Modellprojekt Wasserstoff-Zukunftsstadt im japanischen Fukushima geplant

Autor / Redakteur: Andreas Wehner / Andreas Wehner

Wasserstoff als Energieträger sowohl für Fahrzeuge als auch in Geschäften und Fabriken: In der Modellstadt in Japan soll das künftig die Regel sein.

In einer künftigen Modellstadt sollen Wasserstoff-Lkw zum Einsatz kommen.
In einer künftigen Modellstadt sollen Wasserstoff-Lkw zum Einsatz kommen.
(Bild: Toyota)

Der Autokonzern Toyota will zusammen mit der japanischen Präfektur Fukushima beim Wiederaufbau der Region eine Wasserstoff-Modellstadt errichten. Wie der Autobauer mitteilte, gebe es Gespräche mit verschiedenen Partnern über den Bau einer Zukunftsstadt, die Brennstoffzellentechnologien und vor Ort produzierten Wasserstoff nutzt. Neben Toyota und der Nutzfahrzeugtochter Hino ist auch Isuzu beteiligt. Die drei Hersteller hatten erst kürzlich vereinbart, gemeinsam Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge zu entwickeln.

Teil des jetzt angekündigten Modellprojekts sei, eine Lieferkette für Supermärkte und Lebensmittelläden aufzubauen, die Wasserstoff als Energieträger nutze. Geplant sind außerdem der Einsatz von Krankenwagen und Food Trucks mit Brennstoffzellenantrieb sowie die Nutzung von Wasserstoff in Geschäften und Fabriken zur Senkung der CO2-Emissionen über die gesamte Lieferkette hinweg.

Modellstadt für 300.000 Einwohner

Das Modell soll laut Mitteilung zunächst für eine Stadt mit 300.000 Einwohnern entwickelt werden, bevor es auf vergleichbar große Städte im ganzen Land übertragen werden soll. Dabei soll Wasserstoff vor Ort produziert und in Brennstoffzellen-Lkw eingesetzt werden. Dabei sollen vernetzte Technologien eingesetzt werden, unter anderem für die Planung von Wasserstoff-Tankzeiten sowie für ein Energiemanagement, das sich den örtlichen Gegebenheiten anpasst.

Japan will bis 2050 klimaneutral werden. Mit dem Aufbau einer wasserstoffbasierten Gesellschaft wollen die beteiligten Institutionen und Unternehmen ihren Beitrag dazu leisten.

In der Region Fukushima kam es 2011 nach einem Erdbeben und einem Tsunami zu einem Reaktorunfall im dortigen Atomkraftwerk, infolgedessen weite Teile der Region verstrahlt wurden. Zahlreiche Menschen mussten damals evakuiert und umgesiedelt werden. Aktuell läuft der Wiederaufbau.

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