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Was alles möglich wird
Sukzessive sollen auf der Autobahn A9 unterschiedliche Anwendungsfelder realisiert werden – ein erster Überblick, weitere folgen im Projektverlauf:
Regelbetrieb: Verkehrsfluss
Art und Qualität der Fahrbahnauslastung sollen erfasst werden. Die spurselektive Momentangeschwindigkeit kann zur Erkennung von Stau- und Risikosituationen herangezogen werden. Die Zählung einzelner Fahrzeuge zur Bestimmung der Belastung und ggf. Messung des Erfolgs von Gegenmaßnahmen wird dadurch umgesetzt. Darüber hinaus kann eine selektive Zählung unterschiedlicher Verkehrsteilnehmer erfolgen, um beispielsweise Berechtigungen zu erfassen (Bild 6).
Abweichung vom Regelbetrieb: Detektion des Stauendes
An neuralgischen Stellen soll die radarsensorische Überwachung realisiert werden. Dies ermöglicht die Lokalisierung eines Stauendes und unterstützt die Fahrzeugsensorik. Dadurch werden z.B. Auffahrunfälle vermieden oder durch das Verkehrsflussmanagement ein Stau identifiziert und aufgelöst. Das Detektieren von Stauenden kann sowohl auf der Autobahn als auch auf Auf- und Abfahrten umgesetzt werden (Bilder 7a und 7b).
Abweichung vom Regelbetrieb: Falschfahrer
Etwa 1800 Falschfahrer werden jährlich auf 13.000 km Bundesautobahnen plus rund 3350 km autobahnähnlich ausgebauten Bundesstraßen registriert. Durch Radarsensorik können Objekte mit falscher Fahrtrichtung erkannt und automatisch Warnmaßnahmen eingeleitet werden, entweder auf der Autobahn oder schon auf Zu- und Abfahrten (Bilder 8a und 8b).
Abweichung vom Regelbetrieb: Standspurfreigabe und -belegung
Das Sensornetzwerk überwacht ständig den Standstreifen und meldet den Belegungsstatus an die Leitzentrale. Die lokale Detektion kann mit Radarsensoren beispielsweise durch Integration in die Leitpfosten, in die Leitplanke oder einer exponierten Position von oben realisiert werden. Verkehrshinweise, Beschränkungen, Warnhinweise für die Unfallvermeidung oder Handlungsaufforderungen gelangen sowohl zur Leitzentrale als auch direkt in die Fahrzeuge. Freigegebene Standspuren erhöhen die Kapazität der Straße enorm, Meldungen über belegte Standspuren verbessern die Sicherheit (Bild 9).
A2 und A7 sollen folgen
Nach der Autobahn A9 in Bayern soll es bald auch auf der A7 und der A2 Versuchsstrecken für selbstfahrende Autos geben. Niedersachsen will auf den Autobahnen 2 und 7 im Raum zwischen Hannover, Braunschweig und Salzgitter einen Testring für autonomes Fahren aufbauen. Die Strecken sollen bis 2018 schrittweise mit der erforderlichen Technik ausgerüstet werden, sagte Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Montag).
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