Neue Mobilität Welche Mobilitäts-Angebote am lukrativsten sind – und was über den Erfolg entscheidet

Redakteur: Svenja Gelowicz

Das Geschäft mit neuen Mobilitätsservices lockt zahlreiche neue Spieler an – und das Marktwachstum ist Schätzungen von Experten zufolge enorm. Welche Faktoren über Erfolg oder Misserfolg entscheiden können.

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Kleinstfahrzeuge wie E-Mopeds oder Scooter sind wenig kapitalintensiv – Anbieter sind deshalb oft schneller profitabel als beispielsweise Carsharing-Unternehmen.
Kleinstfahrzeuge wie E-Mopeds oder Scooter sind wenig kapitalintensiv – Anbieter sind deshalb oft schneller profitabel als beispielsweise Carsharing-Unternehmen.
(Bild: BVG/Andreas Süß)

Mobilitätsökosysteme werden ihr weltweites Marktvolumen in den nächsten zehn Jahren vervierfachen. Liegt das Volumen in diesem Jahr noch bei 126 Milliarden Euro, so könnte es im Jahr 2030 auf bis zu 500 Milliarden Euro ansteigen. Zu diesem Ergebnis kommt Unternehmensberatung Deloitte in einer Studie. Am besten bewerten die Consulting-Experten dabei die Geschäftsfelder Mikromobilität und Ridehailing.

Demnach wurden seit 2011 weltweit 160 Milliarden Euro in Start-ups investiert. Rund 29 Milliarden Euro gingen an Mobilitätsökosysteme im B2C-Umfeld, knapp neun Milliarden Euro an welche im B2B-Bereich. Weitere 24 Milliarden Euro wurden in Start-ups aus dem Bereich Ride Hailing und Ride Sharing investiert. Lediglich sechs Prozent der Gesamtinvestitionen gingen an Unternehmen, die Fahrzeugtechnologien und -Hardware herstellen.

Derzeit wirtschafte trotz des hohen Potenzials der Großteil der Mobilitätsdienstleister unrentabel. Am erfolgreichsten sind aktuell Unternehmen, die auf wenig kapitalintensive Mikromobilitätsservices wie Scooter- oder Bike-Sharing setzen.

„Es gibt eine zunehmende Nachfrage nach flexiblen Mobilitätslösungen. Derzeit profitieren insbesondere wenig kapitalintensive Unternehmen wie Mikromobilitätsdienstleister von hohen ökonomischen Bewertungen, gefolgt von Ridehailing-Diensten“, sagt Harald Proff, Partner und Leiter Automobilindustrie bei Deloitte Deutschland und Global. Der Ausblick auf autonome Fahrzeuge stimme den Markt dabei positiv, da diese die Kosten voraussichtlich immens nach unten drücken.

Carsharing wiederum, erklärt Proff im Gespräch, sei deshalb deutlich weniger profitabel. Die Fahrzeuge sind wartungsintensiv und das Geschäftsmodell „extrem schwierig“. Der Einstieg in diese Services mache vor allem dann Sinn, wenn das Unternehmen die Assets schon hat.

Diese Faktoren beeinflussen den Erfolg

Die Studienautoren nennen in ihrer Analyse auch einige weitere Faktoren, die den Erfolg von Investments in neue Mobilitätsformen ihrer Meinung nach maßgeblich beeinflussen:

  • Kooperationen führen schneller zu Profitabilität: Der Auswertung zufolge gehen erfolgreiche Anbieter deutlich mehr Kooperationen ein als ihre weniger erfolgreichen Konkurrenten.
  • Die Breite des Serviceangebots entscheidet: Ein schlankes Portfolio erleichtert den Markteintritt. In der Folge steigern schrittweise Erweiterungen des eigenen Angebots aber den Nutzen für Kunden.
  • Die eigene App muss exzellent sein: Mikromobilität wird fast immer – mit Ausnahme von Ridehailing-Angeboten – per App gebucht. Eine hohe Nutzerfreundlichkeit ist daher unabdingbar.
  • Einsatz einer Asset-Light-Strategie: Wer auf wenig kapitalintensive Fahrzeuge in der eigenen Flotte setzt, kann häufig schneller rentabel arbeiten.
  • Der Mehrwert für Kunden muss klar erkennbar sein: Wer erfolgreich sein will, richtet sein Geschäftsmodell an den Bedürfnissen potenzieller Kunden aus. Anschließend gilt es zu klären, welche Voraussetzungen es braucht, um die Nachfrage decken und profitabel wirtschaften zu können.

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