahrern des E-Autos Taycan einen intelligenten Spurhalte-Assistenten an, der für 808 Euro auch dauerhaft freigeschaltet wird. Für rund 11 Euro pro Monat beziehungsweise knapp 400 Euro gibt es ein Fahrstrom sparendes Navigationssystem. Und selbst eine geschwindigkeitsabhängige Steuerung der Servolenkung lässt sich für 320 Euro ordern.
Auch Mercedes bietet seit kurzem Extras zum Herunterladen an. Bislang sind im Store der Marke vor allem Software-Dienste wie eine Echtzeit-Stauinfos fürs Navigationssystem oder die Smartphone-Integration zu haben. Aber auch einige klassische physische Ausstattungsoptionen lassen sich digital nachrüsten. So gibt es etwa ein Festplatten-Navi für 640 Euro oder ein DAB-Plus-Radio für 230 Euro. Beides bleibt dauerhaft an Bord, ein Abo-Modell wie bei Audi und Porsche gibt es in diesen Fällen nicht.
Gelernt haben die Deutschen das neue Geschäftsmodell nicht zuletzt bei Tesla. Der US-Elektroautobauer bot die Limousine Model S zwischen 2016 und 2017 in der Basisversion S60 an, die sich vom teureren S75 lediglich durch eine geringere Reichweite unterscheidet. Der Akku ist in beiden Fällen aber identisch, nur wird er beim S60 gedrosselt. Wer einen größeren Energievorrat wollte, konnte die Software-Sperre gegen Nachzahlung plus Zuschlag aufheben.
Hohe Margen bei bestimmten Funktionen
Heute bieten die Kalifornier unter anderem ihren 7.500 Euro teuren Autopilot-Assistenten für den nachträglichen Download an. Kameras und Sensorik sind bei jedem Fahrzeug schon ab Werk an Bord. Die Vorteile für den Hersteller liegen auf der Hand: Er kann auch nach dem Verkauf des Fahrzeugs noch Einnahmen generieren, prinzipiell über die komplette Lebenszeit. Zudem sinkt die Komplexität in der Produktion, weil alle möglichen Ausstattungen sowieso immer an Bord sind.
Dass sich der materielle Zusatzaufwand für die Hersteller lohnt, zeigt allerdings auch, wie hoch die Margen bei bestimmten Extras sind: Sie kosten den Produzenten deutlich weniger als den Käufer. Das dürfte auch ein Vorteil bei Kaufverhandlungen sein: Statt konkreter Nachlässe kann der Händler ein Kurzzeit-Extra quasi ohne Extra-Kosten anbieten.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Autobauer locken mit günstigen Testmonat
Der Kunde wiederum soll von größerer Flexibilität profitieren. Vergisst er ein Extra bei der Neuwagenbestellung, lässt sich der Fehler nun später noch ausbügeln.Audi lockt solche Nutzer mit einem günstigen Schnuppermonat: Für einen Euro dürfen die herunterladbaren Extras einen Monat getestet werden. Wer in einem dunklen und regnerischen Herbst Gefallen an Matrix-LED-Licht findet ordert die Technik vielleicht anschließend langfristig. Ähnlich geht BMW vor, wo Ausstattung zunächst für drei Monate getestet wird – und dann gegebenenfalls in ein Abo übergeht. Wird ein Extra gekauft oder gemietet, bleibt es auch bei einem Weitererkauf des Fahrzeugs an Bord.
Ob das Modell mit den „Functions on Demand“ auch abseits der Tesla-Fanschar auf Zustimmung stößt, bleibt allerdings abzuwarten. Audi jedenfalls spricht nach wenigen Tagen Laufzeit in Deutschland und Norwegen bereits von positiven Reaktionen. Und auch ein Blick in andere Branchen lässt an einen Erfolg der digitalisierten Extras glauben. Software-Hersteller haben das Prinzip in den letzten Jahrzehnten populär gemacht und immer weiter verfeinert. Von vielen Apps und Programmen gibt es kostenlose oder günstige Basisversionen, die gegen Geld zu Vollversionen mit Zusatzfunktionen aufgerüstet werden.