„Die Mission 2025 heißt null Emissionen“

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E-Autos und Hybride sind in der Umweltbilanz bisher nicht besser als Verbrenner. Wie kann Audi Einfluss darauf nehmen, den ökologischen Fußabdruck der Modelle zu reduzieren?

Der rasche Aufbau der regenerativen Stromwirtschaft ist die Grundlage für eine nachhaltige Mobilität. Dabei müssen Automobilhersteller, Politik und Energielieferanten eng zusammenarbeiten. Ein Pilotprojekt ist unsere Power-to-Gas-Anlage in Werlte. Hier stellen wir synthetisches Erdgas her und speisen es direkt in die Erdgasleitung ein. Damit fahren unsere Audi g-tron Modelle global nahezu klimaneutral. Im Moment testen wir aus, ob die e-gas Produktion auch im großen Stil rentabel ist.

Ein weiterer Kritikpunkt an Elektroautos ist der hohe Preis für den Endkunden. Wird sich hier langfristig etwas ändern?

Kostentreiber Nr.1 ist die Batterie, sie ist das Teuerste am E-Auto. Die Entwicklung der Batterie-Zell-Technologie läuft in rasantem Tempo. Es ist absehbar, dass die Batteriekosten langfristig sinken.

Was sind die nächsten Meilensteine in der Audi Antriebsstrategie?

er nächste Schritt wird der Audi e-tron sein, der 2018 seine Weltpremiere feiern wird. Auf der Auto Shanghai im März haben wir die Konzeptstudie Audi e-tron Sportback concept vorgestellt und viel positives Feedback erhalten. Mit dem Audi e-tron Sportback starten wir dann ab 2019 ein regelrechtes Feuerwerk: Wir werden in jeder Kernbaureihe ein E-Fahrzeug ausrollen, ergänzend dazu folgen weitere Plug-in-Hybride.

Was sind Stand heute die größten Herausforderungen, um ein reines E-Auto auf den Markt zu bringen?

Wir haben als Premiumhersteller den Vorteil, dass wir die E-Mobilität beginnend mit dem Top-Segment einführen können. Die größte Herausforderung ist die Ausrollung in den Volumensegmenten – gerade vor dem Hintergrund der hohen Batteriekosten.

Wie sieht Ihre Zukunftsvision aus? Wie werden sich unsere Städte dadurch verändern?

Ich sehe eine Stadt, in der zu 100 Prozent emissionsfreie Autos lautlos und autonom fahren. Es wird keine Ampeln mehr geben und keine Staus. Shared-Mobility löst die Platznot in den Städten. Die Parkplätze weichen Grünflächen, da die Autos in entfernte Parkhäuser zum Laden fahren. Dies führt zu einer neuen Dimension an Lebensqualität in den Städten.

Für uns Automobilhersteller bedeutet dieses Szenario ein massives Umdenken: Es geht nicht mehr darum, so viele Autos, sondern so viele Kilometer wie möglich zu verkaufen. Ich brauche nur noch meinem Handy zu sagen, wann mich welches Auto wohin bringen soll. Dahinter steckt ein großes Business-Modell. Wann diese Vision real wird, kann ich nicht sagen, aber wir müssen uns darauf vorbereiten und das tun wir.

* Der Original-Beitrag erschien im Audi-Blog

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