Umfrage Welche Wählergruppen zu welchem Mobilitätsverhalten neigen

Autor / Redakteur: sp-x / Christoph Seyerlein

Wähler welcher Partei nehmen lieber das Auto, welche eher das Fahrrad? Diesen Fragen widmeten sich voneinander unabhängige Umfragen von Finn und Heycar. Wir zeigen die Ergebnisse.

Firmen zum Thema

Grünen-Wähler fahren laut der Finn-Auswertung viel Rad, AfDler wenig.
Grünen-Wähler fahren laut der Finn-Auswertung viel Rad, AfDler wenig.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Wähler der FDP fahren besonders häufig Auto. Die Sympathisanten der Liberalen sind zu 81 Prozent mindestens einmal pro Woche mit dem eigenen Wagen unterwegs, wie eine Umfrage des Mobilitätsdienstleisters Finn ergeben hat. Bei den Wählern der Union (79 %) und der SPD (78 %) ist die Quote etwas niedriger.

Am geringsten ist sie jedoch mit 68 Prozent bei den Grünen. Wähler der Linken kommen auf 69 Prozent. Ebenfalls eher gering ist der Wert mit 71 Prozent bei den AfD-Sympathisanten.

Beim Fahrrad zeigt sich ein leicht verschobenes Bild. So nutzen 45 Prozent der Grünen- und der FDP-Wähler den Drahtesel regelmäßig mindestens einmal die Woche – der Spitzenwert im Parteien-Ranking. Die SPD-Wähler kommen auf 42 Prozent, die der CDU und der Linken auf 40 Prozent.

Am seltensten in die Pedale treten die AfD-Wähler; lediglich 39 Prozent sind mindestens einmal die Woche unterwegs. Der Anteil derjenigen, die niemals Rad fahren, ist in der Wählerschaft mit 34 Prozent mit Abstand der höchste.

Auch eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Gebrauchtwagenbörse Heycar widmete sich Mobilitätsvorlieben von Wählern. Interessant: Von allen gut 2.000 Befragten befürworteten 60 Prozent einen kostenlosen Personennahverkehr in Deutschland. Jeder fünfte (20 %) gab an, Bus und Bahn häufiger nutzen zu wollen, wenn der ÖPNV stärker gefördert würde. Besonders ausgeprägt ist jene Vorstellung unter Grünen-Wählern (45 %).

Bei autofreien Innenstädten scheiden sich die Geister

Gut die Hälfte (52 %) sieht Verbesserungsbedarf bei der Rad-Infrastruktur in Deutschland. Nur 15 Prozent gaben an, bei entsprechenden Fortschritten aber auch wirklich häufiger auf's Rad steigen zu wollen. Von den CDU-Wählern tendierte dazu gar nur jeder zehnte.

Bildergalerie

Bei der Frage, ob es autofreie Innenstädte geben sollte, scheiden sich die Geister. Zustimmung (32 %) und Ablehnung (30 %) halten sich hier nahezu die Waage. Der Rest steht dem Thema unentschlossen gegenüber. Vor allem bei Grünen- (57 % Zustimmung) und mit Abstrichen bei SPD-Wählern (34 %) findet sie Anklang. CDU- (23 %) und FDP-Sympathisanten (10 %) lehnen sie überwiegend ab.

Insgesamt 45 Prozent der Befragten wünschten sich sogar mehr Parkraum für Autos in Zentren. Populär ist jene Forderung vor allem unter AfD- (60 %) und FDP-Wählern (53 %).

Auch zu modernen Nutzungsformen von Fahrzeugen wie Autoabos oder Carsharing befragte Yougov die Bürger. Gut jeder Vierte (26 %) befürwortete dabei eine stärkere Förderung solcher Angebote. Überproportional gut kommen solche Gedanken bei Grünen- (41 %) und SPD-Wählern (31 %) an. Weniger Zuspruch finden sie unter Wählern von CDU und AfD (jeweils 19 %).

(ID:47651189)